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Wie unsere Wahl-Checks gemacht sind

Diese Seite gilt für alle unsere Kandidaten-Checks zur Kommunalwahl am 13. September 2026: Hannover, Garbsen, Wunstorf, Lehrte. Sie beschreibt, was eine These erfüllen muss, wann eine Quelle als Position zählt, wie gerechnet wird und was mit Ihren Antworten passiert. Wer eine Angabe prüfen will, findet hier die Regel dazu.

Der Anspruch ist nicht, neutral zu sein — das kann niemand für sich behaupten, ohne beim ersten Gegenbeispiel widerlegt zu werden. Der Anspruch ist, das Verfahren so offenzulegen, dass jeder Einwand eine prüfbare Antwort bekommt.

Keine WahlempfehlungAlle Positionen mit QuelleAuswertung nur im Browser

Umfang

Worauf die Angaben beruhen

Alle Werte in dieser Tabelle sind aus dem Datenbestand abgeleitet und ändern sich mit ihm. Sie stehen hier, damit man den Umfang prüfen kann, nicht um ihn zu bewerben — die Unterschiede zwischen den Spalten sind selbst ein Befund und werden weiter unten benannt.

ErhobenHannoverGarbsenWunstorfLehrte
Thesen26141616
Kandidaturen9743
Quelladressen74514141
davon Domains2291011
Dokumentierte Einträge136514539
davon persönlich299812
davon Partei421248
davon politische Tendenz0021
davon Quellenhinweis65303118
Thesen mit eigener Seite20535
Recherchestand

„Quelladressen“ sind einzeln nachlesbare Adressen, die unter einer Position, einem Hinweis oder einem Hintergrundtext verlinkt sind; „Domains“ zählt die Veröffentlichungen dahinter. Zwei Fundstellen in derselben Zeitung sind also zwei Adressen und eine Domain.

„Dokumentierte Einträge“ ist die Summe über alle vier Erkenntnisebenen. Gerechnet werden davon nur die persönlichen und die vorläufigen Parteipositionen. Tendenzen und Quellenhinweise sind sichtbar, damit nachvollziehbar bleibt, was gefunden und bewusst nicht gewertet wurde.

„Thesen mit eigener Seite“ sind die Thesen, die eine Konfliktachse und mindestens zwei gewertete Positionen tragen. Alle übrigen bleiben mit vollem Hintergrund im Check — nur ohne eigene Adresse, weil eine Seite mit einer einzigen Position kein Vergleich wäre.

Zweck

Was der Check ist — und was nicht

Der Wahl-Check dient der politischen Information und dem Vergleich kommunalpolitischer Positionen. Er ist keine Wahlempfehlung, und er bewertet keine Position als richtig oder falsch.

Es gibt keinen objektiv richtigen Thesensatz. Welche Fragen gestellt werden und wie sie formuliert sind, beeinflusst das Ergebnis einer Wahlhilfe — das ist untersucht und unbestritten. Daraus folgt nicht, dass jede Auswahl gleich gut ist. Was geht: ein festes Prüfraster statt Bauchgefühl, Obergrenzen gegen den eigenen blinden Fleck, ein dokumentierter Prüfstand vor dem Versand des Fragebogens und der offene Hinweis darauf auf der Seite selbst.

Der Katalog folgt der Agenda des Wahlkampfs

Aufgenommen wird, worüber vor Ort belegbar gestritten wird. Streitfragen, zu denen alle schweigen, fehlen deshalb systematisch. Das ist eine Eigenschaft der Methode, keine Nachlässigkeit — und sie begrenzt, was das Ergebnis aussagt.

Die Recherchebasis ist ungleich

Manche Kandidaturen veröffentlichen Programme, andere kaum etwas. Wer wenig veröffentlicht, hat weniger belegte Positionen — das sagt nichts über die politische Arbeit aus, sondern über die Quellenlage. Genau dagegen wirkt der Fragebogen, den alle Kandidaturen wortgleich erhalten sollen.

Thesenauswahl

Acht Prüfungen, die jede These bestehen muss

Wer eine dieser Fragen nicht sicher mit Ja beantworten kann, formuliert um oder streicht. Die Spalte „Wie geprüft“ nennt den ausgelieferten Stand: „erzwungen“ heißt, dass ein Test den Build rot macht; „redaktionell“ heißt, dass ein Mensch entscheidet und die Entscheidung begründet.

PrüfungWas geprüft wirdWie geprüft
1. Zuständigkeit und LokalbezugRat oder Verwaltungsspitze können die konkrete Entscheidung rechtlich oder praktisch beeinflussen — und es geht um eine reale Entscheidung oder Streitfrage dieser Stadt, nicht um eine allgemeine Zielvorstellung. Ein Appell an Bund, Land, Polizei, Justiz oder Krankenkassen genügt nicht.redaktionell, beide Hälften einzeln
2. Relevanz und HaltbarkeitDie Entscheidung steht in der kommenden Wahlperiode praktisch an. Kein Rückblick, nichts abschließend Erledigtes, kein Fernziel ohne nächsten Handlungsschritt — und nichts, was bis zur Wahl absehbar gegenstandslos wird.redaktionell
3. Genau eine EntscheidungNur eine Entscheidung, die sich unabhängig beantworten lässt. Die Probe: Kann man einem Bestandteil zustimmen und einem anderen unabhängig davon widersprechen? Dann sind es zwei Thesen. Ein Preis, der den Konflikt erst erzeugt, gehört dagegen in die These — und wird symmetrisch formuliert, nicht so, dass nur eine Antwortseite ihn trägt.redaktionell
4. Klare AntwortbedeutungDie These beschreibt eine konkrete Veränderung oder eine bewusste Beibehaltung des heutigen Zustands. Zustimmung, Neutral und Ablehnung bedeuten jeweils etwas Praktisches.redaktionell
5. Neutral, symmetrisch, verständlichKeine Antwortseite wird sprachlich bevorzugt, und die These ist ohne Auslegung verstehbar. Draußen bleiben Wertwörter („modern“, „endlich“, „oberste Priorität“, unbestimmtes „deutlich“), mitgelieferte Begründungen („…, um Arbeitsplätze zu sichern“), versteckte umstrittene Annahmen, Namen von Kandidaturen, Parteien oder Fraktionen sowie Vorteile, die nur auf einer Seite stehen. Dazu: ein kurzer Aussagesatz, kein ungeklärter Fachbegriff, keine komplizierte Negation, keine Bedingungskette und nur die für die Entscheidung nötigen Zahlen.redaktionell
6. Echter KonfliktZustimmung und Ablehnung sind beide ernsthaft vertretbare kommunalpolitische Positionen. Festgehalten wird das als Konfliktachse mit zwei Polen, und der Gegenpol muss ein Satz sein, den eine reale Kandidatur dieser Stadt öffentlich vertreten könnte, ohne sich lächerlich zu machen. Gelingt kein solcher Gegenpol, wird umformuliert oder gestrichen.Erfassung beider Pole erzwungen, Bewertung redaktionell
7. Belegter, ausgewogener HintergrundZahlen, Beschlüsse, Zuständigkeiten und Sachstände im Hintergrundtext sind mit Quelle belegt. Der Hintergrund rahmt die These — wer den Rahmen setzt, beeinflusst die Antwort.Geld-, Maß- und Prozentangaben erzwungen, übriger Hintergrund redaktionell
8. Keine doppelte KonfliktachseDieselbe Grundentscheidung bringt innerhalb einer Stadt nicht mehrfach Punkte. Ähnliche Themen sind zulässig, solange sie tatsächlich verschiedene Entscheidungen messen; Prüfgrundlage ist die Konfliktachse, nicht das Themenetikett.wortgleiche Dublette erzwungen, Beurteilung redaktionell

Warum Prüfung 3 die gefährlichste ist

„Genau eine Entscheidung“ ist die intuitivste der acht Prüfungen — und sie frisst Prüfung 6, wenn man sie lässt. Eine Abwägungsklausel wie „Vorrang vor anderen Verkehrsinvestitionen“ macht die These komplizierter, und sie zu streichen wirkt wie eine Verbesserung. In der Summe verschwindet damit aber genau der Konflikt, den die These messen soll: Übrig bleibt ein Satz, dem alle zustimmen können. Ein Preis, der den Konflikt erst erzeugt, gehört deshalb in die These; Folgen, die die Entscheidung nicht verändern, gehören in den Hintergrundtext.

