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KI-Kennzeichnungspflicht: Was seit August 2026 gilt

Veröffentlicht: Stand: 10 Min.Peter Neubert

Muss KI gekennzeichnet werden? Die kurze Antwort

Es gibt keine allgemeine Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte. Wer jeden mit KI entstandenen Text und jedes generierte Bild mit einem Hinweis versieht, tut mehr als verlangt – und wer gar nichts kennzeichnet, riskiert in vier klar umrissenen Fällen ein Bußgeld.

Artikel 50 gilt seit dem 2. August 2026. Die Leitlinien der EU-Kommission vom 20. Juli 2026 erläutern die Anwendung; der freiwillige Verhaltenskodex wurde am 10. Juni 2026 veröffentlicht. Beides hilft bei der Umsetzung, ersetzt aber weder die Verordnung noch die Prüfung des eigenen Falls. Die Leitlinien binden Gerichte nicht.

Den größeren Zusammenhang – Fristen, Rollen, Verbote, Aufsicht – finden Sie im Überblicksbeitrag KI-Verordnung: Was seit August 2026 für Sie gilt. Dieser Beitrag geht nur auf die Kennzeichnung ein.

Welche Frist gilt jetzt?

Für Chatbot-Hinweise und die Offenlegung von Deepfakes oder öffentlich relevanten Texten gibt es keinen allgemeinen Aufschub bis Dezember. Die Sonderfrist in Artikel 111 Absatz 4 betrifft ausschließlich Anbieter generativer Systeme, die vor dem 2. August 2026 in Verkehr gebracht wurden: Sie müssen die technische Markierung nach Artikel 50 Absatz 2 bis zum 2. Dezember 2026 umsetzen. Die übrigen Transparenzpflichten gelten bereits.

Ältere Inhalte müssen nicht nachträglich gekennzeichnet werden. Laut den Fragen und Antworten der EU-Kommission zu Artikel 50 gilt das für Inhalte, die vor dem 2. August 2026 erzeugt wurden. Maßgeblich ist danach der Zeitpunkt der Erzeugung, nicht der Veröffentlichung. Die Kommission empfiehlt eine Kennzeichnung trotzdem, wo sie möglich ist. Halten Sie fest, wann ein Bild entstanden ist, etwa über das Dateidatum oder eine Versionsverwaltung. Dann lässt sich das später belegen.

Die vier Pflichten des Artikels 50

Artikel 50 wird oft auf den Satz verkürzt, alles mit KI müsse gekennzeichnet werden. Das ist falsch. Entscheidend sind drei Fragen: Um welche Art von Inhalt oder System geht es? Welche Rolle haben Sie – Anbieter oder Betreiber? Und greift eine der Ausnahmen?

Absatz 1 · Interaktion mit Menschen

Pflicht
Wer mit einem KI-System spricht oder schreibt, muss erkennen können, dass kein Mensch antwortet – und zwar zu Beginn der Interaktion.
Wen trifft sie?
Anbieter gestaltet das System entsprechend. Betreiber prüft, ob der Hinweis in der eigenen Einbindung sichtbar bleibt.
Ausnahme
Wenn die KI-Interaktion für eine angemessen informierte und aufmerksame Person im konkreten Kontext offensichtlich ist; daneben bestehen eng begrenzte gesetzliche Sonderfälle.

Absatz 2 · Maschinenlesbare Markierung

Pflicht
Anbieter generativer KI-Systeme müssen deren Ausgaben maschinenlesbar markieren und als künstlich erzeugt oder manipuliert erkennbar machen. Eine bloße Markierungsmöglichkeit genügt nicht.
Wen trifft sie?
Reine Anbieterpflicht. Für Betreiber ist das eine Frage an den Lieferanten, nicht an die eigene Redaktion.
Ausnahme
Ausgenommen sind unter anderem unterstützende Standardbearbeitung oder Ausgaben ohne wesentliche Änderung der Eingabedaten oder ihrer Bedeutung. Für vor dem 2. August 2026 in Verkehr gebrachte Systeme gilt Absatz 2 ab 2. Dezember 2026.

Absatz 3 · Emotionserkennung und Biometrie

Pflicht
Wer Emotionserkennung oder biometrische Kategorisierung einsetzt, muss die betroffenen Personen darüber informieren.
Wen trifft sie?
Echte Betreiberpflicht.
Ausnahme
Ein Hinweis erlaubt keine verbotene Nutzung. Emotionserkennung am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen ist grundsätzlich untersagt, mit Ausnahmen für medizinische oder Sicherheitsgründe. Biometrische Kategorisierung ist gesondert zu prüfen.

