Migration & Integration

Wohnungen statt Gemeinschaftsunterkünfte

Geflüchtete, die der Stadt zugewiesen werden, soll Hannover vorrangig in Wohnungen unterbringen statt in Gemeinschaftsunterkünften.

Hannover · Oberbürgermeisterwahl am 13. September 2026

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Worum geht es?

Wie viele Geflüchtete eine Kommune aufnimmt, entscheidet sie nicht selbst. Wie sie sie unterbringt, gestaltet sie im Rahmen der rechtlichen Vorgaben.

Hannover verfolgt seit 2025 eine Unterbringungsstrategie mit dem Ziel, Gemeinschaftsunterkünfte zu reduzieren und die Zahl der Wohnplätze zu erhöhen. Nach der Strategie verfügt sie über rund 8.395 Plätze für geflüchtete und wohnungslose Menschen: in 49 Gemeinschaftsunterkünften mit rund 4.259 Plätzen, 11 Notunterkünften, 17 Wohnprojekten und 446 Wohnungen mit rund 1.000 Plätzen, dazu Notkapazitäten und Notschlafstellen. Die Unterbringung in Wohnungen soll dabei zum Regelfall werden; als Zielgröße nennt die Strategie 5.000 Plätze. Zugleich sollen Gemeinschaftsunterkünfte für rund 2.000 Personen erhalten bleiben. Die Strategie gilt für beide Gruppen gemeinsam; wie viele der Wohnungen ausschließlich Geflüchteten zugeordnet sind, weist sie nicht aus.

Die Strategie wägt selbst ab. Für Wohnungen führt sie Privatsphäre und eigene Perspektiven an sowie geringere laufende Kosten, weil Sicherheitsdienst entfällt und Sozialarbeit zurückgeht; den Umbau bestehender Unterkünfte will sie anstreben, „solange der Wohnungsmarkt angespannt bleibt“. Dem steht der Aufwand am Anfang gegenüber: Neu- und Umbau sind „mit hohen Investitionen verbunden“. Gemeinschaftsunterkünfte hält sie für Personen vor, die zeitweise mehr Unterstützung benötigen oder „gesetzlich dazu verpflichtet sind, sich dort temporär während des Asylverfahrens aufzuhalten“.

Zustimmung bedeutet

Hannover soll zugewiesene Geflüchtete vorrangig in Wohnungen unterbringen.

Ablehnung bedeutet

Hannover soll zugewiesene Geflüchtete vorrangig in Gemeinschaftsunterkünften unterbringen.

Die Positionen

Zu dieser Frage liegen belegte Positionen von 4 der 9 Kandidaturen vor.

Persönliche Aussagen haben Vorrang vor Parteiprogrammen; vorläufige Parteipositionen sind als solche gekennzeichnet und werden nicht doppelt gerechnet. Klare politische Tendenzen bleiben sichtbar, wenn ein entscheidender Teil der exakten These offen ist; sie werden nie berechnet. Ohne eindeutigen Beleg wird nichts berechnet.

Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen)

Dafür

Persönliche Position: Dafür

Die Stadt hat unter seiner Führung eine neue Unterbringungsstrategie mit dem Ziel, Gemeinschaftsunterkünfte zu reduzieren und die Zahl der Wohnplätze zu erhöhen; die Unterkunft Rohrskamp mit 24 Wohnungen ist nach diesen Vorgaben gebaut.

Demnach ist es das Ziel, Gemeinschaftsunterkünfte zu reduzieren und gleichzeitig die Zahl der Wohnplätze für Geflüchtete zu erhöhen."

Zurechnung: Onay stellte die laufende Unterbringungsstrategie als Oberbürgermeister persönlich vor und begründete sie öffentlich.

Handeln im Amt · Stadt Hannover, Onay zur Unterbringungsstrategie, 17.03.2025 · Stadt Hannover, Unterkunft Am Rohrskamp 1 bis 4, 11.07.2025

Peter Karst (CDU)

Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutig

Aus dem Programm nicht eindeutig ableitbar

Das CDU-Regionsprogramm hält fest, dass viele Geflüchtete in speziellen Unterkünften leben, und fordert, die kommunalen Anstrengungen in Stadt und Umland dürften nicht nachlassen, um für Menschen mit Bleibeperspektive eigene Wohnräumlichkeiten zu finden.

Daher dürfen die kommunalen Anstrengungen in Stadt und Umland nicht nachlassen, um für Menschen mit Bleibeperspektive eigene Wohnräumlichkeiten zu finden."