Wie ein Gegenpol geprüft wird

Ein Themengegensatz genügt nicht. Der Gegenpol muss politisch kohärent, rechtlich zulässig und mit einer konkreten kommunalen Begründung vertretbar sein — und er muss sich einer realen Kandidatur dieser Stadt zuordnen lassen. Das ist der Wirklichkeitsanker: Eine Begründung lässt sich für fast jede Position konstruieren, ein öffentlich vertretbarer Satz nicht. Umgekehrt ist ein Gegenpol nicht schon deshalb untauglich, weil er unpopulär klingt.

Was der Belegwächter leistet — und was nicht

Automatisch erzwungen ist die Quellenpflicht für Geld-, Maß- und Prozentangaben im Hintergrundtext. Beschlussstände, Zuständigkeitsaussagen und Planungsstände ohne solche Zahl sind davon nicht abgedeckt; dort gilt die Belegpflicht als redaktionelle Verpflichtung, nicht als maschineller Nachweis. Für die Formulierungsprüfungen 3 und 5 ist ein Linter vorgesehen; solange er nicht gebaut ist, sind beide vollständig redaktionelle Urteile.

Selbstbindung

Drei Regeln über den ganzen Katalog

Die acht Prüfungen gelten je These. Diese drei Regeln gelten für den Katalog als Ganzes — sie sind der Schutz gegen Fehler, die man an keiner einzelnen These sieht.

Ein Deckel auf unser eigenes Fachgebiet

„Digitales & Verwaltung“ darf höchstens vier Thesen und höchstens 18 Prozent eines Stadtkatalogs ausmachen. Ein Test erzwingt das. Für andere Themenblöcke gilt keine Obergrenze, sondern eine Begründungspflicht ab 20 Prozent — öffentlich auf der jeweiligen Stadtseite. Der Deckel steht nur beim Digitalblock, weil das der einzige Block ist, an dem wir als Betreiber ein Eigeninteresse haben.

Auswählen, nicht auffüllen

Eine These wird nicht erfunden, um einen Themenblock zu vergrößern, eine Quote zu erfüllen oder eine Zielzahl zu erreichen. Es gibt keine Sollzahl an Thesen je Stadt: so viele wie nötig, so wenige wie möglich. Deshalb sind die Kataloge unterschiedlich groß. Ein Themenkern, der in jedem Check vorkommen soll, ist zulässig — dann aber ausdrücklich als redaktionelle Setzung ausgewiesen und in allen Städten gleich.

Messen ja, steuern nein

Abdeckung, Trennschärfe und Rangfolge werden gemessen und berichtet — sie sind niemals Eingabe in die Thesenredaktion. Keine These wird aufgenommen, verändert oder gestrichen, um eine Kandidatur über die Rangschwelle zu bringen, ihren Prozentwert zu verändern oder die vorhandene Recherche besser aussehen zu lassen. Zeigt eine Messung ein Problem, ist die Antwort mehr Recherche oder eine zurückhaltendere Darstellung — nicht ein anderer Fragenkatalog.

Belegregeln

Wie aus einer Quelle eine Position wird

Eine Position zählt nur, wenn eine überprüfbare Quelle genau diese Entscheidung trägt — nicht das Thema, die Entscheidung. Zu einer Kombination aus Kandidatur und These können mehrere Ebenen gleichzeitig vorliegen; gerechnet wird immer nur eine, die übrigen bleiben zur Einordnung sichtbar.

EbeneWas sie istZählt sie?
FragebogenantwortSelbstauskunft der Kandidatur auf unseren Thesenkatalog.wird gerechnet und schlägt alles andere
Persönliche PositionEigene Aussage, eigenes Programm oder eindeutig zurechenbares Handeln im Amt, das die vollständige These beantwortet.wird gerechnet
ParteipositionEindeutig zurechenbares Parteiprogramm beantwortet die vollständige These; die persönliche Übernahme ist noch nicht belegt.wird vorläufig gerechnet, getrennt ausgewiesen
Politische TendenzDie Quelle trägt eine klare politische Richtung, lässt aber einen entscheidenden Bestandteil der exakten These offen.wird nie gerechnet, bleibt sichtbar
QuellenhinweisDie Quelle ist thematisch einschlägig, erlaubt aber keine sichere Richtung zur These.wird nie gerechnet, bleibt sichtbar

Sechs Regeln für die Einordnung

  1. 1. Persönliche Position schlägt Parteiposition

    Eine Fragebogenantwort schlägt beide. Kreuzt eine Kandidatur ausdrücklich „keine Angabe“ an, wird ersatzweise nichts aus dem Parteiprogramm angerechnet — das ist der Weg, einer Fremdeinordnung zu widersprechen, ohne sich festlegen zu müssen. Ein bloßer Quellenhinweis sperrt den Rückgriff nicht, denn er ist kein Widerspruch. Der Parteikontext bleibt in jedem Fall getrennt sichtbar.

  2. 2. Keine Position aus der Parteizugehörigkeit ableiten

    Kein Eintrag ohne überprüfbare Quelle. Ein Parteiprogramm zählt persönlich nur bei dokumentierter Übernahme, sonst ausschließlich als vorläufige Parteiposition. Handeln im Amt zählt nur mit dokumentierter Begründung, warum es dieser Person zuzurechnen ist; vergangenes Handeln belegt weder ein „weiter so“ noch eine Ausweitung.

  3. 3. Jeder entscheidungstragende Zusatz muss belegt sein

    Das gilt für „Vorrang“, „alle“, „statt“, „mit eigenen Zuschüssen“, „auch wenn die Kosten steigen“ und jede vergleichbare Klausel. Trägt die Quelle nur das Ziel, nicht den in der These genannten Preis, wird sie nicht gerechnet. Auch die Form „eher A als B“ verlangt einen ausdrücklichen Beleg für den Vorzug: Unterstützung für A allein beweist keinen Vorrang vor B — und ist keine Ablehnung von B.

  4. 4. Eine fehlende Festlegung ist weder Zustimmung noch Neutralität

    Eine gerechnete Mittelposition verlangt einen Beleg für die Mitte selbst: ausdrückliche Gleichrangigkeit, bedingte Zustimmung, eine Enthaltung oder Zustimmung zum Ziel bei Ablehnung des Mittels. Welcher dieser Fälle vorliegt, wird als Pflichtfeld festgehalten. Aus einer unklaren Quelle entsteht nie eine Mittelposition.

  5. 5. Unklare Quellen bleiben sichtbar, werden aber nicht gerechnet

    Jeder nicht gewertete Fund trägt einen konkreten Grund, warum er nicht zählt. Dazu die Zitierregel: Ein Zitat wird nie vor einem Nebensatz beendet, der die Aussage einschränkt oder umkehrt, und jedes Zitat muss unter der angegebenen Adresse auffindbar sein. Beide Regeln stammen aus konkreten eigenen Fehlern.

  6. 6. Eine politische Tendenz ist eine eigene, nie berechnete Ebene

    Sie ist nur zulässig, wenn Ziel und Richtung aus der vollständig gelesenen Quelle eindeutig folgen, nichts Gegenteiliges vorliegt und ein entscheidender Bestandteil der exakten These offenbleibt. Beides wird festgehalten: was genau fehlt und warum die Richtung folgt. Eine Tendenz beeinflusst weder Prozentwert noch Rangfolge, Ergebnisbalken oder eigene Seite. Trifft eine Selbstauskunft ein, wird sie entfernt — sie darf nicht neben der Antwort fortbestehen.

Welche Quellen ausgewertet werden

Öffentliche Aussagen, eigene Programme, örtliche Parteiprogramme, Lokalberichterstattung, städtische Veröffentlichungen und eindeutig zurechenbares Handeln im Amt. Jede benutzte Quelle steht in einem Register, das getrennt festhält, wie gründlich sie gelesen und gegen wie viele Thesen sie geprüft wurde — „vollständig gelesen“ und „vollständig ausgewertet“ sind zwei verschiedene Aussagen.

