Wohnen & Bauen

Ihme-Zentrum: Gewerbesockel kaufen

Hannover soll den Gewerbesockel des Ihme-Zentrums mit städtischem Geld erwerben.

Hannover · Oberbürgermeisterwahl am 13. September 2026

Recherchestand:

Zum kompletten Wahl-Check HannoverDiese Seite zeigt eine von 20 Thesen.

Worum geht es?

Der größte Teil der Gewerbeflächen im Ihme-Zentrum in Linden steht seit über 20 Jahren leer. Über die PIZ, die dem früheren Investor Lars Windhorst gehört, läuft ein Insolvenzverfahren. Ihre Anteile sind mit zwei Grundschulden des Immobilienunternehmers Ulrich Marseille über zusammen 290 Millionen Euro belastet; die Verwaltung nennt die Suche nach geeigneten Investoren deshalb schwierig.

Die Stadt stellt dem Insolvenzverwalter ein Massedarlehen von bis zu einer Million Euro zur Verfügung, mit dem er diese Grundschulden gerichtlich anfechten soll; der Gläubigerausschuss hatte ihn dazu am 12. Juni 2026 beauftragt. Der Rat hat die Bereitstellung nach dem Bericht der Immobilien Zeitung am 25. Juni 2026 beschlossen; ein Sitzungsprotokoll und eine Drucksachennummer sind bislang nicht veröffentlicht. Ein Darlehen zur Prozessfinanzierung ist ohnehin kein Erwerb: Es soll die Schuldenlast aus dem Weg räumen — ob das gelingt, entscheidet ein Gericht —, und selbst dann wäre nicht entschieden, wem der Gewerbesockel danach gehört.

Zugleich will die Stadt über einen neuen Bebauungsplan Druck auf die Eigentümer machen: Den Bebauungsplan Nr. 1928 „Blumenauer Straße / Ihmeufer“, der das Ihme-Zentrum umfasst, hat der Stadtbezirksrat Linden-Limmer am 24. Juni 2026 beschlossen; die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung lief bis zum 21. August 2026. Ein Baugebot und Enteignungen schließt der Oberbürgermeister nicht aus. Der Verwaltungsausschuss hat im Januar 2025 einstimmig ein Gutachten zu den städtischen Handlungsoptionen beauftragt, das ausdrücklich auch die Instrumente des besonderen Städtebaurechts prüfen soll. Bebauungsplan, Baugebot und die Anfechtungsklage sind damit Wege, auf die Eigentümer einzuwirken, ohne dass die Stadt selbst erwirbt.

Ein Erwerb durch die Stadt brächte die Entwicklung in die öffentliche Hand, belastet aber einen Haushalt, der bereits ein Defizit ausweist.

Zustimmung bedeutet

Hannover soll den Gewerbesockel selbst erwerben und seine Entwicklung in die öffentliche Hand nehmen.

Ablehnung bedeutet

Hannover soll den Gewerbesockel nicht mit städtischem Geld erwerben.

Die Positionen

Zu dieser Frage liegen belegte Positionen von 5 der 9 Kandidaturen vor.

Persönliche Aussagen haben Vorrang vor Parteiprogrammen; vorläufige Parteipositionen sind als solche gekennzeichnet und werden nicht doppelt gerechnet. Klare politische Tendenzen bleiben sichtbar, wenn ein entscheidender Teil der exakten These offen ist; sie werden nie berechnet. Ohne eindeutigen Beleg wird nichts berechnet.

Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen)

Dagegen

Persönliche Position: Dagegen

Er lehnte den Vorschlag eines Kaufs durch die Stadt auf der Podiumsdiskussion am 23. Juni 2026 ab und verfolgt einen anderen Weg: Die Stadt unterstützt die Anfechtungsklage gegen die Grundschuld mit einem Kredit von einer Million Euro, und über einen neuen Bebauungsplan will er die Eigentümer zum Investieren zwingen — ein Baugebot und Enteignungen schließt er dabei nicht aus.

Zurechnung: Onay hat die Kreditvergabe als Oberbürgermeister gemeinsam mit dem Finanzdezernenten öffentlich verkündet und begründet, den neuen Bebauungsplan selbst angekündigt und auf der Podiumsdiskussion persönlich Stellung zum Kaufvorschlag bezogen.

Handeln im Amt · HAZ, Podiumsdiskussion Zukunftswerkstatt, 25.06.2026 · HAZ, Stadt finanziert Klage gegen die Grundschuld, 22.06.2026 · HAZ, Onay denkt über Enteignung nach, 29.04.2026

Axel von der Ohe (SPD)

Dagegen

Persönliche Position: Dagegen

Er lehnt einen Kauf des Ihme-Zentrums durch die Stadt ab, weil die Stadt damit die eingetragene Grundschuld von 290 Millionen Euro bedienen müsste; stattdessen unterstützt die Stadt die Anfechtungsklage gegen diese Grundschuld mit einem Kredit von einer Million Euro.

