Sicherheit & Ordnung
Kamerastandorte an Kriminalitätsschwerpunkten
Hannover soll gemeinsam mit der Polizei weitere Standorte für Überwachungskameras an Kriminalitätsschwerpunkten festlegen.
Hannover · Oberbürgermeisterwahl am 13. September 2026
Recherchestand:
Worum geht es?
Eigene Kameras betreibt die Stadt im öffentlichen Raum nicht. Nach Auskunft der Verwaltung in der Ratsversammlung vom 24. Oktober 2024 gehören die Anlagen der Polizeidirektion, die neue Standorte im Einvernehmen mit dem Landesdatenschutzbeauftragten einrichtet. Die Stadt kann Videoüberwachung deshalb nicht aus eigener Kraft ausweiten — sie kann Standorte gemeinsam mit der Polizei festlegen. Genau danach fragt diese These.
Die Stadt hat im Januar 2026 ein integriertes Sicherheits- und Stadtbildkonzept vorgestellt. Es nennt als einen von zehn Bausteinen die Modernisierung und den Ausbau der Videoüberwachung: In enger Abstimmung mit der Polizei sollen bestehende Anlagen erneuert und neue Standorte an Kriminalitätsschwerpunkten eingerichtet werden; erste neue Standorte sollen nach dem Konzept noch 2026 aufgebaut werden.
Zugrunde liegt ein Ratsauftrag vom Oktober 2024, mit dem die Verwaltung aufgefordert wurde zu prüfen, ob neue Kriminalitätsschwerpunkte zusätzliche Videoüberwachung rechtfertigen. Im Juni 2025 berichtete die Verwaltung dem Rat, Polizeidirektion und Stadt hätten dafür bereits eine Reihe von Standorten identifiziert.
Quellen (5)
- Stadt Hannover, Sicherheitskonzept, 15.01.2026
- Protokoll der Ratsversammlung, 26.06.2025, Sachstand zu den identifizierten Kamerastandorten
- Protokoll der Ratsversammlung, 24.10.2024, TOP 5.5
- Änderungsantrag 2029/2024 N1, Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum, Punkt 4, Ratsbeschluss 24.10.2024
- Informationsdrucksache 0057/2026, „Hannover – Mit Sicherheit zusammen!“, Abschnitt 6
Zustimmung bedeutet
Hannover soll gemeinsam mit der Polizei weitere Kamerastandorte festlegen.
Ablehnung bedeutet
Hannover soll keine weiteren Kamerastandorte festlegen.
Die Positionen
Zu dieser Frage liegen belegte Positionen von 6 der 9 Kandidaturen vor.
Persönliche Aussagen haben Vorrang vor Parteiprogrammen; vorläufige Parteipositionen sind als solche gekennzeichnet und werden nicht doppelt gerechnet. Klare politische Tendenzen bleiben sichtbar, wenn ein entscheidender Teil der exakten These offen ist; sie werden nie berechnet. Ohne eindeutigen Beleg wird nichts berechnet.
Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen)
DafürPersönliche Position: Dafür
Seine Verwaltung hat im Januar 2026 ein integriertes Sicherheits- und Stadtbildkonzept vorgestellt, das die Modernisierung und Ausweitung der Videoüberwachung an Kriminalitätsschwerpunkten in enger Abstimmung mit der Polizei vorsieht.
„Sicherheit ist keine Einzelfrage, sondern eine zentrale Aufgabe."
Zurechnung: Onay hat seine Haltung zum konkreten städtischen Vorhaben öffentlich als Oberbürgermeister erklärt; sie beruht nicht nur auf einem Ratsbeschluss.
Handeln im Amt · Stadt Hannover, Sicherheitskonzept, 15.01.2026
Aus dem Programm nicht eindeutig ableitbar
Das Wahlprogramm seiner Partei behandelt die Videoüberwachung im Abschnitt zum Hauptbahnhof: Sie soll modernisiert werden, klar begrenzt, datenschutzkonform und auf konkrete Gefahrenlagen ausgerichtet, eingebettet in ein Gesamtkonzept mit Prävention und sozialen Hilfen. Onays 8-Punkte-Plan erwähnt Videoüberwachung nicht.
„Ergänzend modernisieren wir die Videoüberwachung klar begrenzt, datenschutzkonform und auf konkrete Gefahrenlagen ausgerichtet."
Programm/Kampagne · Wahlprogramm Grüne Hannover 2026 (PDF)
Warum wird das nicht berücksichtigt?