Ratsunterlagen und personenbezogene Daten

Ratsunterlagen dokumentieren Entscheidungen von Rat, Ausschüssen und Fraktionen; sie belegen deshalb nicht automatisch die persönliche Haltung einer Kandidatur. Verwaltungsvorlagen tragen häufig überhaupt keinen Namen. Aus Ratsinformationssystemen übernehmen wir ausschließlich politisches Handeln — die dort teils frei abrufbaren Kontakt- und Anschriftendaten von Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern werten wir nicht aus und geben sie nicht wieder.

Grenzen

Zwei Ausschlussgrenzen, unabhängig von allen Kriterien

Eine These wird nicht verwendet, wenn sie gruppenabwertend oder entwürdigend formuliert ist oder die Missachtung verbindlicher Grundrechte zur Abstimmung stellt.

Und sie wird nicht verwendet, wenn sie auf einer nachweislich falschen Tatsachengrundlage beruht.

Politische Entscheidungen innerhalb des geltenden rechtlichen Handlungsspielraums dürfen dagegen selbstverständlich kontrovers abgefragt werden — auch dann, wenn die Frage unbequem ist.

Rechenweg

Wie gerechnet wird — und wo die Rechnung aufhört

Die Punktregel

Für jede von Ihnen beantwortete These, zu der eine gewertete Position vorliegt: Übereinstimmung ergibt zwei Punkte, teilweise Übereinstimmung einen, Gegensatz keinen. Die Übereinstimmung ist die erreichte Punktzahl geteilt durch die mögliche. Thesen ohne belegte Position fließen weder positiv noch negativ ein — sie schlagen sich nur in der ausgewiesenen Abdeckung nieder. Die einzige Gewichtung im ganzen Werkzeug ist Ihre eigene Auswahl „doppelt zählen“.

Was „Teils / teils“ heißt — und was nicht

Eine gewertete Mittelposition ist eine inhaltliche Haltung: ausdrückliche Gleichrangigkeit, bedingte Zustimmung, eine Enthaltung oder Zustimmung zum Ziel bei Ablehnung des Mittels. Sie bringt gegen eine klare Gegenantwort einen von zwei Punkten. Eine unklare Quelle darf daraus niemals einen halben Treffer machen; sie wird gar nicht gerechnet. Das ist die wichtigste Unterscheidung im ganzen System, weil an ihr ein Wahlwerkzeug am leichtesten unfair wird.

Warum manche Kandidaturen keinen Rangplatz bekommen

Wäre zu einer Kandidatur nur eine einzige Position belegt und Sie stimmten ihr zu, ergäbe die Rechnung 100 Prozent. Das wäre keine Übereinstimmung, sondern Unwissen — und es würde ausgerechnet die am schlechtesten dokumentierten Kandidaturen nach oben spülen. In die Rangfolge kommt deshalb nur, wer zu mindestens einem Drittel der messbaren Thesen eine gewertete Position hat, mindestens aber zu drei.

„Messbar“ sind dabei nur die Thesen, zu denen überhaupt irgendeine Kandidatur belegt Position bezieht. Eine These, zu der niemand etwas veröffentlicht hat, hebt die Schwelle also nicht — sonst würde eine ehrlich benannte Lücke alle Kandidaturen bestrafen und den Katalog unter Druck setzen, schlecht belegte Streitfragen wegzulassen.

Wer darunter liegt, verschwindet nicht, sondern erscheint getrennt und ohne Rangfolge, mit Hinweis auf die dünne Basis. Das ist kein Urteil über die Kandidatur, sondern über die verfügbare Vergleichsgrundlage.

Wann eine These eine eigene Seite bekommt

Nur mit erfasster Konfliktachse und mindestens zwei gewerteten Positionen. Mit einer einzigen Position gäbe es nichts zu vergleichen — die Seite wäre die Darstellung genau dieser einen Kandidatur, also dünner Inhalt und ein Neutralitätsproblem in einem. Diese Schwelle wirkt in beide Richtungen: Eine Kandidatur, die im Fragebogen ausdrücklich „keine Angabe“ ankreuzt, kann eine Seite auch wieder unter die Schwelle fallen lassen.

Beschlossen, noch nicht wirksam: die gemeinsame Vergleichsbasis

Neben der individuellen Rangschwelle gilt eine zweite Bedingung, und zwar je Kandidaturenpaar: Zwei Prozentwerte werden nur dann gemeinsam sortiert dargestellt, wenn sie auf genügend gemeinsam bewerteten Thesen beruhen — mindestens der Hälfte der größeren der beiden Bewertungsgrundlagen, mindestens aber drei. Zusätzlich wird ein Vergleichswert allein aus diesen gemeinsamen Thesen gerechnet: Zeigt er in eine andere Richtung als die angezeigten Werte oder Gleichstand, während die angezeigten Werte auseinanderliegen, wird nicht sortiert. Scheitert ein Paar, entfällt die Sortierung der ganzen Stadt; die Einzelwerte bleiben sichtbar.

Der Grund: Ohne diese Prüfung können zwei Werte nebeneinanderstehen, deren Abstand gar nicht aus einer Meinungsverschiedenheit entsteht, sondern daraus, zu welcher Kandidatur wir mehr gefunden haben. Ein Gleichstand ist dabei kein Sperrgrund — er behauptet keinen Rang.

Diese zweite Bedingung ist beschlossen, im ausgelieferten Stand aber noch nicht eingebaut. Wirksam ist heute allein die individuelle Schwelle aus dem Absatz darüber. Die Regel wurde am 3. August 2026 festgelegt — vor dem Versand der Fragebögen, weil jede Festlegung nach Kenntnis der Antworten zwangsläufig mit Blick auf das Ergebnis erfolgt. Sie enthält bewusst keine frei gewählte Zahl: Beide Bedingungen leiten ihre Werte aus dem jeweiligen Paar ab. Was Sie bis zum Einbau sehen, ist die Rangfolge nach individueller Schwelle; die Spannweite der Belegdichte wird im Ergebnis ausgewiesen, statt in einer glatten Rangliste zu verschwinden.

Reihenfolge

In welcher Reihenfolge die Thesen erscheinen

In den Pflegedateien stehen die Thesen nach Themenblöcken gruppiert, weil sie sich so bearbeiten lassen. Genau so ausgeliefert stünden reihenweise zwei gleiche Themen nebeneinander — wer nach der fünften Frage abbricht, hätte dann nur einen einzigen Themenblock beantwortet.

Von Hand sortieren wollten wir nicht: Jede bewusst gesetzte Reihenfolge ist eine Entscheidung, die man uns vorhalten kann — besonders bei der ersten Frage, die am meisten Leute sehen. Zufall hilft auch nicht, denn er ist nicht reproduzierbar, und auf „warum steht diese These auf Platz 1?“ ist „Zufall“ keine überprüfbare Antwort.

Deshalb wird die Reihenfolge aus der Adresse der Stadtseite berechnet und anschließend so entzerrt, dass keine zwei gleichen Themen nebeneinanderstehen. Sie ist damit reproduzierbar — jeder kann sie nachrechnen — und zugleich von niemandem gewählt. Nach dem Versand der Fragebögen ist sie eingefroren, weil die Anschreiben die Nummerierung tragen.

Was daraus nicht folgt: gleiche Chancen auf Platz 1

„Von niemandem gewählt“ ist richtig. „Jede These hat dieselbe Chance auf Platz 1“ wäre falsch — und deshalb steht es hier. Die Entzerrung sucht den Zielplatz von vorn, und ganz vorn ist die Bedingung am lockersten, weil es keinen linken Nachbarn zu prüfen gibt. Dadurch landen große Themenblöcke häufiger vorn.

Über je 2.000 Startwerte gemessen: In Hannover stellt der Block „Wohnen“ 19,2 Prozent der Thesen, steht aber in 36,4 Prozent der Fälle auf Platz 1; „Klima“ stellt 3,8 Prozent und landet in 0,2 Prozent der Fälle vorn. In Lehrte und Wunstorf ist der Effekt schwächer, in Garbsen kaum messbar, weil dort die Themenblöcke fast gleich groß sind. Der Effekt wächst also mit der Ungleichheit der Blockgrößen; eine Ein-Thesen-Kategorie steht praktisch nie vorn.

