Haushalt & Finanzen
Stellenaufbau fortsetzen
Hannover soll den geplanten Stellenaufbau in der Stadtverwaltung fortsetzen, auch wenn der Haushalt defizitär ist.
Hannover · Oberbürgermeisterwahl am 13. September 2026
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Worum geht es?
Am 20. August 2026 hat Oberbürgermeister Belit Onay den Entwurf des Doppelhaushalts 2027/2028 in den Rat eingebracht. Kämmerer Axel von der Ohe hat den Stellenplan und das Sparpaket nicht unterschrieben — ein offener Dissens zwischen den beiden Bewerbern um dasselbe Amt, gut drei Wochen vor der Wahl.
Die Stellenpläne 2027/2028 sehen für die Kernverwaltung zusammen einen Saldo von 221,13 zusätzlichen Stellen vor; nach Berücksichtigung refinanzierter beziehungsweise haushaltsneutraler Stellen verbleiben nach Angaben der Verwaltung 197,5 haushaltserhöhende Bedarfe. Aufgestockt werden soll unter anderem in der Ganztagsschulbetreuung, beim städtischen Ordnungsdienst, in den Bädern, der Einbürgerungsstelle, der Bauaufsicht und für die Steuerung der neuen Hochbaugesellschaft. Der Personaletat läge 2028 bei 904 Millionen Euro und damit knapp 15 Prozent über dem Wert von 2025.
Die Ausgangslage: Nach Einplanung des Sparpakets und erwarteter Entlastungen von Bund, Land und Region weist der Entwurf einen Fehlbetrag von 13,8 Millionen Euro für 2027 und 12,8 Millionen Euro für 2028 aus. Das Sparpaket selbst — eine pauschale Kürzung von zwei Prozent bei allen Aufwendungen, Investitionen ausgenommen — soll je Jahr 69 Millionen Euro erbringen. Bei der Gewerbesteuer rechnet die Stadt für 2026 nur noch mit 855 statt der geplanten 890 Millionen Euro.
Die Verwaltung begründet den Aufbau damit, dass bis Ende 2030 rund 3.000 Beschäftigte in den Ruhestand gehen und nicht alle ersetzt werden könnten; die derzeit schwierige Lage am Arbeitsmarkt wolle sie nutzen, um Fachkräfte zu gewinnen.
Entschieden wird der Haushalt nicht mehr von diesem Rat, sondern Anfang 2027 vom neu gewählten.
Quellen (4)
- Ratsversammlung Hannover, Sitzung vom 20.08.2026 (Einbringung Doppelhaushalt 2027/2028)
- Haushaltsentwurf 2027/2028, Anlage 2 zu Drucksache 1412/2026, Abschnitt 4.2 Personalaufwendungen
- HAZ, Hannovers Haushalt: Rekordinvestitionen, hohes Defizit und Sparprogramm, 20.08.2026
- HAZ, Liveticker aus der Ratssitzung zum Haushalt, 20.08.2026
Zustimmung bedeutet
Hannover soll die geplanten zusätzlichen Stellen schaffen — für Ganztag, Ordnungsdienst, Bäder und Bauaufsicht — und schon jetzt Nachwuchs für die vielen anstehenden Ruhestände gewinnen.
Ablehnung bedeutet
Hannover soll auf den Stellenaufbau verzichten und die Aufgaben mit dem vorhandenen Personal erledigen, weil Personalausgaben dauerhaft gebunden sind und das Defizit über die Wahlperiode hinaus festschreiben.
Die Positionen
Zu dieser Frage liegen belegte Positionen von 2 der 9 Kandidaturen vor.
Persönliche Aussagen haben Vorrang vor Parteiprogrammen; vorläufige Parteipositionen sind als solche gekennzeichnet und werden nicht doppelt gerechnet. Klare politische Tendenzen bleiben sichtbar, wenn ein entscheidender Teil der exakten These offen ist; sie werden nie berechnet. Ohne eindeutigen Beleg wird nichts berechnet.
Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen)
DafürPersönliche Position: Dafür
In seiner Haushaltsrede verteidigte er die zusätzlichen Stellen als gezielt und notwendig und nannte Ordnungsdienst, Ganztagsbetreuung und Pflege als Bereiche. Den Aufbau begründete er zusätzlich mit den bis 2035 anstehenden Ruheständen: Ein leichter Aufbau jetzt beuge einem absehbaren Personalengpass vor.
„Wir nehmen gezielte Verstärkungen dort vor, wo sie dringend erforderlich sind."
Öffentliche Aussage · Ratsversammlung Hannover, Sitzung vom 20.08.2026 (Einbringung Doppelhaushalt 2027/2028) · HAZ, Liveticker aus der Ratssitzung zum Haushalt, 20.08.2026
Axel von der Ohe (SPD)
DagegenPersönliche Position: Dagegen
Als Kämmerer hat er dem Stellenplan die Zustimmung verweigert und die Einsparungen im Personalbereich für zu ambitionslos erklärt. In der Sitzung begründete er das mit einem überdurchschnittlichen Stellen- und Kostenzuwachs Hannovers und damit, dass Lasten in die Zukunft verschoben würden.
„Dieser Stellenaufwuchs passt nicht in die Zeit."
Zurechnung: Die Unterschrift unter Stellenplan und Sparpaket ist eine persönliche Amtshandlung des Kämmerers; er hat sie versagt und die Entscheidung in der Ratssitzung vom 20.08.2026 selbst begründet.
Handeln im Amt · Ratsversammlung Hannover, Sitzung vom 20.08.2026 (Einbringung Doppelhaushalt 2027/2028) · HAZ, Liveticker aus der Ratssitzung zum Haushalt, 20.08.2026
Zu 7 von 9 Kandidaturen lag im dokumentiert geprüften Quellenbestand mit Stand 24. August 2026 keine Aussage zu dieser These vor. Alle Kandidaturen erhalten denselben Fragenkatalog; eingehende Antworten werden laufend eingearbeitet und gekennzeichnet.
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