Bildung & Schule
Mehr Krippen- und Kindergartenplätze
Hannover soll weitere Krippen- und Kindergartenplätze schaffen, obwohl die stadtweiten Versorgungsziele erreicht sind.
Hannover · Oberbürgermeisterwahl am 13. September 2026
Recherchestand:
Worum geht es?
Auf einen Betreuungsplatz besteht ab dem vollendeten ersten Lebensjahr ein Rechtsanspruch; bei Kindern unter drei Jahren kann er auch durch Kindertagespflege erfüllt werden. Rechnerisch sind beide städtischen Versorgungsziele erreicht: Der Kindertagesstättenbericht 2026 weist zum 1. Oktober 2025 für die rechtsanspruchsrelevante Altersgruppe eine Versorgungsquote von 72,57 Prozent bei einer Zielgröße von 70 Prozent aus, für den Kindergartenbereich 104,23 Prozent bei einer Zielgröße von 102 Prozent. In diese Quoten fließen auch genehmigte, zum Stichtag unbelegte Plätze ein — sie messen das Angebot, nicht die Belegung; bei der Kindertagespflege zählen dagegen nur die tatsächlich betreuten Kinder. Unbelegt waren 874 Krippen- und 1.206 Kindergartenplätze. Die rechtsanspruchsrelevante Altersgruppe schrumpfte binnen eines Jahres um 477 Kinder; weil auch die Zahl der unter Einjährigen sank, erwartet die Stadt ab 2027 einen weiter rückläufigen Bedarf. Der Bericht sieht darin die Chance, pädagogische Konzepte weiterzuentwickeln, Fachkräfte gezielt zu stärken und die individuelle Förderung der Kinder stärker in den Mittelpunkt zu rücken; vorhandene Angebote sollen bei Bedarf umstrukturiert werden.
Rechnerisch freie Plätze sind aber nicht automatisch nutzbar. Neue Gruppen lassen sich nur öffnen, wenn ausreichend pädagogische Fachkräfte da sind, und Betreuungsform oder Lage passen nicht immer zum Bedarf: Der Bericht nennt ausdrücklich weiterhin temporäre Engpässe in einigen Stadtbezirken. Wie weit die Bezirke auseinanderliegen, zeigen Zahlen der Stadt vom 1. Oktober 2023: Im Stadtbezirk Nord lag die Krippen-Versorgungsquote damals bei 89 Prozent, in Ricklingen bei knapp 47 Prozent, in Kirchrode-Bemerode-Wülfel und in Ahlem-Badenstedt-Davenstedt bei je 49 Prozent. Freie Krippenplätze gab es 2025 vor allem in List, Oststadt, Nordstadt und Linden — Stadtteilen mit überdurchschnittlichem Angebot.
Ein Teil der laufenden Bauvorhaben sichert bestehende Plätze, statt neue zu schaffen — etwa der Anbau an der Kita Levester Straße in Oberricklingen für rund 2,6 Millionen Euro, der ein Provisorium dauerhaft ersetzt und 24 Kindergartenplätze sichert.
Quellen (5)
- Kindertagesstättenbericht 2025, Anlage 1 zu Drucksache 0694/2026 (Jugendhilfeausschuss 22.06.2026)
- Informationsdrucksache 1457/2026, Kindertagesstättenbericht 2026 (Datenstand 01.10.2025)
- Stadt Hannover, Arbeiten für Kita-Anbau an der Levester Straße beginnen, Juni 2026
- Stadt Hannover, Anspruch auf einen Kita-Platz
- HAZ, Versorgungsquoten der Stadtbezirke zum 01.10.2023 und freie Krippenplätze 2025, 07.09.2025
Zustimmung bedeutet
Hannover soll die Zahl der Krippen- und Kindergartenplätze weiter erhöhen.
Ablehnung bedeutet
Hannover soll die Zahl der Plätze nicht weiter erhöhen.
Die Positionen
Zu dieser Frage liegen belegte Positionen von 4 der 9 Kandidaturen vor.