Das ist keine Bevorzugung eines Themas durch uns und kein Fehler des Verfahrens — aber es ist eine Eigenschaft, die man kennen muss, bevor man eine Aussage über die Reihenfolge trifft.

Fragebogen und Änderungen

Wann der Katalog geschlossen wird

Vor dem Versand

Sachliche Fehler, ungeeignete Mehrfachentscheidungen, Quellenlücken und uneinheitliche Einordnungen dürfen und müssen korrigiert werden. Eine Änderung wird aber nicht dadurch legitim, dass sie die Abdeckung oder das Ergebnis verbessert — sie muss aus dem Prüfraster, einer Primärquelle oder einem dokumentierten Fehler folgen. Und wenn eine These umformuliert wird, werden anschließend alle Positionen zu dieser These neu gegen den neuen Wortlaut geprüft. Das Unterlassen dieses Nachziehens hat uns einmal sieben überzeichnete Positionen eingebracht; seitdem ist die Reihenfolge fest: erst die These klären, dann die Quellen einordnen.

Mit dem Versand

Der versandte Katalog ist geschlossen: keine neuen und keine umformulierten berechneten Thesen mehr. Alle Kandidaturen erhalten dieselben Fragen, dieselbe Frist und dieselbe Korrekturmöglichkeit; erinnert wird genau einmal, an alle gleichzeitig und mit demselben Wortlaut. Wer mehrfach oder unterschiedlich oft nachfasst, bevorzugt faktisch einzelne Kandidaturen — auch daran hängt die Gleichbehandlung. Zusätzliche belegte Hintergrundquellen bleiben zulässig; sie ändern keine These.

Antworten werden laufend eingepflegt, auch Teilantworten. Was bis zum 6. September 2026 eingeht, pflegen wir in jedem Fall vor der Wahl ein; später Eingehendes nehmen wir weiterhin auf, können die Aufnahme bis zum 13. September 2026 aber nicht mehr zusichern und pflegen bis zur Stichwahl am 27. September 2026 weiter ein. Sachliche Korrekturen nehmen wir jederzeit auf, auch nach der Veröffentlichung.

Wer nicht antwortet, wird dafür nirgends ausgewiesen. Ein Nichtantworten ist kein Versäumnis, das wir festhalten — es bleibt schlicht beim Recherchestand.

Was trotzdem noch geändert werden darf — und was nicht

Eine Änderung nimmt eine These auf oder heraus, weil ein Thema im Wahlkampf Gewicht bekommt, weil eine Kandidatur es fordert oder weil es wichtig wirkt. Sie ist nach dem Versand ausgeschlossen.

Eine Korrektur stellt fest, dass eine These die hier veröffentlichten Kriterien verletzt: nicht kommunal entscheidbar, Prämisse faktisch falsch, Sache längst entschieden, in Wahrheit zwei Entscheidungen. Dann ist nicht das Streichen der Regelbruch, sondern das Stehenlassen. Jede solche Korrektur hängt an einem benannten Kriterium und wird mit Datum, Vorher- und Nachher-Fassung und Begründung auf der betroffenen Stadtseite protokolliert.

Streichen und Ergänzen sind dabei nicht gleichwertig, und deshalb gibt es die Ausnahme nur in eine Richtung: Wer eine gestrichene These schon beantwortet hat, verliert nur diese eine Antwort — alle übrigen zählen weiter, auf einer kleineren, für alle gleichen Grundlage. Eine nachträglich ergänzte gerechnete These träfe dagegen ausgerechnet die früh Antwortenden: Sie hätten einen Katalog beantwortet, den es dann nicht mehr gibt. Fehlt ein Thema, ist der Weg deshalb die nicht gerechnete Zusatzfrage.

Wenn im Wahlkampf etwas passiert

Der Regelfall ist: nichts tun. Medienaufmerksamkeit allein ist kein Aufnahmegrund. Geprüft wird der Reihe nach, ob die Sache kommunal entscheidbar ist, ob sie einen konkreten örtlichen Bezug hat und ob ihre Konfliktachse nicht ohnehin schon im Katalog steht. Erst danach entsteht ein Eintrag unter „Aktuelle Entwicklungen“ — sichtbar, mit Quelle, ohne Einfluss auf die Berechnung, nur Fakten, ohne Bezug auf einzelne Kandidaturen. Nur im Ausnahmefall kommt eine Zusatzfrage dazu: wortgleich an alle, gleiche Frist, Antworten getrennt ausgewiesen und außerhalb der Wertung.

Stand der Kataloge

Für Hannover, Garbsen, Wunstorf, Lehrte ist der Thesenkatalog seit dem 3. August 2026 geschlossen — an einem Tag, für alle gleich. Geändert wird seitdem nichts mehr — weder wegen politischer Ereignisse noch wegen eingegangener Antworten. Korrigiert wird nur, was ein veröffentlichtes Kriterium verletzt oder sachlich falsch ist, und jede Korrektur steht mit Datum im Änderungsprotokoll der betroffenen Stadt.

Durchsetzung

Was maschinell geprüft wird — und was nicht

Erfahrung aus diesem Projekt: Regeln, die als Test existieren, sind nie gedriftet. Regeln, die nur als Prosa existierten, haben widersprüchliche Stände erzeugt. Deshalb ist jede Regel, die sich maschinell prüfen lässt, als Test verdrahtet. Die Prüfungen laufen bei jedem Bauen der Seite; schlägt eine fehl, entsteht keine neue Fassung.

Diese Tests prüfen keine inhaltliche Richtigkeit. Ob ein Zitat die These wirklich trägt, ob ein Gegenpol tatsächlich vertretbar ist und ob zwei Thesen dieselbe Entscheidung messen, bleibt in jedem Fall ein menschliches Urteil. Was die Tests erzwingen, ist, dass jemand eine Entscheidung getroffen und begründet hat — und dass sie nicht später stillschweigend verschwindet.

Daten und Belegkette

Jede Position und jeder Hinweis braucht eine Quelle, jede Amtshandlung eine Zurechnungsbegründung, jede gerechnete Mittelposition eine strukturierte Begründung. Dazu der Deckel auf das eigene Fachgebiet, beide Pole jeder Konfliktachse und die Regel, dass keine Achse doppelt zählt.

Rechenlogik

Die Auflösung der Erkenntnisebenen, die Punktvergabe, die Rangschwelle und die Substanzschwelle für eigene Seiten sind einzeln geprüft — samt der Fälle, in denen eine Nichtangabe den Rückgriff auf die Partei sperrt.

Öffentliche Texte

Die verbindlichen Vertrauens- und Datenschutzangaben müssen auf den Seiten stehen, einmal verworfene Formulierungen dürfen nicht zurückkommen, jeder Abschnitt der Kriterienfassung ist ausdrücklich als öffentlich oder intern entschieden, und Bestandszahlen müssen aus den Daten abgeleitet sein statt getippt.

Erzeugte Dokumente

Quellen- und Themenzuordnung, Quellenregister, Trennschärfebericht und die Fragebogendokumente werden aus dem Datenbestand erzeugt; weicht eine eingecheckte Datei vom erzeugbaren Stand ab, schlägt der Lauf fehl.

Vier Dokumente werden aus demselben Datenbestand erzeugt, aus dem auch die Seite rechnet: die Quellen- und Themenzuordnung, das Quellenregister mit dem Lesestand je Quelle, ein Bericht zur Trennschärfe der Thesen und die Fragebogendokumente. Ein weiterer Wächter meldet, wenn eine verwendete Quelle im Netz verschwindet oder sich deutlich ändert; er ändert selbst nie Inhalte. Dass die Fragebögen generiert werden, hat einen konkreten Anlass: Die erste, von Hand geschriebene Fassung wich vom Werkzeug ab — ein Katalog, der den Kandidaturen etwas anderes vorlegt als den Nutzerinnen und Nutzern, ist keine Formalie, sondern eine gebrochene Zusage.