Absatz 4 · Deepfakes und Texte von öffentlichem Interesse

Pflicht
Täuschend echt wirkende Bilder, Videos und Tonaufnahmen müssen als künstlich erzeugt offengelegt werden. Bei Texten gilt das für Angelegenheiten von öffentlichem Interesse.
Wen trifft sie?
Betreiberpflicht – hier liegt für die meisten Betriebe und Verwaltungen die eigentliche Arbeit.
Ausnahme
Bei Texten: inhaltliche menschliche Überprüfung oder redaktionelle Kontrolle und Verantwortung für die Veröffentlichung. Bei Deepfakes in Kunst und Fiktion bleibt eine angemessene Offenlegung erforderlich.

Für die meisten Betriebe und Verwaltungen ist Absatz 4 der relevante: Deepfakes und Texte von öffentlichem Interesse. Absatz 2 dagegen ist eine reine Anbieterpflicht – sie gehört in die Beschaffung, nicht in die eigene Redaktion.

Chatbots und Telefonassistenten

Wer direkt mit einem KI-Chatbot kommuniziert, muss grundsätzlich zu Beginn der Interaktion darüber informiert werden. Die Ausnahme für einen offensichtlich erkennbaren KI-Einsatz ist eng auszulegen. Für die Praxis empfehlen wir eine ausdrückliche Mitteilung im Chatfenster statt des bloßen Vertrauens auf einen Bot-Namen oder ein Roboter-Symbol. Ein Hinweis nur in AGB, Datenschutzerklärung oder Impressum erreicht den Nutzer an dieser Stelle nicht.

Der Hinweis muss klar erkennbar und verständlich sein sowie die geltenden Anforderungen an Barrierefreiheit erfüllen. Ein kaum lesbarer Kleinsttext ist dafür ungeeignet. Bei einem Telefonassistenten bietet sich eine gut verständliche Ansage zu Gesprächsbeginn an.

Artikel 50 Absatz 1 richtet sich an den Anbieter. Wer ein fremdes System einbindet, sollte prüfen, ob dessen Hinweis in der eigenen Oberfläche erhalten bleibt. Wer ein System selbst entwickelt oder entwickeln lässt und unter eigenem Namen in Verkehr bringt oder in Betrieb nimmt, kann selbst Anbieter sein. Maßgeblich ist die Definition in Artikel 3; Artikel 25 regelt zusätzlich bestimmte Rollenwechsel bei Hochrisiko-KI.

Die Bezeichnung „Assistent“ entscheidet nicht über die Pflicht. Ein fest vorgegebener Antwortablauf kann außerhalb der KI-Definition liegen. Ob das konkrete System tatsächlich kein KI-System ist, muss anhand seiner Funktionsweise geprüft werden. „Regelbasiert“ oder „ohne Sprachmodell“ ist dafür allein keine ausreichende Begründung.

Bilder, Videos und Stimmen: Deepfake oder Symbolbild?

Hier liegt das häufigste Missverständnis. Absatz 4 betrifft Deepfakes – also Darstellungen, die täuschend echt wirken und wie authentische Aufnahmen bestehender Personen, Orte, Objekte oder Ereignisse erscheinen. Ein KI-erzeugtes Symbolbild ist nicht allein deshalb ein Deepfake, weil KI beteiligt war. Entscheidend sind Darstellung, Aussage, Einsatzkontext und das erwartbare Verständnis des Publikums – nicht allein, ob sich eine konkrete Person oder ein Ort benennen lässt.

Wo gekennzeichnet wird, gilt: spätestens bei der ersten Wahrnehmung. Also im Bild oder Video selbst beziehungsweise unmittelbar daneben – nicht erst im dritten Absatz der Bildunterschrift und nicht am Ende des Beitrags. Für Stimmen gilt dasselbe: Eine KI-Stimme, die eine reale Person täuschend echt nachbildet und als Deepfake einzuordnen ist, gehört offengelegt.

Kunst, Satire und Fiktion sind keine pauschale Ausnahme. Enthält ein solches Werk Deepfakes, bleibt eine angemessene Offenlegung nötig. Sie darf so erfolgen, dass sie die Darstellung und den Werkgenuss nicht beeinträchtigt. Ist die Darstellung im konkreten Kontext gar kein Deepfake, greift diese Offenlegungspflicht aus Absatz 4 nicht.

