Haushalt & Finanzen
Sanierung vor Neubau
Bei städtischen Gebäuden soll Hannover verfügbare Investitionsmittel vorrangig in die Sanierung des Bestands stecken, bevor neue Bäder, Schulen oder Sportstätten gebaut werden.
Hannover · Oberbürgermeisterwahl am 13. September 2026
Recherchestand:
Worum geht es?
Hannovers öffentliche Gebäude gelten als eines der prägenden Themen dieser Kommunalwahl. Beide Wege binden dieselben Mittel: Der Neubau des Fössebads ist mit rund 70 Millionen Euro veranschlagt, während in anderen Bädern nach Darstellung der HAZ jahrelanger Sanierungsstau droht, weil das Geld nicht reicht. Der Sportstätten-Experte des Deutschen Schwimmverbands hat vorgerechnet, ein kleiner dimensionierter Neubau würde Mittel für die Sanierung anderer Bäder frei machen.
Für einen Neubau spricht, dass manche Gebäude wirtschaftlich nicht mehr sanierbar sind und Dauerreparaturen auf lange Sicht teurer kommen.
Die städtische Praxis kennt beide Richtungen. Für mehrere Bäder hat sich die Stadt im Mai 2026 um Mittel aus einem Bundesprogramm beworben, das ausdrücklich die Sanierung fördert und Ersatzneubauten nur in Ausnahmefällen. Bei einem Schulgebäude von 1956 hat die Verwaltung dagegen nach einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung Abriss und Neubau vorgeschlagen — eine Sanierung sei „nicht sinnvoll und nicht wirtschaftlich“; die Ausschüsse haben dem einstimmig zugestimmt.
Quellen (4)
- HAZ, 70 Millionen Euro teurer Neubau: Ist das viele Geld fürs Fössebad wirklich sinnvoll angelegt?, 12.12.2025
- HAZ, Vor der Kommunalwahl: Das sind die fünf entscheidenden Themen für Hannover, 13.04.2026
- Beschlussdrucksache 0948/2026, Bewerbung um Bundesmittel zur Bädersanierung, Verwaltungsausschuss 21.05.2026
- Beschlussdrucksache 2627/2025 N1, zentraler Auslagerungsstandort An Mußmanns Haube, Verwaltungsausschuss 05.03.2026
Zustimmung bedeutet
Verfügbare Investitionsmittel sollen zuerst in die Sanierung vorhandener Bäder, Schulen und Sportstätten fließen.
Ablehnung bedeutet
Verfügbare Investitionsmittel sollen auch in Neubauten von Bädern, Schulen und Sportstätten fließen können.
Die Positionen
Zu dieser Frage liegt eine belegte Position von 1 der 9 Kandidaturen vor — für einen Vergleich ist das noch zu wenig.
Persönliche Aussagen haben Vorrang vor Parteiprogrammen; vorläufige Parteipositionen sind als solche gekennzeichnet und werden nicht doppelt gerechnet. Klare politische Tendenzen bleiben sichtbar, wenn ein entscheidender Teil der exakten These offen ist; sie werden nie berechnet. Ohne eindeutigen Beleg wird nichts berechnet.
Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen)
Parteiprogramm: Dafür – persönlich noch nicht bestätigtParteiprogramm: Dafür– persönlich noch nicht bestätigt
Das Programm formuliert den Vorrang wörtlich und im Investitionszusammenhang und erstreckt ihn ausdrücklich auf Schulen, Kitas und öffentliche Gebäude — das ist die Entscheidung der These.
Das Grünen-Programm unterzieht künftig jede größere Investition einer Klima- und Folgekostenbewertung und gibt dabei Sanierung und Erhalt den Vorrang vor Neubauten; im Wohnkapitel gilt derselbe Vorrang ausdrücklich auch für Schulen, Kitas und öffentliche Gebäude.
„Sanierung und Erhalt haben Vorrang vor Neubauten."
Zurechnung: Aktuelles örtliches Wahlprogramm der Partei Bündnis 90/Die Grünen; eine persönliche Übernahme durch Belit Onay ist nicht dokumentiert.
Programm/Kampagne · Wahlprogramm Grüne Hannover 2026 (PDF)
Axel von der Ohe (SPD)
Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutigAus dem Programm nicht eindeutig ableitbar
Das SPD-Zukunftsprogramm will bei städtischen Gebäuden vorrangig umbauen und sanieren statt abzureißen und dafür eine Wirtschaftlichkeitsanalyse voranstellen. Ob verfügbare Investitionsmittel zuerst in den Bestand fließen sollen, bevor neu gebaut wird, sagt es nicht.
„Die Stadt macht eine Wirtschaftlichkeitsanalyse und setzt bei eigenen Gebäuden vorrangig auf Umbau und Sanierung statt Abriss"
Programm/Kampagne · SPD-Zukunftsprogramm Hannover 2026, Abschnitt Klima & Umwelt
Warum wird das nicht berücksichtigt?