Ihre Antworten

Was mit Ihren Antworten passiert

Ihre Antworten und Ihr Ergebnis werden ausschließlich in Ihrem Browser verarbeitet. Die gesamte Berechnung läuft dort; es gibt keine Übertragung Ihrer Antworten an uns, kein Konto und keine Anmeldung.

Damit ein versehentliches Neuladen den Fortschritt nicht löscht, liegt der Zwischenstand im Sitzungsspeicher Ihres Browsers (sessionStorage). Das ist kein Cookie, er wird nicht mitgesendet, gilt nur für diesen einen Tab und ist mit dem Schließen des Tabs weg. Wer den Check zurücksetzt, löscht ihn sofort.

Der Wahl-Check setzt keine Cookies, lädt kein Analyse-JavaScript und bindet keine externen Tracker ein. Die Website läuft auf einem von uns betriebenen Server in Deutschland. Eine datensparsame Reichweitenmessung erfolgt serverseitig anhand der Zugriffsprotokolle; sie verwendet weder Ihre Antworten noch eine dauerhafte Nutzerkennung, und Do Not Track sowie Global Privacy Control werden bereits beim Protokollieren berücksichtigt. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Der Wahl-Check ist werbefrei: keine Anzeigen, keine gesponserten Inhalte, keine bezahlten Platzierungen.

Bei Recherche, Aufbereitung und Programmierung setzen wir KI-Werkzeuge ein. Jede These, jede verwendete Position und jede Begründung wird vor der Veröffentlichung von einem Menschen anhand der Originalquelle geprüft. Veröffentlicht wird nur, was diese Prüfung durchlaufen hat.

Die redaktionelle Verantwortung liegt bei Peter Neubert, Initiator des Projekts und Geschäftsführer der Einfach Digital GmbH. Er ist kein Mitglied einer politischen Partei. Der Wahl-Check wurde weder von einer Stadt, Partei oder Kandidatur beauftragt noch von ihnen finanziert; keine dieser Stellen kontrolliert die Redaktion. Er ist kein amtliches Angebot und ersetzt keines.

Im Wortlaut

Das Regelwerk, wie es intern gilt

Alles oben ist die Lesefassung. Hier steht die Fassung, nach der tatsächlich gearbeitet wird — nicht abgetippt, sondern aus derselben Datei gerendert, damit beide nicht auseinanderlaufen können. Zurückgehalten sind nur zwei Abschnitte, die Arbeitsstände beschreiben statt geltender Regeln; dass sie zurückgehalten werden, ist im Dokument selbst mit Grund vermerkt und wird von einem Test erzwungen.

Die vollständige KriterienfassungDas Regelwerk hinter den Thesen — was eine These erfüllen muss, was eine Quelle belegen muss und wann veröffentlicht wird. Ungekürzt, im Wortlaut unserer internen Fassung.

Für Hannover, Garbsen, Wunstorf, Lehrte ist der Thesenkatalog seit dem 3. August 2026 geschlossen — an einem Tag, für alle gleich. Geändert wird seitdem nichts mehr — weder wegen politischer Ereignisse noch wegen eingegangener Antworten. Korrigiert wird nur, was ein veröffentlichtes Kriterium verletzt oder sachlich falsch ist, und jede Korrektur steht mit Datum im Änderungsprotokoll der betroffenen Stadt.

0. Zweck und ehrliche Vorbemerkung

Der Wahl-Check dient der politischen Information und dem Vergleich kommunalpolitischer Positionen. Er ist keine Wahlempfehlung.

Es gibt keinen objektiv richtigen Thesensatz. Welche Fragen gestellt werden und wie sie formuliert sind, beeinflusst das Ergebnis einer Wahlhilfe — das ist untersucht und unbestritten. Daraus folgt nicht, dass jede Auswahl gleich gut ist. Was geht: ein festes Prüfraster statt Bauchgefühl, Obergrenzen gegen den eigenen blinden Fleck, ein dokumentierter Prüfstand vor dem Versand und der offene Hinweis darauf auf der Seite selbst. Wer Neutralität behauptet, verliert die Debatte beim ersten Gegenbeispiel; wer das Verfahren offenlegt, hat auf jeden Einwand eine prüfbare Antwort.

Zwei Eigenschaften der aktuellen Ausgabe gehören dazu und werden nicht kleingeredet: Der Katalog spiegelt überwiegend die Agenda der Kandidaturen — Streitfragen, zu denen alle schweigen, fehlen systematisch. Und die Recherchebasis ist zwischen den Kandidaturen ungleich. Beides ist in der Chronik belegt und bestimmt die Veröffentlichungsregel in Abschnitt 5.


1. Acht Kriterien je These

Jede These muss alle acht bestehen. Wer eine nicht sicher mit Ja beantworten kann, formuliert um oder streicht.

#KriteriumWas geprüft wirdPrüfart
1Zuständigkeit und LokalbezugRat oder Verwaltungsspitze können die konkrete Entscheidung rechtlich oder praktisch beeinflussen — und die These betrifft eine reale Entscheidung oder Konfliktachse dieser Stadt, nicht eine allgemeine Zielvorstellung. Appelle an Bund, Land, Polizei, Justiz oder Kassen genügen nicht.Pflichturteil, beide Hälften getrennt
2Relevanz und HaltbarkeitDie Entscheidung steht in der kommenden Wahlperiode praktisch an. Kein Rückblick, kein abschließend Erledigtes, kein Fernziel ohne nächsten Handlungsschritt, nichts, was bis zur Wahl absehbar gegenstandslos wird.Pflichturteil
3Genau eine EntscheidungNur eine unabhängig beantwortbare Entscheidung.Hinweis (Konjunktionen) + Pflichturteil
4Klare AntwortbedeutungDie These beschreibt eine konkrete Veränderung oder eine bewusste Beibehaltung des Status quo. Zustimmung, Neutral und Ablehnung bedeuten jeweils etwas Praktisches.Pflichturteil
5Neutral, symmetrisch, verständlichKeine Antwortseite wird sprachlich bevorzugt; die These ist ohne Auslegung verstehbar.Hinweis (Linter) + Pflichturteil
6Echter KonfliktZustimmung und Ablehnung sind beide ernsthaft vertretbare kommunalpolitische Positionen.derzeit Pflichturteil; nach Umsetzung über conflictAxis erzwungen
7Belegter, ausgewogener HintergrundZahlen, Beschlüsse, Zuständigkeiten und Sachstände sind mit Quelle belegt.teilweise erzwungen (Wächter für Geld-, Maß- und Prozentangaben) + Pflichturteil für den übrigen Hintergrund
8Keine doppelte KonfliktachseDieselbe Grundentscheidung bringt innerhalb einer Stadt nicht mehrfach Punkte.derzeit Pflichturteil; nach Umsetzung über conflictAxis erzwungen

Prüftests zu den vier auslegungsbedürftigen Kriterien

Zu 3 — der Preis gehört in die These, die Folge in den Hintergrund. Prüftest: Kann man einem Bestandteil zustimmen und einem anderen unabhängig davon widersprechen? Wenn ja, sind es zwei Entscheidungen und die These wird geteilt oder gestrichen. Wenn nein, ist es eine Entscheidung mit benanntem Preis.

Ein Preis oder Gegenpol, der den politischen Konflikt erst erzeugt, ist Bestandteil der These und muss dort stehen. Folgen, die die Entscheidung nicht verändern, gehören in den Hintergrundtext. Eine Abwägung in der These wird neutral und symmetrisch formuliert — nicht so, dass nur eine Antwortseite einen Preis trägt.

Warum das so scharf steht: Am 28.07.2026 wurden 42 Thesen neu gefasst und dabei systematisch die Abwägungsklausel entfernt („Vorrang vor anderen Verkehrsinvestitionen" → „soll umgesetzt werden"). Jede Änderung war für sich unter Kriterium 3 vertretbar; in der Summe haben sie Kriterium 6 vernichtet. Kriterium 3 ist das intuitivere und frisst Kriterium 6, wenn man es lässt.