Texte: die redaktionelle Ausnahme

Bei Texten greift die Pflicht nur für Angelegenheiten von öffentlichem Interesse – eine Pressemitteilung, eine Ratsinformation, eine Störungsmeldung an Bürgerinnen und Bürger. Ein KI-unterstütztes Angebot oder eine interne Notiz fällt nicht darunter.

Die Ausnahme verlangt inhaltliche menschliche Überprüfung oder redaktionelle Kontrolle und eine Person oder Organisation, die die Veröffentlichung redaktionell verantwortet. Zu prüfen sind insbesondere Aussagen und Quellen. Eine ausschließlich sprachliche oder formale Durchsicht genügt nach den Leitlinien nicht.

Für die Praxis empfehlen wir einen nachvollziehbaren Freigabevermerk: geprüfte Fassung, zuständige Person, Datum, geprüfte Tatsachen und Quellen sowie wesentliche Korrekturen. Ein bloßes Häkchen oder ein Vier-Augen-Vermerk ersetzt die tatsächliche Prüfung nicht. Artikel 50 schreibt dafür kein allgemeines Formular und keine bestimmte Zahl von Prüfpersonen vor.

Was gekennzeichnet wird – und was nicht

Die folgende Gegenüberstellung ist eine Sortierhilfe für den ersten Durchgang, keine Rechtsprüfung. Sie deckt die Fälle ab, die uns bei Betrieben, Stadtwerken und Verwaltungen tatsächlich begegnen.

Kennzeichnen

  • Direkte Interaktion mit einem KI-Chatbot oder Telefonassistenten, sofern der KI-Einsatz nicht offensichtlich ist
  • KI-generierte oder manipulierte Bilder, Videos und Audios, die im konkreten Kontext als authentisch erscheinen und als Deepfake einzuordnen sind
  • KI-Texte zur Information der Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse, wenn die redaktionelle Ausnahme nicht erfüllt ist
  • Zulässige Emotionserkennung oder biometrische Kategorisierung: betroffene Personen über den Einsatz informieren

Kein pauschaler sichtbarer Hinweis

  • Erkennbare Symbolbilder ohne Deepfake-Charakter: keine sichtbare Offenlegung nach Absatz 4 allein wegen der KI-Nutzung
  • Bloße Rechtschreibkorrektur, Rauschunterdrückung oder vergleichbare Standardbearbeitung: keine pauschale Kennzeichnung jedes Arbeitsschritts
  • Öffentlich relevante Texte nach inhaltlicher menschlicher Prüfung oder redaktioneller Kontrolle, sofern eine Person oder Organisation die Veröffentlichung verantwortet
  • Ein interner Textentwurf wird nicht zur Information der Öffentlichkeit veröffentlicht; andere Pflichten sind getrennt zu prüfen
  • Ein fest vorgegebener Antwortablauf, der nach Prüfung kein KI-System im Sinne der Verordnung ist

Diese Gegenüberstellung betrifft sichtbare oder hörbare Hinweise. Eine technische Markierung durch den Anbieter ist eine andere Pflicht. Auch „nur intern“ ist keine allgemeine Ausnahme: Ein interner KI-Chatbot interagiert mit Menschen, und Beschäftigte können von Emotionserkennung oder biometrischer Kategorisierung betroffen sein. Rein persönliche, nichtberufliche Nutzung ist gesondert von betrieblicher Nutzung abzugrenzen.

Wie sieht ein brauchbarer KI-Hinweis aus?

Der Hinweis muss spätestens bei der ersten Interaktion oder Wahrnehmung klar erkennbar sein und die geltenden Anforderungen an Barrierefreiheit erfüllen. Beispiele für den Wortlaut: „Sie sprechen mit einem KI-Telefonassistenten“, „KI-generiertes Bild“ oder „Mit KI veränderte Aufnahme“. Wählen Sie die Aussage passend zur tatsächlichen Bearbeitung. Versteckte Metadaten oder ein allgemeiner Eintrag im Impressum ersetzen eine erforderliche Offenlegung am Inhalt nicht.