Persönliche Aussagen haben Vorrang vor Parteiprogrammen; vorläufige Parteipositionen sind als solche gekennzeichnet und werden nicht doppelt gerechnet. Klare politische Tendenzen bleiben sichtbar, wenn ein entscheidender Teil der exakten These offen ist; sie werden nie berechnet. Ohne eindeutigen Beleg wird nichts berechnet.
Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen)
Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutigAus dieser Aussage nicht eindeutig ableitbar
Onay will Familien mit „mehr Personal für verlässliche Kinderbetreuung“ entlasten; das Wahlprogramm seiner Partei will flexible, wohnort- und betriebsnahe Kinderbetreuung mit Randzeiten ausbauen und Betreuungsangebote in Gewerbegebieten und Gründungszentren schaffen.
„Ich will Familien konkret unterstützen — mit bezahlbarem und gesundem Schulessen, mehr Personal für verlässliche Kinderbetreuung und offenen Sport- und Freizeitangeboten (Open Sundays)."
Öffentliche Aussage · Belit Onay, 8-Punkte-Plan „Weiter mit Belit Onay“, Juli 2026 · Wahlprogramm Grüne Hannover 2026 (PDF)
Warum wird das nicht berücksichtigt?
Die These fragt nach zusätzlichen Kita- und Krippenplätzen. Beide Quellen sprechen von Personal, Flexibilität und Randzeiten — also von der Qualität und den Zeiten vorhandener Betreuung, nicht von der Zahl der Plätze. Mehr Personal schafft keinen zusätzlichen Platz.
Axel von der Ohe (SPD)
Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutigAus dem Programm nicht eindeutig ableitbar
Das SPD-Zukunftsprogramm will angesichts sinkender Geburtenzahlen Gruppen verkleinern, unterjährig freie Plätze ermöglichen und das Angebot integrativer Krippen- und Kitaplätze ausbauen.
„Nach einer Zeit der Knappheit an Kitaplätzen erleben wir seit dem Beginn des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine einen Geburtenrückgang, der uns vor wichtige Entscheidungen stellt."
Programm/Kampagne · SPD-Zukunftsprogramm Hannover 2026, Abschnitt „Bildung & Betreuung“
Warum wird das nicht berücksichtigt?
Der Ausbau eines integrativen Teilangebots kann durch Umwidmung vorhandener Kapazitäten erfolgen. Der Absatz verspricht weder zusätzliche Plätze insgesamt noch eine Erhöhung der Gesamtzahl; nach Codierregel 4 wird diese fehlende Festlegung weder als Zustimmung noch als Mittelposition gerechnet.
Peter Karst (CDU)
Parteiprogramm: Dafür – persönlich noch nicht bestätigtParteiprogramm: Dafür– persönlich noch nicht bestätigt
Das Programm nennt zusätzliche Kita- und Krippenplätze wörtlich als eigenes Ziel — das ist die Entscheidung der These.
Das CDU-Kurzwahlprogramm setzt sich für den weiteren Ausbau der Sprachförderung, zusätzliche Kita- und Krippenplätze sowie die Wahlfreiheit zwischen Hort und Ganztagsbetreuung ein.
„zusätzliche Kita- und Krippenplätze"
Zurechnung: Aktuelles örtliches Kurzwahlprogramm der CDU Hannover; eine persönliche Übernahme durch Peter Karst ist nicht dokumentiert.
Programm/Kampagne · CDU-Kurzwahlprogramm Hannover 2026, Kapitel IX
Maren Kaminski (Die Linke)
DafürEigene Antwort: Dafür
Sie verbindet den Ausbau mit einer Qualitätsoffensive und sieht die erreichten Versorgungsziele nur als Etappe.
Originalantwort anzeigen
KiTa-Ausbau bedeutet für uns immer auch einen Ausbau der KiTa-Qualität. Die Erreichung der Versorgungsziele sind nur ein Etappensieg und verschafft uns Luft, endlich über eine Qualitätsoffensive nachzudenken.