Zu 5 — was die Formulierung nicht enthalten darf. Wertwörter und Suggestionen („modern", „richtig", „endlich", „oberste Priorität", unbestimmtes „deutlich", „verschwenderisch"); mitgelieferte Begründungen („…, um Arbeitsplätze zu sichern"); versteckte umstrittene Annahmen; Namen von Kandidaturen, Parteien oder Fraktionen; Vorteile nur auf einer und Nachteile nur auf der anderen Seite. Dazu: ein kurzer Aussagesatz, kein ungeklärter Fachbegriff, keine komplizierte Negation, keine Bedingungskette, nur die für die Entscheidung nötigen Zahlen. Keine starre Wortgrenze — aber wenn die Bedeutung erst durch einen langen Satz entsteht, ist die Entscheidung noch nicht sauber abgegrenzt. Fachbegriffe und Sachinformationen gehören in den Hintergrund.

Zu 6 — das Pflichtfeld conflictAxis. Je These wird die Konfliktachse als zwei Pole festgehalten, und zwar so:

Beide Pole müssen als Sätze formuliert sein, die eine reale Kandidatur dieser Stadt öffentlich vertreten könnte, ohne sich lächerlich zu machen.

Diese Wortlautanforderung ist der eigentliche Test, und sie hat zwei Hälften: Der Gegenpol muss politisch kohärent, rechtlich zulässig und mit einer konkreten kommunalen Begründung vertretbar sein — und er muss sich einer realen Kandidatur dieser Stadt zuordnen lassen. Die zweite Hälfte ist der Wirklichkeitsanker: Eine Begründung lässt sich für fast jede Position konstruieren, ein öffentlich vertretbarer Satz nicht.

Ein Themengegensatz genügt nicht. Gegenprobe an einer tatsächlich gestrichenen These: verwaltungstempo („Schnellere Verwaltungsverfahren müssen oberste Priorität sein") ergibt als zweiten Pol „Verwaltungsverfahren dürfen ruhig langsam bleiben" — dafür gibt es keine kohärente kommunale Begründung, und im Katalog fand sich zu dieser These ausschließlich Zustimmung. Sie wurde gestrichen.

Umgekehrt ist ein Gegenpol nicht schon deshalb untauglich, weil er unpopulär klingt: „Die Stadt schafft keine zusätzlichen Kita-Plätze" ist mit sinkenden Kinderzahlen, fehlendem Personal oder alternativen Betreuungsformen sehr wohl kohärent begründbar — eine solche These trägt. Gelingt dagegen kein begründbarer Gegenpol, wird umformuliert oder gestrichen.

Zu 7 — was der Wächter leistet und was nicht. Automatisch erzwungen ist die Quellenpflicht für Geld-, Maß- und Prozentangaben (Regex in wahlcheck-daten.spec.ts). Beschlussstände, Zuständigkeitsaussagen, Planungsstände und Hintergründe ohne solche Zahl sind damit nicht abgedeckt; dort gilt die Belegpflicht als redaktionelles Pflichturteil, nicht als maschineller Nachweis. Der öffentliche Methodiktext darf deshalb nicht mehr zusagen, als der Wächter deckt.

Ausdrücklich nicht vorausgesetzt ist, dass bereits unterschiedliche Kandidatur- oder Programmpositionen gefunden wurden. Ob eine These tatsächlich trennt, zeigt sich zuverlässig erst mit den Fragebogenantworten; der Recherchestand ist dafür kein Maßstab (siehe Selbstbindung 3).

Zu 8 — Redundanz. Ähnliche Themen sind zulässig, wenn sie tatsächlich unterschiedliche Entscheidungen messen. Zwei Formulierungen derselben Grundhaltung sind redundant. Prüfgrundlage ist conflictAxis, nicht das Themenetikett — dieselbe Achse verteilt sich regelmäßig über mehrere Etiketten.


2. Drei Selbstbindungen über den ganzen Katalog

  1. Digital-Deckel. „Digitales & Verwaltung" höchstens vier Thesen und höchstens 18 Prozent des Stadtkatalogs. Erzwungen von wahlcheck-daten.spec.ts. Für andere Themenblöcke gilt keine Obergrenze, sondern eine Begründungspflicht ab 20 Prozent: öffentlich auf der Seite, mit Beleg, dass der Block die beherrschende Konfliktlinie des Ortes abbildet. Der Deckel steht nur beim Digitalblock, weil das der einzige Block ist, an dem der Herausgeber ein Eigeninteresse hat.
  2. Auswählen, nicht auffüllen. Eine These wird nicht erfunden, um einen Themenblock zu vergrößern, eine Quote zu erfüllen oder eine Zielzahl zu erreichen. Es gibt keine Sollzahl an Thesen je Stadt: so viele wie nötig, so wenige wie möglich. Ein dokumentierter Themenkern, der in jedem Check vorkommen soll, ist zulässig — dann aber ausdrücklich als redaktionelle Setzung ausgewiesen und in allen vier Städten gleich.
  3. Messen ja, steuern nein. Abdeckung, Trennschärfe und Rankingstand werden gemessen und berichtet — sie sind niemals Eingabe in die Thesenredaktion. Keine These wird aufgenommen, verändert oder gestrichen, um eine Kandidatur über die Rankingschwelle zu bringen, ihren Prozentwert zu verändern, die vorhandene Recherche besser aussehen zu lassen oder eine gewünschte Zahl trennender Thesen zu erreichen. Wo die Messung ein Problem zeigt, ist die Antwort die Veröffentlichungsregel (Abschnitt 5) oder mehr Recherche — nicht ein anderer Fragenkatalog.

3. Sechs Codierregeln

Die vier Erkenntnisebenen sind im Typ Candidate definiert und von Tests erzwungen:

EbeneBedeutungBerechnung
positionsPersönliche Quelle beantwortet die vollständige These.volle Wertung
partyPositionsEindeutig zurechenbares Parteiprogramm beantwortet die vollständige These; persönlich noch nicht bestätigt.vorläufige volle Wertung
researchTendenciesQuelle trägt eine klare politische Richtung, lässt aber einen entscheidenden Bestandteil der exakten These offen.nie
sourceNotesQuelle ist thematisch einschlägig, erlaubt aber keine sichere Richtung zur These.nie

Die Auflösungsreihenfolge steht in resolveCandidatePosition. Inhaltlich gilt:

  1. Persönliche Position schlägt Parteiposition. Eine Fragebogenantwort schlägt beide. Eine ausdrückliche Nichtangabe (stance: "offen") blockiert den Parteifallback; ein bloßer Quellenhinweis blockiert ihn nicht. Parteikontext bleibt getrennt sichtbar.
  2. Keine Position aus Parteizugehörigkeit ableiten. Kein Eintrag ohne überprüfbare Quelle. Ein Parteiprogramm zählt persönlich nur bei dokumentierter Übernahme, sonst ausschließlich als vorläufige Parteiposition. Handeln im Amt zählt nur mit dokumentierter Zurechnungsbegründung; vergangenes Handeln belegt weder ein „weiter" noch eine Ausweitung.
  3. Jeder entscheidungstragende Zusatz muss belegt sein. Das gilt für „Vorrang", „alle", „statt", „mit eigenen Zuschüssen", „auch wenn die Kosten steigen" und jede vergleichbare Klausel. Trägt die Quelle nur das Ziel, nicht den in der These genannten Preis oder Gegenpol, wird sie nicht gerechnet. Auch die Alternativform „eher A als B" verlangt einen ausdrücklichen Beleg für den relativen Vorzug — Unterstützung von A allein beweist keinen Vorrang gegenüber B, und Unterstützung von A ist keine Ablehnung von B.
  4. Eine fehlende Festlegung ist weder Zustimmung noch Neutralität. stance: 0 verlangt einen Beleg für die Mitte selbst — ausdrückliche Gleichrangigkeit, bedingte Zustimmung, Enthaltung oder Zustimmung zum Ziel bei Ablehnung des Mittels — und trägt eine strukturierte codingBasis (im Typ erzwungen). Aus einer unklaren Quelle entsteht nie eine 0.
  5. Unklare Quellen bleiben sichtbar, werden aber nicht gerechnet. Sie werden als sourceNotes mit nonConsiderationReason geführt. Dazu die Zitierregel: Ein Zitat wird nie vor einem Nebensatz beendet, der die Aussage einschränkt oder umkehrt, und jedes Zitat muss unter der angegebenen Adresse auffindbar sein. Beide Regeln stammen aus konkreten Fehlern; die Fälle stehen in der Chronik.
  6. Eine klare politische Tendenz ist eine eigene, nie berechnete Erkenntnisebene. Sie ist nur zulässig, wenn das konkrete politische Ziel und die Richtung aus der vollständig gelesenen Quelle eindeutig folgen, keine gegenteilige Aussage vorliegt und ein entscheidender Bestandteil der exakten These offenbleibt. Dieser fehlende Bestandteil wird als exactThesisGap, die Richtungsableitung als codingRationale dokumentiert. Eine Tendenz ist nur zulässig, wenn für dasselbe Paar aus Kandidatur und These weder persönliche Position noch Parteiposition noch sourceNote existiert. Ihre tragenden Quellen müssen im Quellenregister vollständig erfasst und gegen den gesamten Thesenkatalog ausgewertet sein. Sie beeinflusst weder Prozentwert noch Rangfolge, Ergebnisbalken, Messbarkeit oder Substanzschwelle einer Detailseite. Trifft eine Selbstauskunft ein, wird die Tendenz redaktionell entfernt; sie darf nicht neben der Antwort fortbestehen.