Die EU-Icons sind freiwillig. Die Kommission stellt Varianten für vollständig generierte und teilweise veränderte Inhalte bereit. Das Symbol allein ist kein Nachweis dafür, dass alle Pflichten erfüllt sind. Prüfen Sie Größe, Kontrast, Platzierung und die Darstellung beim Teilen oder Herunterladen. Die amtliche Icon-Seite beschreibt die Anwendung; der Verhaltenskodex enthält weitere Vorgaben für seine Unterzeichner.

Umsetzung in fünf Schritten

Beginnen Sie mit den tatsächlich eingesetzten Systemen und veröffentlichten Inhalten. Der Aufwand hängt von deren Zahl, den Zuständigkeiten und dem bisherigen Freigabeprozess ab.

  1. Liste anlegen: Wo im Haus entstehen oder erscheinen KI-Inhalte? Website-Chat, Telefonanlage, Social Media, Kundenmagazin, Pressemitteilungen, Bürgerinformation.
  2. Chat und Telefonie prüfen: Erscheint der KI-Hinweis zu Beginn, ausdrücklich und lesbar? Falls der Anbieter ihn nicht setzt, ergänzen Sie ihn in der Einbindung.
  3. Bilder, Videos und Stimmen prüfen: Welche Inhalte sind im jeweiligen Kontext als Deepfake einzuordnen? Hinweise und gegebenenfalls die besondere Offenlegung bei Kunst und Fiktion festlegen.
  4. Redaktionsprozess festhalten: Wer prüft öffentlich relevante Texte inhaltlich, wer trägt die Verantwortung und wie wird die Freigabe nachvollziehbar festgehalten?
  5. Anbieter prüfen: Wie werden Ausgaben maschinenlesbar markiert und erkannt? Gilt für das konkrete System die Frist 2. Dezember 2026? Welche Nachweise liefert der Anbieter, mit oder ohne Verhaltenskodex?

Zur Einordnung: Keine Software erfüllt die Kennzeichnungspflicht im Alleingang, und ein Anbieter, der Ihnen pauschale Konformität verspricht, verkauft ein Argument, keine Rechtslage. Es entscheidet das Zusammenspiel aus Produkt, Konfiguration, Prozess und Dokumentation – ähnlich wie bei der Revisionssicherheit im Dokumentenmanagement.

Wenn Zuständigkeiten und Freigaben noch fehlen: Wir helfen Ihnen, die KI-Einsatzstellen zusammenzutragen und den Ablauf für Hinweise und redaktionelle Freigaben festzuhalten. Im Erstgespräch klären wir den konkreten Umfang und halten fest, welche Fragen rechtlich geprüft werden müssen. Erstgespräch anfragen

Häufige Fragen

Gibt es ab 2026 eine allgemeine Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte?

Nein. Artikel 50 der KI-Verordnung enthält vier verschiedene Pflichten für vier verschiedene Situationen – Interaktion mit KI-Systemen, maschinenlesbare Markierung durch Anbieter, Emotionserkennung sowie Deepfakes und Texte von öffentlichem Interesse. Eine Pflicht, jeden mit KI erstellten Inhalt zu kennzeichnen, gibt es nicht.

Ab wann gilt die KI-Kennzeichnungspflicht?

Artikel 50 gilt seit dem 2. August 2026. Die Sonderfrist bis 2. Dezember 2026 betrifft nur die Anbieterpflicht zur maschinenlesbaren Markierung nach Absatz 2 bei Systemen, die vor dem 2. August 2026 in Verkehr gebracht wurden. Sie verschiebt weder Chatbot-Hinweise noch die Offenlegung von Deepfakes oder öffentlich relevanten Texten.

Muss ein KI-Chatbot auf der Website gekennzeichnet werden?

Bei direkter Interaktion mit einem KI-System grundsätzlich ja, spätestens beim ersten Kontakt. Die Ausnahme für einen offensichtlich erkennbaren KI-Einsatz ist eng auszulegen. Ein klarer Hinweis im Chat oder eine Ansage am Telefon ist dafür der praktische Ausgangspunkt. Ein Eintrag im Impressum ersetzt den Hinweis bei der Interaktion nicht. Bei Software, die kein KI-System ist, greift Artikel 50 nicht.

Müssen KI-Inhalte von vor August 2026 nachträglich gekennzeichnet werden?

