Wohnen & Bauen
Sozialquote über 30 Prozent
Bei Wohnungsbauprojekten, für die Hannover neues Baurecht schafft, soll die Mindestquote für geförderte Wohnungen über 30 Prozent steigen.
Hannover · Oberbürgermeisterwahl am 13. September 2026 · Datenstand 29. Juli 2026
Worum geht es?
Wo Hannover neues Baurecht schafft, verpflichtet die Stadt Investorinnen und Investoren über städtebauliche Verträge, mindestens 30 Prozent der Wohnungen als geförderten Wohnungsbau zu errichten — die sogenannte Sozialquote. Geförderte Wohnungen haben gebundene Mieten und dürfen nur an Haushalte mit Wohnberechtigungsschein vermietet werden. Eine höhere Quote bringt mehr preisgebundene Wohnungen aus demselben Bauvorhaben, verschiebt die Kosten aber auf die übrigen Wohnungen des Projekts und kann Vorhaben unrentabel machen.
Quelle: Drucksache 0363/2024, Sozialquote bei neuen Baurechten
Dafür spricht
Hannover soll bei neuen Baurechten mehr geförderte Wohnungen verlangen, weil auf dem angespannten Markt sonst überwiegend hochpreisiger Wohnraum entsteht.
Dagegen spricht
Hannover soll es bei 30 Prozent belassen; eine höhere Quote verteuert die übrigen Wohnungen und kann Investoren abschrecken.
Die Positionen
Belegte Positionen von 4 der 9 Kandidaturen. Persönliche Aussagen haben Vorrang vor Parteiprogrammen; vorläufige Parteipositionen sind als solche gekennzeichnet und werden nicht doppelt gerechnet. Ohne eindeutigen Beleg wird nichts berechnet.
Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen)
Parteiprogramm: Dafür – persönlich noch nicht bestätigtParteiprogramm: Dafür– persönlich noch nicht bestätigt
Das Programm will den Anteil ausdrücklich auf mindestens 35 Prozent erhöhen und liegt damit über den geltenden 30 Prozent, nach denen die These fragt.
Das Grünen-Programm will den Anteil sozial gebundener Wohnungen in Neubaugebieten auf mindestens 35 Prozent erhöhen, verbindliche Quoten für geförderten, genossenschaftlichen und gemeinschaftlichen Wohnungsbau festschreiben, die Sozialbindung auf mindestens 25 Jahre verlängern und die städtische Wohnraumförderung ausbauen.
„In Neubaugebieten erhöhen wir den Anteil sozial gebundener Wohnungen auf mindestens 35 Prozent"
Zurechnung: Aktuelles örtliches Wahlprogramm der Partei Bündnis 90/Die Grünen; eine persönliche Übernahme durch Belit Onay ist nicht dokumentiert.
Programm/Kampagne · Wahlprogramm Grüne Hannover 2026
Axel von der Ohe (SPD)
DafürPersönliche Position: Dafür
Er will den Anteil geförderter Wohnungen bei neu erschlossenen Baugebieten von 30 auf 40 Prozent anheben und zusätzlich eine neue Förderkategorie für Mieten von neun Euro je Quadratmeter einführen.
„nicht mehr wie bisher 30 Prozent, sondern 40 Prozent"
Öffentliche Aussage · HAZ, Steigende Mietpreise: Wie wird Wohnen in Hannover wieder bezahlbar?, 12.04.2026
Maren Kaminski (Die Linke)
Parteiprogramm: Dafür – persönlich noch nicht bestätigtParteiprogramm: Dafür– persönlich noch nicht bestätigt
Das Programm fordert eine verbindliche Sozialquote von mindestens 70 Prozent im Bebauungsplan und liegt damit weit über den geltenden 30 Prozent.
Das Kommunalwahlprogramm fordert in künftigen Projekten des Geschosswohnungsbaus eine Sozialquote von mindestens 70 Prozent und will sie verbindlich im Bebauungsplan festsetzen; ergänzend soll die kommunale Wohnraumförderung ausgebaut werden.
„Mindestens 70% Sozialquote (kommunal oder genossenschaftlich) in zukünftigen Projekten im Bereich des Geschosswohnungsbaus."
Zurechnung: Aktuelles örtliches Wahlprogramm der Partei Die Linke; eine persönliche Übernahme durch Maren Kaminski ist nicht dokumentiert.
Programm/Kampagne · Kommunalwahlprogramm Die Linke Region Hannover 2026, Zeilen 129–133
Jessica Schülke (AfD)
DagegenPersönliche Position: Dagegen
Sie lehnt die geltende Sozialquote von 30 Prozent als zu hoch ab und setzt stattdessen auf eine Selbstregulierung des Marktes; auf kommunale Steuerung zugunsten geringer und mittlerer Einkommen will sie verzichten.
„Diese Quote ist zu hoch"
Öffentliche Aussage · HAZ, Porträt Jessica Schülke, 28.05.2026
Parteiprogramm: Dagegen– persönliche Position hat Vorrang; nicht doppelt gerechnet
Das Programm zählt die Sozialwohnungsquote ausdrücklich zu den abzubauenden Regulierungen und lehnt damit auch ihre Erhöhung ab.
Das AfD-Programm will Maßnahmen stoppen, die private Wohnungsbauprojekte erschweren, und nennt dabei die Sozialwohnungsquote neben Zweckentfremdungs- und Stellplatzsatzung ausdrücklich.
„Zweckentfremdungssatzung, Stellplatzsatzung, Sozialwohnungsquote"
Zurechnung: Aktuelles örtliches AfD-Kommunalwahlprogramm; eine persönliche Übernahme durch Jessica Schülke ist nicht dokumentiert.
Programm/Kampagne · AfD-Kommunalwahlprogramm Hannover 2026, S. 7
Zu 5 von 9 Kandidaturen lag im dokumentiert geprüften Quellenbestand mit Stand 29. Juli 2026 keine Aussage zu dieser These vor. Ein identischer Fragebogen liegt allen Kandidaturen vor; eingehende Antworten werden laufend eingearbeitet und gekennzeichnet.
Alle Thesen dieses Checks
Diese Seite zeigt eine von 26 Thesen. Der vollständige Check rechnet Ihre eigenen Antworten gegen alle Positionen — ausschließlich in Ihrem Browser.
Keine Wahlempfehlung. Die Auswertung läuft vollständig in Ihrem Browser — Ihre Antworten verlassen Ihr Gerät nicht. Korrekturhinweise an wahlcheck@einfach-digital.de.