Eigene Antwort (Fragebogen) · Selbstauskunft gegenüber einfach.digital, 28.08.2026
Parteiprogramm: Dafür– persönliche Position hat Vorrang; nicht doppelt gerechnet
Das Programm fordert einen bedarfsdeckenden Ausbau der Betreuungsplätze — das ist die Entscheidung der These.
Das Kommunalwahlprogramm fordert einen bedarfsdeckenden Ausbau der Betreuungsplätze mit einem Recht jeder Familie auf einen wohnortnahen Platz.
„Bedarfsdeckender Ausbau: Jede Familie hat ein Recht auf einen wohnortnahen Betreuungsplatz."
Zurechnung: Kommunalwahlprogramm des Kreisverbands Die Linke Region Hannover, zu dem die Landeshauptstadt gehört; ein eigenes Stadtprogramm gibt es nicht. Das Programm spricht durchgehend von den Kommunen der Region — herangezogen wird deshalb ausschließlich eine Passage, über deren Gegenstand die Stadt selbst entscheidet: die Zahl der Betreuungsplätze auf ihrem Gebiet. Eine persönliche Übernahme durch Maren Kaminski ist nicht dokumentiert.
Programm/Kampagne · Kommunalwahlprogramm Die Linke Region Hannover 2026, Kapitel 4.1, Zeilen 426–427 der PDF-Fassung
Jessica Schülke (AfD)
DagegenEigene Antwort: Dagegen
Sie steht der Fremdbetreuung unter Dreijähriger kritisch gegenüber und hält den Ausbau für nachrangig gegenüber familiärer Erziehung; stattdessen fordert sie finanzielle Unterstützung, damit Eltern ihre Kinder bis zum vierten Lebensjahr selbst betreuen können.
Originalantwort anzeigen
Wir stehen Fremdbetreuung bei unter Dreijährigen kritisch entgegen, da sie mit Entwicklungsrisiken verbunden sein kann und sehen den Ausbau der vorhandenen Einrichtungen daher als nachrangig zur familiären Erziehung. Im Gegenzug wollen wir mehr finanzielle Unterstützung für Familien (z.B. durch Erziehungsgeld oder Familiengeld), damit Eltern ihre Kinder bis zum vierten Lebensjahr selbst zu Hause betreuen können. Ferner ist eine rechtlich gebotene Remigration, der sich derzeit unrechtmäßig im Land befindenden Wirtschaftsmigranten anzustreben. Dadurch wird sich die Einwohnerzahl in Hannover regulieren und der Bedarf an Betreuungseinrichtungen reduzieren.
Eigene Antwort (Fragebogen) · Selbstauskunft gegenüber einfach.digital, 06.09.2026
Thorsten Meyer (DIE HANNOVERANER)
DafürEigene Antwort: Dafür
Er will die Zahl der Krippen- und Kindergartenplätze weiter erhöhen.
Eigene Antwort (Fragebogen) · Selbstauskunft gegenüber einfach.digital, 28.08.2026
Aus dem Programm nicht eindeutig ableitbar
Das Programm fordert eine deutlich stärkere Förderung von Betriebskitas und einen attraktiveren Erzieherberuf. Ob die Stadt selbst zusätzliche Kita- und Krippenplätze schaffen soll, sagt es nicht.
„Wir HANNOVERANER sprechen uns für eine deutlich stärkere Förderung von Betriebskitas aus."
Programm/Kampagne · Kommunalwahlprogramm DIE HANNOVERANER 2026
Warum wird das nicht berücksichtigt?
Die Förderung betrieblicher Einrichtungen beantwortet nicht, ob Hannover selbst zusätzliche Plätze schaffen soll.
Zu 3 von 9 Kandidaturen lag im dokumentiert geprüften Quellenbestand mit Stand 6. September 2026 keine Aussage zu dieser These vor. Alle Kandidaturen erhalten denselben Fragenkatalog; eingehende Antworten werden laufend eingearbeitet und gekennzeichnet.
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