Umbau statt Abriss entscheidet über den Umgang mit einem vorhandenen Gebäude, nicht über die Rangfolge zwischen Bestandssanierung und Neubau im Investitionshaushalt.
Peter Karst (CDU)
Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutigAus dem Programm nicht eindeutig ableitbar
Das CDU-Kurzwahlprogramm will Sportanlagen besser erhalten und modernisieren und den städtischen Bädern eine langfristige Entwicklungsperspektive geben; zugleich soll das Erika-Fisch-Stadion zu einem leistungsfähigen Leichtathletikstadion weiterentwickelt werden. Welcher der beiden Wege bei knappen Investitionsmitteln vorgeht, sagt es nicht.
„Die städtischen Bäder brauchen eine langfristige Entwicklungsperspektive"
Programm/Kampagne · CDU-Kurzwahlprogramm Hannover 2026, Kapitel X
Warum wird das nicht berücksichtigt?
Erhalt und Ausbau nebeneinander zu fordern belegt keine Rangfolge zwischen Bestandssanierung und Neubau.
Maren Kaminski (Die Linke)
Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutigAus dem Programm nicht eindeutig ableitbar
Das Kommunalwahlprogramm fordert ein Zehn-Jahres-Sonderprogramm zur Sanierung aller Schulgebäude und zugleich, Spielplätze und Schwimmbäder bedarfsgerecht neu zu bauen. Den Zielkonflikt löst es über höhere Einnahmen auf, nicht über einen Vorrang.
„Spielplätze und Schwimmbäder müssen in kommunaler Hand bleiben, bedarfsgerecht neu gebaut und konsequent barrierefrei gestaltet werden."
Programm/Kampagne · Kommunalwahlprogramm Die Linke Region Hannover 2026, Zeilen 218–219 und 455–456 der PDF-Fassung
Warum wird das nicht berücksichtigt?
Das Programm verlangt Sanierung und Neubau nebeneinander; eine Rangfolge bei knappen Investitionsmitteln formuliert es nicht.
Jessica Schülke (AfD)
Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutigAus dem Programm nicht eindeutig ableitbar
Das AfD-Programm erklärt die Sanierung der hannoverschen Schulen zur Verwaltungsaufgabe von höchster Priorität und will dafür bestehende Verwaltungsressourcen umlenken; im selben Abschnitt beklagt es einen Mangel an geeigneten Turnhallen und Sportplätzen.
„Insbesondere die Sanierung der hannoverschen Schulen wird die AfD Hannover als Verwaltungsaufgabe von höchster Priorität definieren"
Programm/Kampagne · AfD-Kommunalwahlprogramm Hannover 2026, S. 5
Warum wird das nicht berücksichtigt?
Das Programm lenkt Verwaltungsressourcen um, nicht Investitionsmittel, und fordert an gleicher Stelle zusätzliche Sportstätten. Eine Rangfolge zwischen Bestandssanierung und Neubau ergibt sich daraus nicht.
Thorsten Meyer (DIE HANNOVERANER)
Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutigAus dem Programm nicht eindeutig ableitbar
Das Programm will bei städtischen Gebäuden einen Sanierungsstau vermeiden, weil er am Ende teurer werde als regelmäßige Wartung. Ob Investitionsmittel zuerst in den Bestand fließen sollen, bevor neu gebaut wird, sagt es nicht.
„Sanieren und gestalten statt Sanierungsstau verwalten"
Programm/Kampagne · Kommunalwahlprogramm DIE HANNOVERANER 2026
Warum wird das nicht berücksichtigt?
Regelmäßige Wartung dem Verfall vorzuziehen ist keine Rangfolge gegenüber dem Neubau von Bädern, Schulen oder Sportstätten.
Zu 3 von 9 Kandidaturen lag im dokumentiert geprüften Quellenbestand mit Stand 10. August 2026 keine Aussage zu dieser These vor. Alle Kandidaturen erhalten denselben Fragenkatalog; eingehende Antworten werden laufend eingearbeitet und gekennzeichnet.
Alle Thesen dieses Checks
Diese Seite zeigt eine von 24 Thesen. Der vollständige Check rechnet Ihre eigenen Antworten gegen alle Positionen — ausschließlich in Ihrem Browser.
Wie eine Quelle zur gewerteten Position wird, welche Prüfungen eine These bestehen muss und wie gerechnet wird, steht in der Methodik aller Wahl-Checks.
Keine Wahlempfehlung. Die Auswertung läuft vollständig in Ihrem Browser — Ihre Antworten verlassen Ihr Gerät nicht. Korrekturhinweise an wahlcheck@einfach-digital.de.
Bei Recherche, Aufbereitung und Programmierung setzen wir KI-Werkzeuge ein. Jede These, jede verwendete Position und jede Begründung wird vor der Veröffentlichung von einem Menschen anhand der Originalquelle geprüft. Redaktionell verantwortlich ist Peter Neubert, Einfach Digital GmbH — er ist kein Mitglied einer politischen Partei.