Zurechnung: Programm des CDU-Regionsverbands Hannover zur Regionswahl 2026; eine Übernahme durch Peter Karst oder die CDU Hannover-Stadt ist nicht dokumentiert.

Programm/Kampagne · CDU Region Hannover, Wahlprogramm 2026–2031 (beschlossen 09.05.2026)

Warum wird das nicht berücksichtigt?

Die These fragt nach einem Vorrang für die dezentrale Unterbringung aller zugewiesenen Geflüchteten. Das Programm beschränkt seine Forderung ausdrücklich auf Menschen mit Bleibeperspektive und stellt Wohnung und Gemeinschaftsunterkunft nicht gegeneinander.

Maren Kaminski (Die Linke)

Dafür

Eigene Antwort: Dafür

Sie sieht in Privatsphäre und eigenem Wohnraum eine Voraussetzung für Integration und für einen schnelleren Zugang zum Arbeitsmarkt.

Originalantwort anzeigen

Privatsphäre und eigener Wohnraum fördert die Integration und ermöglicht es Menschen, schneller auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Eigene Antwort (Fragebogen) · Selbstauskunft gegenüber einfach.digital, 28.08.2026

Jessica Schülke (AfD)

Dagegen

Eigene Antwort: Dagegen

Sie führt steigende Ausgaben und Wohnungsknappheit auf Zuwanderung zurück und will Geflüchtete bis zur Klärung ihres Aufenthaltsstatus oder bis zu einer Abschiebung kostengünstig in Gemeinschaftsunterkünften unterbringen.

Originalantwort anzeigen

Der enorme Zustrom von illegalen und oftmals nicht integrierbereiten Migranten ist einer der Hauptgründe, dafür, dass die Ausgabenlast (Sozialleistungen/Unterkünfte) für die Stadt Hannover stetig steigt. Die Folge sind Wohnungsknappheit, die die Mitpreise immer weiter in die Höhe treiben. Die Durchschnittliche Vergleichsmiete ist seit 2015 in Hannover um über 40 % gestiegen. Um die Hannoveraner nicht weiter mit hohen Steuerlasten zu belasten und mehr Wohnraum zu schaffen sind „Flüchtlinge“ bis zur Klärung ihres Aufenthaltsstatus oder bis zu ihrer Abschiebung kostengünstig in Gemeinschaftsunterkünften unterzubringen.

Eigene Antwort (Fragebogen) · Selbstauskunft gegenüber einfach.digital, 06.09.2026

Thorsten Meyer (DIE HANNOVERANER)

Dagegen

Eigene Antwort: Dagegen

Er will zugewiesene Geflüchtete vorrangig in Gemeinschaftsunterkünften unterbringen.

Eigene Antwort (Fragebogen) · Selbstauskunft gegenüber einfach.digital, 28.08.2026

Parteiprogramm: Teils / teils– weicht von der persönlichen Position ab; gerechnet wird nur die persönliche Position

Das Programm bewertet ausdrücklich nur Asylbewerber im laufenden Verfahren und vollziehbar Ausreisepflichtige; für diese Gruppen lehnt es Wohnungen ab, andere zugewiesene Gruppen bleiben offen.

Das Programm will Asylbewerber im laufenden Verfahren sowie ausreisepflichtige Personen grundsätzlich in Gemeinschaftsunterkünften und nicht in eigenen Wohnungen unterbringen. Andere nach dem niedersächsischen Aufnahmegesetz zugewiesene Gruppen erfasst diese Aussage nicht.

Asylbewerber im laufenden Anerkennungsverfahren sowie geduldete, vollziehbar ausreisepflichtige Ausländer sollten grundsätzlich in Gemeinschaftsunterkünften und nicht in eigenen Wohnungen untergebracht werden."

Zurechnung: Aktuelles Programm der Wählergemeinschaft DIE HANNOVERANER; die Kandidatenseite belegt keine persönliche Übernahme durch Thorsten Meyer.

Warum Mittelposition: Die Haltung fällt je nach Fallgruppe unterschiedlich aus.

Programm/Kampagne · Kommunalwahlprogramm DIE HANNOVERANER 2026

Zu 4 von 9 Kandidaturen lag im dokumentiert geprüften Quellenbestand mit Stand 6. September 2026 keine Aussage zu dieser These vor. Alle Kandidaturen erhalten denselben Fragenkatalog; eingehende Antworten werden laufend eingearbeitet und gekennzeichnet.

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