Bewusst unbelegte Thesen. Eine These ohne jede gerechnete Position ist kein Fehler, sondern entweder eine offene Recherchelücke oder eine bewusste Fragebogen-These. Die bewusste Freigabe wird als questionnaireOnlyReason gespeichert und ist damit prüfbar; kein Kennzeichen bedeutet „noch offen". Sobald eine solche These eine gerechnete Position erhält, wird das Kennzeichen entfernt. Zur Versandfreigabe darf keine These mehr ohne Entscheidung sein. Das Feld existiert noch nicht — bis zu seiner Umsetzung (Abschnitt 8) ist diese Entscheidung ein redaktionelles Pflichturteil ohne maschinelle Absicherung.


4. Zwei Ausschlussgrenzen

Unabhängig von allen Kriterien wird eine These nicht verwendet, wenn sie

  1. gruppenabwertend oder entwürdigend formuliert ist oder die Missachtung verbindlicher Grundrechte zur Abstimmung stellt, oder
  2. auf einer nachweislich falschen Tatsachengrundlage beruht.

Politische Entscheidungen innerhalb des geltenden rechtlichen Handlungsspielraums dürfen selbstverständlich kontrovers abgefragt werden.


5. Zwei Gates

Versandgate. Der Fragebogen geht erst raus, wenn Fragen, Kandidatenfeld, Kontaktdaten und Quellenprüfung freigegeben sind, keine These ohne Entscheidung nach Abschnitt 3 mehr offen ist und Peter manuell freigibt. Version, Versandtag, Antwortfrist und Änderungsstichtag gelten für alle Kandidaturen wortgleich.

Vergleichsgate. Prozentwerte werden nur dann gemeinsam sortiert dargestellt, wenn mindestens zwei Kandidaturen die individuelle Rankingschwelle erreichen und jedes gemeinsam dargestellte Paar beide folgenden Bedingungen erfüllt. Andernfalls zeigt die Stadt belegte Positionen ohne sortierte Rangfolge.

Die individuelle Schwelle rechnet minScoredForRanking (ein Drittel der messbaren Thesen, mindestens drei). Sie bleibt unverändert; die beiden folgenden Bedingungen kommen zusätzlich hinzu und gelten je Paar.

Bedingung 1 — gemeinsame Mindestbasis. Ein Paar wird nur sortiert dargestellt, wenn es

mindestens max(3, aufgerundet(größere der beiden Wertungsgrundlagen / 2))

gemeinsam gewertete Thesen teilt. Damit beruht mindestens die Hälfte beider Prozentwerte auf denselben Fragen. Die Schwelle bezieht sich ausdrücklich auf die beiden Kandidaturen des Paars, nicht auf die stadtweite Menge messbarer Thesen: Eine dritte Kandidatur darf die Hürde für A und B nicht anheben, obwohl sich an deren Daten nichts geändert hat.

Bedingung 2 — die Reihenfolge muss auf der gemeinsamen Basis tragen. Zusätzlich wird für das Paar ein Vergleichswert allein aus den gemeinsam gewerteten Thesen gerechnet. Zeigt dieser in eine andere Richtung als die angezeigten Prozentwerte — oder zeigt er Gleichstand, während die angezeigten Werte auseinanderliegen —, wird nicht sortiert. Denn dann entsteht der sichtbare Abstand nicht aus einer Meinungsverschiedenheit, sondern allein daraus, zu welcher Kandidatur wir mehr gefunden haben.

Ein Gleichstand ist kein Sperrgrund: Wenn beide Werte gleich sind, wird kein Rang behauptet, und die Darstellung ist ehrlich.

Reichweite. Scheitert auch nur ein Paar unter den individuell belastbaren Kandidaturen, entfällt die Sortierung der ganzen Stadt. Eine teilweise Rangfolge müsste erklären, warum genau eine Kandidatur außen vor steht — und träfe systematisch die mit der dünnsten Recherchebasis. Die Einzelwerte bleiben mit ihrer Belegdichte sichtbar, in einer aus dem Stadt-Slug abgeleiteten Reihenfolge (dasselbe Verfahren wie bei den Thesen, siehe lib/wahlcheckReihenfolge.ts).

Warum diese Regel keine Kalibrierung braucht. Beide Bedingungen leiten ihre Werte aus dem jeweiligen Paar ab; es gibt keine frei gewählte Zahl. Genau das ist der Punkt: Eine Schwelle, die niemand wählt, kann auch niemand mit Blick auf das Ergebnis wählen. Die Regel wurde am 03.08.2026 vor dem Fragebogenversand festgelegt und wird danach nicht mehr angefasst — weder wegen eingegangener Antworten noch wegen unerwünschter Ergebnisse.

Die Messung vom 28.07.2026 steht in der Chronik, Abschnitt E. Ihr Kernbefund: Im reinen Recherchestand erreichte kein Kandidaturenpaar eine tragfähige gemeinsame Basis. Das Gate ist deshalb keine Notbremse, sondern eine Selbstbindung, die sich von selbst löst — sobald die Kandidaturen denselben Fragebogen beantworten, entsteht die gemeinsame Grundlage automatisch.

Daraus folgt die Reihenfolge, aber keine Entwertung: Die Kriterien- und Thesenprüfung ist der nächste Schritt und Vorbedingung des Versands — die Fragen sind nicht final und bekannte Verstöße sind offen. Sie kann die fehlende gemeinsame Vergleichsbasis aber nicht herstellen; das kann nur der anschließende Fragebogenversand. Keine der beiden Aufgaben ersetzt die andere, und keine weitere Thesenrunde behebt, was die Messung zeigt.


6. Versand- und Änderungsregel

Vor dem Versand dürfen und müssen sachliche Fehler, ungeeignete Mehrfachentscheidungen, Quellenlücken, Kandidatenfeldfehler und uneinheitliche Codierungen korrigiert werden. Eine Änderung wird nicht dadurch legitim, dass sie Abdeckung oder Ergebnis verbessert — sie muss aus dem Prüfraster, einer Primärquelle oder einem dokumentierten Feldfehler folgen (Selbstbindung 3).

Wird eine These umformuliert, werden anschließend alle Positionen zu dieser These neu gegen den neuen Wortlaut geprüft. Zuerst die These klären, dann die Quelle codieren — nie eine unter dem alten Wortlaut korrekt nicht gewertete Quelle nachträglich großzügiger lesen. Das Unterlassen dieses Nachziehens hat am 27.07.2026 sieben überzeichnete Positionen erzeugt.

Mit dem Versand ist genau der versandte Katalog geschlossen. Danach keine neuen, gestrichenen oder umformulierten berechneten Thesen. Sachliche Fehlerkorrekturen werden mit Datum, Vorher-/Nachher-Fassung und Begründung öffentlich protokolliert. Ergänzungen belegter Hintergrundquellen bleiben zulässig — das ändert keine These.