Nein. Laut den Fragen und Antworten der EU-Kommission zu Artikel 50 müssen Inhalte, die vor dem 2. August 2026 erzeugt wurden, nicht rückwirkend gekennzeichnet werden. Maßgeblich ist der Zeitpunkt der Erzeugung. Die Kommission empfiehlt eine Kennzeichnung trotzdem, wo sie möglich ist. Wer das Entstehungsdatum festhält, kann es später belegen.

Müssen KI-generierte Bilder gekennzeichnet werden?

Für Betreiber hängt die sichtbare Offenlegung nach Artikel 50 Absatz 4 davon ab, ob das Bild als Deepfake einzuordnen ist. Entscheidend ist auch, ob es im konkreten Kontext fälschlich wie eine authentische Aufnahme wirkt. Ein Symbolbild ist nicht automatisch ein Deepfake; Fotorealismus und ein erfundener Ort sind aber auch keine pauschale Befreiung. Technische Markierungspflichten des Anbieters bestehen davon unabhängig.

Müssen wir Fotos aus dem Smartphone kennzeichnen?

Technische Standardbearbeitung wie Rauschunterdrückung oder Schärfung macht eine Aufnahme nicht automatisch zu einem kennzeichnungspflichtigen Deepfake. Bei generativen Funktionen ist genauer zu prüfen, ob eine Aufnahme verfälscht wird und dadurch fälschlich authentisch wirkt, etwa durch ergänzte Personen oder erfundene Bildelemente. Für Baustellen- und Prüfnachweise empfehlen wir, Originale zu erhalten und Bearbeitungen nachvollziehbar zu dokumentieren.

Müssen KI-unterstützte Texte gekennzeichnet werden?

Die Betreiberpflicht betrifft KI-generierte oder manipulierte Texte, die veröffentlicht werden, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren. Sie entfällt nach inhaltlicher menschlicher Überprüfung oder redaktioneller Kontrolle, wenn eine Person oder Organisation die redaktionelle Verantwortung trägt. Bloßes Korrekturlesen genügt dafür nicht.

Wie muss ein KI-Hinweis gestaltet sein?

Die Leitlinien verlangen Angaben, die transparent, leicht verständlich und ohne Weiteres erkennbar sind, mit besonderer Rücksicht auf schutzbedürftige Gruppen. Ein schwer erkennbarer Hinweis ist dafür ungeeignet. Die EU-Icons sind freiwillig; ihre Verwendung allein weist die Erfüllung der Pflichten nicht nach. Der Verhaltenskodex beschreibt zusätzliche praktische Maßnahmen für technische Markierung und Offenlegung.

Was passiert bei einem Verstoß gegen die Kennzeichnungspflicht?

Verstöße gegen Artikel 50 fallen unter Artikel 99 Absatz 4: bis 15 Mio. € oder bei Unternehmen 3 % des weltweiten Vorjahresumsatzes, grundsätzlich der höhere Betrag. Für KMU einschließlich Start-ups gilt der niedrigere Betrag; Artikel 99 Absatz 6a sieht das bei diesen Verstößen auch für kleine Midcap-Unternehmen vor. Zusätzlich fließen Art, Schwere und Dauer des Verstoßes sowie die wirtschaftliche Lage in die Verhältnismäßigkeit ein. Die Bundesnetzagentur nimmt Beschwerden über ihr Onlineformular entgegen und leitet sie gegebenenfalls weiter. Für bestimmte Systeme ist unmittelbar das KI-Büro der EU-Kommission zuständig; die Beschwerdeseite nennt den jeweiligen Weg.

Quellen & weiterführende Stellen

Originalquellen, geprüft am 18. Oktober 2026. Rechtsgrundlage, Auslegung und freiwillige Umsetzungshilfen sind getrennt zu lesen:

Allgemeine Einordnung, geprüft am 18. Oktober 2026 – keine Rechtsberatung im Einzelfall. Die Leitlinien der EU-Kommission sind Auslegungshilfe und binden Gerichte nicht. Bei selbst entwickelten Systemen, bei der Rollenfrage und bei Anwendungen mit erheblichen Folgen für Menschen gehört ein Fachanwalt für IT-Recht dazu.

Unklar, was bei Ihnen gekennzeichnet werden muss?

Wir gehen mit Ihnen die Stellen durch, an denen KI-Inhalte bei Ihnen entstehen oder erscheinen – Chat, Telefonie, Öffentlichkeitsarbeit – und halten fest, was gekennzeichnet wird, was nicht und warum. Aus der Region Hannover, ohne Zertifizierungsversprechen.

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