Die These fragt danach, weitere Kamerastandorte an Kriminalitätsschwerpunkten festzulegen. Das Programm will die vorhandene Anlage modernisieren und knüpft das an eine ausdrückliche Begrenzung — eine Ausweitung sagt es nicht zu. Modernisierung des Bestands und zusätzliche Standorte sind zwei verschiedene Entscheidungen.
Axel von der Ohe (SPD)
DafürPersönliche Position: Dafür
Er will Kriminalitätsschwerpunkte unter anderem mit zusätzlicher Videoüberwachung angehen; sie ist Teil des von ihm mitverfassten Hannoverplans, der daneben bessere Beleuchtung, mehr Sauberkeit und zusätzliche soziale Angebote vorsieht.
„wir wollen Kriminalitätsschwerpunkte in den Griff bekommen, z. B. durch mehr Videoüberwachung"
Öffentliche Aussage · h1 Hannover, Auf dem h1-Sofa mit Axel von der Ohe, 04.03.2026
Peter Karst (CDU)
DafürPersönliche Position: Dafür
Er setzt an bekannten Brennpunkten auf Videoüberwachung und bezeichnet Sicherheit als Voraussetzung von Freiheit.
„An bekannten Brennpunkten setze ich auf datenschutzkonforme Videoüberwachung."
Programm/Kampagne · Kampagnenseite, Themen
Maren Kaminski (Die Linke)
DagegenEigene Antwort: Dagegen
Sie setzt auf Prävention und Hilfsangebote statt auf Überwachung.
Originalantwort anzeigen
Wir setzen auf Prävention und Hilfe statt auf Überwachung.
Eigene Antwort (Fragebogen) · Selbstauskunft gegenüber einfach.digital, 28.08.2026
Jessica Schülke (AfD)
DafürEigene Antwort: Dafür
Sie hält Videoüberwachung mit befristeter Speicherung für dringend erforderlich, auch wenn sie darin nur eine Symptombehandlung sieht, und begründet das mit gestiegenen Opferzahlen in der Region.
Originalantwort anzeigen
In der gesamten Region Hannover sind die Opferzahlen durch Straftaten seit der merkelschen Grenzöffnung um 50% gestiegen. Die Stadt Hannover belegt einen traurigen fünften Platz bei den Großstädten mit den meisten Straftaten pro 100.000€ Einwohnern. Eine Videoüberwachung, deren Aufnahmen nach einiger Zeit wieder gelöscht werden ist daher – wenn auch nur Symptombehandlung - dringend erforderlich.
Eigene Antwort (Fragebogen) · Selbstauskunft gegenüber einfach.digital, 06.09.2026
Parteiprogramm: Dafür– persönliche Position hat Vorrang; nicht doppelt gerechnet
Das Programm fordert gezielte Videoüberwachung an mehreren ausdrücklich benannten öffentlichen Brennpunkten.
Das AfD-Programm fordert gezielte Videoüberwachung unter anderem am Kröpcke, Steintor, Raschplatz und Ernst-August-Platz.
Zurechnung: Aktuelles örtliches AfD-Kommunalwahlprogramm; eine persönliche Übernahme durch Jessica Schülke ist nicht dokumentiert.
Programm/Kampagne · AfD-Kommunalwahlprogramm Hannover 2026, S. 4
Thorsten Meyer (DIE HANNOVERANER)
DafürEigene Antwort: Dafür
Er will, dass Hannover gemeinsam mit der Polizei weitere Kamerastandorte festlegt.
Eigene Antwort (Fragebogen) · Selbstauskunft gegenüber einfach.digital, 28.08.2026
Parteiprogramm: Dafür– persönliche Position hat Vorrang; nicht doppelt gerechnet
Das Programm fordert ausdrücklich einen Ausbau der Videoüberwachung an Kriminalitätsschwerpunkten.
Das Programm fordert einen spürbaren Ausbau der Videoüberwachung an Kriminalitätsschwerpunkten und an allen oberirdischen Haltestellen.
Zurechnung: Aktuelles Programm der Wählergemeinschaft DIE HANNOVERANER; die Kandidatenseite belegt keine persönliche Übernahme durch Thorsten Meyer.
Programm/Kampagne · Kommunalwahlprogramm DIE HANNOVERANER 2026
Zu 3 von 9 Kandidaturen lag im dokumentiert geprüften Quellenbestand mit Stand 6. September 2026 keine Aussage zu dieser These vor. Alle Kandidaturen erhalten denselben Fragenkatalog; eingehende Antworten werden laufend eingearbeitet und gekennzeichnet.
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