Marseille wird sagen: Stadt, gib mir 290 Millionen Euro. Dann kannst du das Ihme-Zentrum haben."

Öffentliche Aussage · HAZ, Podiumsdiskussion Zukunftswerkstatt, 25.06.2026 · HAZ, Stadt finanziert Klage gegen die Grundschuld, 22.06.2026

Peter Karst (CDU)

Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutig

Aus dieser Aussage nicht eindeutig ableitbar

Er hat die Teilnahme an der Podiumsdiskussion zur Zukunft des Ihme-Zentrums abgesagt. Im HAZ-Debattenbus fragte er zurückhaltend, wie viel Geld man in Nutzungskonzepte stecke, bevor die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt seien.

Wie viel Geld investiert man jetzt in die Entwicklung von Konzepten für die Nutzung, bevor man nicht die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt hat?"

Öffentliche Aussage · HAZ, Debattenbus am Ihme-Zentrum, 18.07.2026 · HAZ, Podiumsdiskussion Zukunftswerkstatt, 25.06.2026

Warum wird das nicht berücksichtigt?

Eine Rückfrage nach der Reihenfolge von rechtlicher Klärung und Konzeptarbeit ist keine Festlegung dafür oder dagegen, dass die Stadt den Gewerbesockel selbst erwirbt.

Maren Kaminski (Die Linke)

Dafür

Eigene Antwort: Dafür

Sie stimmt dem Erwerb zu: Das Ihme-Zentrum sei viel zu lange vernachlässigt worden, und wenn der Markt es nicht regele, müsse die Stadt einspringen. Öffentlich hat sie dafür geworben, mit dem Grundschuldgläubiger zu verhandeln und den Kauf über eine Bürgeranleihe und ein städtisches Sondervermögen zu finanzieren; zusätzlich soll die Immobilie zum Sanierungsgebiet erklärt werden, um Bundesfördermittel einzuwerben.

Originalantwort anzeigen

Das Ihme-Zentrum wurde viel zu lange vernachlässigt, wenn der Markt nicht regelt, muss die Stadt ran.

Eigene Antwort (Fragebogen) · Selbstauskunft gegenüber einfach.digital, 28.08.2026 · HAZ, Podiumsdiskussion Zukunftswerkstatt, 25.06.2026 · HAZ, Interview Maren Kaminski, 06.05.2026

Jessica Schülke (AfD)

Dagegen

Eigene Antwort: Dagegen

Sie hält die Stadt für unfähig als Unternehmerin und verweist auf die Wasserstoffproduktion im Klärwerk Herrenhausen und das Ecovillage am Kronsberg. Ein Kauf würde nach ihrer Darstellung Verluste privater Investoren sozialisieren.

Originalantwort anzeigen

Mit Projekten, wie der Wasserstoffproduktion im Klärwerk Herrenhausen oder dem Ecovillage auf dem Kronsberg hat die Stadt Hannover über 10 Mio.€ versenkt und bewiesen, dass sie als Unternehmerin gänzlich unfähig ist. Der Erwerb des Gewerbesockels des Ihme Zentrums ist daher keine sinnvolle Option – zumal Verluste von privaten Investoren sozialisiert werden, deren Gewinne privat nutzbar gewesen wären.

Eigene Antwort (Fragebogen) · Selbstauskunft gegenüber einfach.digital, 06.09.2026

Thorsten Meyer (DIE HANNOVERANER)

Teils / teils

Eigene Antwort: Teils / teils

Er hat teils/teils bzw. neutral angekreuzt und keine Begründung angegeben.

Warum Mittelposition: Im Fragebogen als teils/teils angekreuzt, ohne Begründung.

Eigene Antwort (Fragebogen) · Selbstauskunft gegenüber einfach.digital, 28.08.2026

Zu 3 von 9 Kandidaturen lag im dokumentiert geprüften Quellenbestand mit Stand 6. September 2026 keine Aussage zu dieser These vor. Alle Kandidaturen erhalten denselben Fragenkatalog; eingehende Antworten werden laufend eingearbeitet und gekennzeichnet.

Alle Thesen dieses Checks

Diese Seite zeigt eine von 20 Thesen. Der vollständige Check rechnet Ihre eigenen Antworten gegen alle Positionen — ausschließlich in Ihrem Browser.

Zum Wahl-Check Hannover

Wie eine Quelle zur gewerteten Position wird, welche Prüfungen eine These bestehen muss und wie gerechnet wird, steht in der Methodik aller Wahl-Checks.

Keine Wahlempfehlung. Die Auswertung läuft vollständig in Ihrem Browser — Ihre Antworten verlassen Ihr Gerät nicht. Korrekturhinweise an wahlcheck@einfach-digital.de

Bei Recherche, Aufbereitung und Programmierung setzen wir KI-Werkzeuge ein. Jede These, jede verwendete Position und jede Begründung wird vor der Veröffentlichung von einem Menschen anhand der Originalquelle geprüft. Redaktionell verantwortlich ist Peter Neubert, Einfach Digital GmbH — er ist kein Mitglied einer politischen Partei.