Verkehr & Innenstadt

MHH-Stadtbahn über den Stadtfelddamm

Hannover soll an der Trasse über den Stadtfelddamm festhalten, statt der westlichen Umfahrung zuzustimmen.

Hannover · Oberbürgermeisterwahl am 13. September 2026

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Worum geht es?

Das Land baut die Medizinische Hochschule Hannover neu. Für die erste Baustufe sind 974,1 Millionen Euro einschließlich Risikopuffer finanziert; die weiteren Bauabschnitte stehen noch aus. Über die Stadtbahn dorthin entscheidet Hannover nicht allein: Die Region Hannover ist Aufgabenträgerin des Nahverkehrs und finanziert die Strecke, Vorhabenträgerin ist die infra, das Planfeststellungsverfahren führt die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Der Bund trägt voraussichtlich 75 Prozent der zuwendungsfähigen Baukosten, das Land 10 und die Region 15.

Was die Stadt entscheidet, ist die Bauleitplanung — den Bebauungsplan beschließt nach § 10 Absatz 1 Baugesetzbuch die Gemeinde als Satzung. Konkret geht es um einen zwölf Meter breiten Streifen auf der Westseite des Stadtfelddamms, damit die Bahn dort notfalls auch später noch gebaut werden kann; die Gebäude des Neubaus müssten dafür einige Meter nach Westen rücken. Politisch ist die Richtung gesetzt: Rat und Regionsversammlung sprachen sich im Juni 2025 für den Stadtfelddamm aus, die Ratsresolution vom 26. Juni 2025 einstimmig. Der Bauausschuss brachte den Bebauungsplan am 6. November 2025 in einer Sondersitzung ebenfalls einstimmig auf den Weg, der Verwaltungsausschuss folgte am 20. November. Der abschließende Satzungsbeschluss des Rates steht aus.

Die MHH lehnt die Führung über den Stadtfelddamm ab. Vizepräsidentin Martina Saurin nennt drei Gründe: Der Stadtfelddamm sei nicht breit genug, Rettungs- und Lieferverkehr würden gekreuzt, und „unser erst kürzlich neu eingerichtetes Rechenzentrum“ müsste „wahrscheinlich umziehen“. Stadtplanungschef Thorsten Warnecke hält die Neubauten und die Trasse für vereinbar; problematisch seien die geplanten Rettungswege und Feuerwehrausfahrten. Ein Gutachten des Steinbeis-Forschungszentrums bestätigt die elektromagnetische Beeinträchtigung, hält sie aber für beherrschbar; die Region beziffert den Schutz auf 9,6 Millionen Euro. Das Land lehnt eine Umplanung ab: Wissenschaftsminister Falko Mohrs nennt „Mehrkosten von 350 Millionen Euro sowie eine Verzögerung um drei Jahre“. Stadt und Region bestreiten diese Schätzung.

Geprüft wurden drei Varianten. Der Stadtfelddamm hat den besten Nutzen-Kosten-Indikator und ist mit 117,7 Millionen Euro die günstigste — gegenüber 131,4 Millionen für die Westumfahrung und 139,4 Millionen für die Variante „Grünzug“. Eine Nachfrageberechnung im Auftrag der Region erwartet rund 4.000 zusätzliche Fahrgäste bei eigenem Anschluss; den von Land und MHH vorgeschlagenen Shuttlebus würden danach 700 Menschen am Tag nutzen. Ende Juni 2026 legte eine Arbeitsgruppe aus Land, Stadt und Region die westliche Umfahrung als Kompromiss vor: Sie hält größeren Abstand zur Klinik, und anders als beim ersten Bauabschnitt steht die Planung des zweiten noch am Anfang.

Beide Varianten kosten Kleingärten, und keine der Zahlen ist amtlich belegt. Für die Westumfahrung nennt die HAZ rund 450 Parzellen — 130 für die Trasse, rund 330 für ein Wohngebiet, das die Strecke wirtschaftlich machen soll —, für den Stadtfelddamm 108. Die Region könne zu Parzellenzahlen keine Aussage treffen, teilte sie auf Anfrage mit. Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz weist darauf hin, dass das Wohngebiet auch in die Wirtschaftlichkeitsrechnung der Stadtfelddamm-Variante eingegangen sei: „Man baut keine Stadtbahn, um Kleingärten zu erschließen.“ Für den Klinikneubau selbst wurden bereits 106 Kleingärten gekündigt; das Kleingartenentwicklungskonzept 2026+, über das der Rat am 27. August 2026 entscheidet, verlangt vor jeder Kündigung einen Bebauungsplan und hergestellte Ersatzgärten. Eine förmliche Entscheidung über die Trassenvariante steht aus; nach einem Bericht der HAZ wollte Oberbürgermeister Onay damit bis nach der Kommunalwahl warten.

Quellen (29)

Zustimmung bedeutet

Hannover soll die Fläche am Stadtfelddamm im Bebauungsplan sichern. Die Bahn führt dann dicht an der Klinik vorbei, die dafür baulichen Schutz verlangt.

Ablehnung bedeutet

Hannover soll die Fläche nicht binden und der westlichen Umfahrung zustimmen. Sie hält größeren Abstand zur Klinik, ist aber länger und teurer.

Die Positionen

Zu dieser Frage liegen belegte Positionen von 5 der 9 Kandidaturen vor.

Persönliche Aussagen haben Vorrang vor Parteiprogrammen; vorläufige Parteipositionen sind als solche gekennzeichnet und werden nicht doppelt gerechnet. Klare politische Tendenzen bleiben sichtbar, wenn ein entscheidender Teil der exakten These offen ist; sie werden nie berechnet. Ohne eindeutigen Beleg wird nichts berechnet.

Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen)

Dafür

Persönliche Position: Dafür

Er hält die Trassenvariante über den Stadtfelddamm für die beste Option und hat das bei der Übergabe der Kleingärtner-Petition am 13. August 2026 bekräftigt: Die Anbindung der MHH mit einer Stadtbahn hält er für richtig, die im Juni vorgestellte Westumfahrung überzeugt ihn nicht. Zu Vergleichskriterien, Ersatzflächen und der Rolle des Wohnungsbaus für die Wirtschaftlichkeit nennt er offene Fragen. Seine Partei bezeichnet die Stadtbahnanbindung des MHH-Neubaus als unverzichtbar.

Die beste Option bleibt die Variante über den Stadtfelddamm – allerdings zeichnen sich hierfür aus parteitaktischen Gründen bedauerlicherweise keine Mehrheiten ab."

Öffentliche Aussage · HAZ, Kompromiss für Stadtbahn zur neuen MHH gefunden, 27.06.2026 · HAZ, Kleingärtner demonstrieren gegen Verlust ihrer Parzellen, 14.08.2026 · Wahlprogramm Grüne Hannover 2026 (PDF)

Axel von der Ohe (SPD)

Dagegen

Persönliche Position: Dagegen

Er unterstützt den im Juni 2026 vorgelegten Kompromiss für eine Westroute und wirft dem Oberbürgermeister vor, die Entscheidung darüber bis nach der Wahl zurückzuhalten. Am 14. August 2026 hat er das bekräftigt und um eine Bedingung ergänzt: Kleingartenflächen dürften erst in Anspruch genommen werden, wenn bezugsbereite Ersatzgärten zur Verfügung stünden. Das SPD-Zukunftsprogramm will das Stadtbahnnetz ausbauen und verbessern, nennt die Anbindung der neuen MHH aber nicht.

Er darf einer kontroversen Debatte nicht aus Angst vor der Wahl ausweichen"

Öffentliche Aussage · HAZ, Kompromiss für Stadtbahn zur neuen MHH gefunden, 27.06.2026 · HAZ, Kleingärtner demonstrieren gegen Verlust ihrer Parzellen, 14.08.2026

Peter Karst (CDU)

Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutig

Aus dem Programm nicht eindeutig ableitbar

Er befürwortet den Ausbau der Stadtbahn zur MHH, nach Limmer und auf der D-Linie.

Wer Stadtbahn fährt, will den Ausbau zur MHH, nach Limmer, auf der D-Linie."

Programm/Kampagne · Kampagnenseite, Themen

Warum wird das nicht berücksichtigt?

Die Kampagnenseite befürwortet den Ausbau zur MHH, nennt aber keine der beiden Trassenvarianten. Zwischen Stadtfelddamm und westlicher Umfahrung trifft sie keine Wahl.

Maren Kaminski (Die Linke)

Teils / teils

Eigene Antwort: Teils / teils

Sie will die Stadtbahnanbindung an die MHH weiterführen, aber nicht zulasten der Kleingärtnerinnen und Kleingärtner vor Ort, die sich auf frühere Beschlüsse zum Bestandsschutz berufen.

Originalantwort anzeigen

Die Stadtbahnanbindung an die MHH muss weiter geführt werden, nicht jedoch auf Kosten der Kleingärtner vor Ort, die die Stadt zurecht an ihre früheren Beschlüsse zum Bestandsschutz erinnern.

Warum Mittelposition: Das Ziel wird geteilt, das in der These genannte Mittel nicht.

Eigene Antwort (Fragebogen) · Selbstauskunft gegenüber einfach.digital, 28.08.2026

Aus dem Programm nicht eindeutig ableitbar

Das Kommunalwahlprogramm fordert den Ausbau der Stadtbahn und eine Ringbahn über die MHH.

Programm/Kampagne · Kommunalwahlprogramm Die Linke Region Hannover 2026

Warum wird das nicht berücksichtigt?

Die Quelle fordert die Ringbahn und nennt die Tangentiale über die MHH als ersten Schritt. Die Ringbahn ist das Linienkonzept, nicht die Streckenführung an der Klinik — zwischen Stadtfelddamm und westlicher Umfahrung entscheidet sie nicht.

Jessica Schülke (AfD)

Dagegen

Eigene Antwort: Dagegen

Sie will die Kleingärten in dem Areal als Naherholungsgebiet erhalten und zweifelt an der Wirtschaftlichkeit der Trasse. Bundes- und Landesmittel will sie stattdessen für Ausbau und Sanierung bestehender Straßen verwenden.

Originalantwort anzeigen

Hiesige Kleingärten sind das Naherholungsgebiet für die Hannoveraner. Deshalb setzen wir uns gegen die Zerstörung der Kleingärten ein, die in diesem Areal liegen. Zusätzlich ist es Zweifelhaft, ob die Trasse sich überhaupt rentiert. Im Gegenzug dazu wollen wir die bestehenden Straßen ausbauen und sanieren. Etwaige Mittel die von Bund und Land für den Bau der Trasse freigegeben sind, werden wir dafür verwenden.

Eigene Antwort (Fragebogen) · Selbstauskunft gegenüber einfach.digital, 06.09.2026

Thorsten Meyer (DIE HANNOVERANER)

Dagegen

Eigene Antwort: Dagegen

Er will die Fläche nicht binden und der westlichen Umfahrung zustimmen.

Eigene Antwort (Fragebogen) · Selbstauskunft gegenüber einfach.digital, 28.08.2026

Zu 3 von 9 Kandidaturen lag im dokumentiert geprüften Quellenbestand mit Stand 6. September 2026 keine Aussage zu dieser These vor. Alle Kandidaturen erhalten denselben Fragenkatalog; eingehende Antworten werden laufend eingearbeitet und gekennzeichnet.

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