Verkehr & Innenstadt

Weitgehend autofreie Innenstadt

Hannovers Innenstadt soll weitgehend autofrei werden.

Hannover · Oberbürgermeisterwahl am 13. September 2026 · Datenstand 29. Juli 2026

Worum geht es?

Die Stadt verfolgt ein Mobilitätskonzept, nach dem der Cityring zur Grenze für nicht-ortsgebundenen Autoverkehr wird: Fahrzeuge mit Ziel in der Innenstadt werden über Stichstraßen direkt in die Parkhäuser geleitet, Durchgangsverkehr bleibt außen. Das Vorhaben ist eines der umstrittensten Projekte der Stadtpolitik.

Quelle: Stadt Hannover, Mobilitätskonzept Innenstadt

Dafür spricht

Hannover soll den Autoverkehr in der Innenstadt auf Fahrten mit Ziel dort begrenzen und ihn über den Cityring in die Parkhäuser führen.

Dagegen spricht

Die Innenstadt soll mit dem Auto erreichbar und durchfahrbar bleiben, weil Handel und Gastronomie auf Kundschaft angewiesen sind, die nicht mit Bahn und Rad kommt.

Die Positionen

Belegte Positionen von 4 der 9 Kandidaturen. Persönliche Aussagen haben Vorrang vor Parteiprogrammen; vorläufige Parteipositionen sind als solche gekennzeichnet und werden nicht doppelt gerechnet. Ohne eindeutigen Beleg wird nichts berechnet.

Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen)

Dafür

Persönliche Position: Dafür

Unter seiner Führung hat die Stadt ein Mobilitätskonzept vorgelegt, nach dem die Innenstadt bis 2030 nahezu autofrei werden soll — mit dem Cityring als Grenze und Zufahrt direkt in Parkhäuser. Im Wahlkampf verteidigt er den Kurs ausdrücklich: Die Mobilitätswende sei auf einem guten Weg, umweltfreundliche Verkehrsmittel sollten mehr Raum bekommen.

Alle Parteien außer den Grünen denken, dass Sie die City mit Autos beleben können, und das ist falsch."

Zurechnung: Onay hat die autofreie Innenstadt als Oberbürgermeister öffentlich vertreten, die städtische Umsetzung politisch verantwortet und den Kurs im Wahlkampfinterview persönlich bekräftigt.

Öffentliche Aussage · HAZ, Interview Belit Onay, 25.04.2026 · Stadt Hannover, Mobilitätskonzept Innenstadt · t-online, Pläne für die autofreie Innenstadt

Axel von der Ohe (SPD)

Parteiprogramm: Dagegen – persönlich noch nicht bestätigt

Parteiprogramm: Dagegen– persönlich noch nicht bestätigt

Das Programm lehnt eine autofreie Innenstadt ausdrücklich ab und will den Cityring leistungsfähig halten.

Das SPD-Zukunftsprogramm lehnt eine autofreie Innenstadt ausdrücklich ab. Es will einzelne Bereiche autoärmer gestalten, die Leistungsfähigkeit des Cityrings aber erhalten.

Zurechnung: Aktuelles örtliches Wahlprogramm der Partei SPD; eine persönliche Übernahme durch Axel von der Ohe ist nicht dokumentiert.

Programm/Kampagne · SPD-Zukunftsprogramm Hannover 2026, S. 22

Peter Karst (CDU)

Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutig

Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutig

Er will eine gut erreichbare Innenstadt und funktionierende Hauptstraßen für alle Verkehrsmittel. Das CDU-Kurzwahlprogramm lehnt den Rückbau des City-Rings und pauschale Einschränkungen auf Hauptverkehrsstraßen ab, nennt die autofreie Innenstadt aber nicht.

Wer in Hannover unterwegs ist, soll ankommen – egal ob mit Auto, Bahn oder Rad."

Programm/Kampagne · Kampagnenseite, Themen · CDU-Kurzwahlprogramm Hannover 2026, Kapitel III · NWZ, 21.08.2025

Warum wird das nicht berücksichtigt?

Erreichbarkeit für alle Verkehrsmittel und die Ablehnung einzelner Maßnahmen beantworten nicht eindeutig, ob die Innenstadt weitgehend autofrei werden soll. Der Maßstab ist das SPD-Programm, das die autofreie Innenstadt ausdrücklich ablehnt und deshalb gewertet wird.

Jessica Schülke (AfD)

Dagegen

Persönliche Position: Dagegen

Sie hält von einer Verkehrswende weg vom Auto wenig und will die Innenstadt befahrbar halten; zusätzliche verkehrsberuhigte Bereiche lehnt sie ab und setzt stattdessen auf Ausbau, Sanierung und Instandhaltung der Straßen.

Die Innenstadt muss befahrbar bleiben. Tourismus muss möglich sein."

Öffentliche Aussage · HAZ, Porträt Jessica Schülke, 28.05.2026

Parteiprogramm: Dagegen– persönliche Position hat Vorrang; nicht doppelt gerechnet

Das Programm lehnt autofreie Zonen ausdrücklich ab.

Das AfD-Kommunalwahlprogramm lehnt autofreie Zonen ausdrücklich ab.

Zurechnung: Aktuelles örtliches AfD-Kommunalwahlprogramm; eine persönliche Übernahme durch Jessica Schülke ist nicht dokumentiert.

Programm/Kampagne · AfD-Kommunalwahlprogramm Hannover 2026, S. 9

Bruno Adam Wolf (Piratenpartei)

Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutig

Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutig

Er fordert die Gleichberechtigung aller Verkehrsarten mit besonderer Priorität für Fußgänger, Radverkehr und elektrischen Individualverkehr. Zur weitgehend autofreien Innenstadt legt er sich nicht fest.

Eine Gleichberechtigung aller Verkehrsarten mit besonderer Priorität für Fußgänger, Radverkehr und elektrischen Individualverkehr ist anzustreben."

Programm/Kampagne · Piraten Hannover, Kandidatenvorstellung

Warum wird das nicht berücksichtigt?

Eine allgemeine Gleichberechtigung der Verkehrsarten ist keine ausdrückliche Mittelposition zur konkreten Entscheidung über eine weitgehend autofreie Innenstadt.

Thorsten Meyer (DIE HANNOVERANER)

Parteiprogramm: Dagegen – persönlich noch nicht bestätigt

Parteiprogramm: Dagegen– persönlich noch nicht bestätigt

Das Programm lehnt eine autoarme oder autofreie Innenstadt ab und will bestehende Parkplätze erhalten.

Das Kommunalwahlprogramm seiner Wählergemeinschaft lehnt eine autofreie oder autoarme Innenstadt derzeit ab und will alle bestehenden Parkplätze erhalten.

Zurechnung: Aktuelles Programm der Wählergemeinschaft DIE HANNOVERANER; die Kandidatenseite belegt keine persönliche Übernahme durch Thorsten Meyer.

Programm/Kampagne · Kommunalwahlprogramm DIE HANNOVERANER 2026

Zu 3 von 9 Kandidaturen lag im dokumentiert geprüften Quellenbestand mit Stand 29. Juli 2026 keine Aussage zu dieser These vor. Ein identischer Fragebogen liegt allen Kandidaturen vor; eingehende Antworten werden laufend eingearbeitet und gekennzeichnet.