Änderung gegen Korrektur — die Trennlinie, an der im Ernstfall entschieden wird. Eine Änderung nimmt eine These auf oder heraus, weil ein Thema im Wahlkampf Gewicht bekommt, weil eine Kandidatur es fordert oder weil es wichtig wirkt. Sie ist nach dem Versand ausgeschlossen. Eine Korrektur stellt fest, dass eine These die hier veröffentlichten Kriterien verletzt — nicht kommunal entscheidbar (K1), Prämisse faktisch falsch, Sache längst entschieden (K2), in Wahrheit zwei Entscheidungen (K3). Dann ist nicht das Streichen der Regelbruch, sondern das Stehenlassen.

Der Unterschied schützt vor Druck von außen: Über „mein Thema ist wichtig" lässt sich beliebig lange streiten, über „diese These verletzt Kriterium 1" nicht. Deshalb wird die Ausnahme nicht angeboten, sondern nur angewandt, wenn sie an einem benannten Kriterium hängt.

Streichen und Ergänzen sind dabei nicht gleichwertig. Wer eine gestrichene These schon beantwortet hat, verliert nur diese eine Antwort; alle übrigen stehen weiter, und die Prozentwerte werden auf einer kleineren, für alle gleichen Basis gerechnet. Eine nachträglich ergänzte gerechnete These trifft dagegen ausgerechnet die früh Antwortenden: Sie haben einen Katalog beantwortet, den es dann nicht mehr gibt, und auf der neuen These entsteht bei ihnen die Lücke. Fehlt ein Thema, ist der Weg deshalb die nicht gerechnete Zusatzfrage nach Abschnitt 7 — nicht die Katalogerweiterung.


7. Ereignisse im Wahlkampf

Der Regelfall ist nichts tun; Medienaufmerksamkeit allein ist kein Aufnahmegrund. Die Prüfung läuft in dieser Reihenfolge:

  1. Kommunal entscheidbar? Wenn nein: nichts tun.
  2. Konkreter lokaler Bezug (Beschluss, Vorhaben, Vorfall am Ort)? Wenn nein: nichts tun.
  3. Konfliktachse schon im Katalog? Wenn ja: nichts tun.
  4. Erst dann: Eintrag in entwicklungen — sichtbar, mit Quelle, ohne Einfluss auf die Berechnung; nur Fakten, keine Bewertung, kein Bezug auf einzelne Kandidaturen.
  5. Nur im Ausnahmefall eine Zusatzfrage: wortgleich an alle, gleiche Frist, Antworten separat ausgewiesen und außerhalb des Scores.

Der Lauf pnpm wahlcheck:check meldet Quellenänderungen und ändert nie selbst Inhalte.


8. Durchsetzung

Erfahrungswert aus diesem Projekt: Regeln, die als Test existieren, sind nie gedriftet; Regeln, die nur als Prosa existierten, haben elf Widerspruchscluster erzeugt. Deshalb gehört zu jeder Regel oben eine Prüfart.

Bereits erzwungen: Kriterium 7 im Umfang von Geld-, Maß- und Prozentangaben, Digital-Deckel, Pflichtfelder attributionBasis und codingBasis, Quellenebenen-Typen, Deckungsgleichheit von Mapping und Fragebogendokumenten mit dem Datenstand sowie die Form- und Quellenregisterregeln für researchTendencies.

Dazu seit dem Abschluss der vier Stadtdurchläufe — dieser Absatz stand hier bis zum 03.08.2026 fälschlich unter „noch zu bauen":

  • conflictAxis-Wächter — jede These trägt beide Pole mit belastbarer Länge (Kriterium 6), und keine zwei Thesen einer Stadt tragen dieselbe Achse (Kriterium 8). Die Dublettenprüfung vergleicht nur den Wortlaut: Sie fängt den Kopierfehler, nicht die Denkdublette. Insoweit bleibt Kriterium 8 Pflichturteil.
  • questionnaire-only-Wächter — jede These ohne gerechnete Position trägt entweder eine begründete Freigabe oder fällt auf. Er wirkt in beide Richtungen: Das Kennzeichen muss auch wieder verschwinden, sobald eine Position gerechnet wird.

Noch zu bauen — ein Mechanismus:

  1. Formulierungs-Linter — Wertwörter, auffällige Satzlänge, Eigennamen, mögliche Doppelthesen (Kriterien 3 und 5). Bis dahin sind beide Kriterien vollständig Pflichturteil.

Alles Übrige in diesem Papier bleibt Pflichturteil — insbesondere die Frage, ob ein Gegenpol tatsächlich vertretbar ist (Kriterium 6) und ob zwei verschieden formulierte Thesen dieselbe Entscheidung messen (Kriterium 8). Erzwungen ist die Form, beurteilt wird von Menschen.

Warum dieser Absatz überhaupt falsch stehen konnte: Die beiden Wächter entstanden in den Stadtdurchläufen, dieses Papier wurde dabei nicht mitgezogen. Genau die Drift, gegen die Abschnitt 9 die gemeinsame Quelle fordert — und sie fiel erst auf, als der Abschnitt öffentlich neben einer Lesefassung stand, die „erzwungen" sagte, wo hier „noch zu bauen" stand. Gefunden am 03.08.2026 in einer externen Modellprüfung der Methodikseite.

Der Linter entscheidet nichts. Jeder Treffer wird entweder behoben oder ausdrücklich begründet freigegeben; eine unbearbeitete Trefferliste ist kein bestandener Lauf. Zuständigkeit, echte Einzelentscheidung, Symmetrie und Konfliktqualität bleiben menschliche Pflichturteile — diese semantischen Fragen zu automatisieren erzeugt mehr Komplexität als Sicherheit.


10. Änderungsprotokoll

  • Fassung 1.2 — 03.08.2026, vor dem Fragebogenversand: Zwei Ergänzungen. (a) Das Vergleichsgate in Abschnitt 5 ist ausformuliert: gemeinsame Mindestbasis je Paar, Prüfung der Reihenfolge auf der gemeinsamen Basis, Reichweite über die ganze Stadt, Ersatzreihenfolge aus dem Stadt-Slug. Vorher stand dort nur „eine ausreichende Zahl gemeinsam bewerteter Thesen" und die Absicht, die Zahl per Simulation festzulegen. Die jetzige Fassung braucht keine gewählte Zahl — beide Bedingungen leiten ihre Werte aus dem Paar ab. (b) Abschnitt 6 unterscheidet ausdrücklich zwischen Änderung und Korrektur und benennt, warum Streichen und Ergänzen nach dem Versand nicht gleichwertig sind. Anlass für beides: Der berechnete Katalog wurde am selben Tag mit dem Redaktionsschluss geschlossen; ab hier muss ohne Auslegungsspielraum feststehen, was noch geändert werden darf und was nicht.
  • Fassung 1.1 — 02.08.2026: Die Erkenntnisebene researchTendencies ergänzt. Anlass war die bisherige Vermischung zweier verschiedener Befunde in sourceNotes: eine eindeutig erkennbare politische Richtung mit Lücke zur exakten These und ein bloß thematisch verwandter Quellenfund ohne sichere Richtung. Die Trennung macht den Erkenntnisstand sichtbar, ohne aus unvollständigen Quellen Punkte, Rangplätze oder neue Detailseiten abzuleiten.
  • Fassung 1.0 — 28.07.2026: Normativer Kern für Thesenauswahl, Codierung, Gates und Versandregel erstmals als alleinige Regelquelle zusammengeführt.

Zu den Checks

Diese Regeln gelten in allen Checks gleich. Die Zahlen, die Quellen und der Recherchestand unterscheiden sich je Stadt.

Hinweise, Korrekturen und Rückfragen von Kandidaturen, Parteien und Redaktionen: wahlcheck@einfach-digital.de. Belegte Korrekturen übernehmen wir zügig. Ein Überblick über die Kommunalwahl in der gesamten Region steht auf der Übersichtsseite zur Region Hannover.