Wohnen & Bauen
Sozialquote über 30 Prozent
Bei Wohnungsbauprojekten, für die Hannover neues Baurecht schafft, soll die Mindestquote für geförderte Wohnungen über 30 Prozent steigen.
Hannover · Oberbürgermeisterwahl am 13. September 2026
Recherchestand:
Worum geht es?
Wo Hannover neues Baurecht schafft, verpflichtet die Stadt Investorinnen und Investoren über städtebauliche Verträge, mindestens 30 Prozent der Wohnungen als geförderten Wohnungsbau zu errichten — die sogenannte Sozialquote. Geförderte Wohnungen haben gebundene Mieten und dürfen nur an Haushalte mit Wohnberechtigungsschein vermietet werden.
Eine höhere Quote bringt mehr preisgebundene Wohnungen aus demselben Bauvorhaben. Gegen eine Erhöhung wird eingewandt, sie verschiebe die Kosten auf die übrigen Wohnungen des Projekts und könne Vorhaben unrentabel machen; eine örtliche Projektkalkulation, die das für Hannover beziffert, liegt nicht vor.
Für eine Erhöhung spricht der Bindungsauslauf: Nach dem Wohnkonzept 2035 könnten bis Ende 2026 fast ein Viertel der geförderten Wohnungen wegfallen. Zum 31. März 2025 verfügte die Stadt über Belegrechte an 18.623 Wohnungen.
Quellen (2)
Zustimmung bedeutet
Hannover soll bei neuen Baurechten mehr geförderte Wohnungen verlangen.
Ablehnung bedeutet
Hannover soll es bei den geltenden 30 Prozent belassen.
Die Positionen
Zu dieser Frage liegen belegte Positionen von 3 der 9 Kandidaturen vor.
Persönliche Aussagen haben Vorrang vor Parteiprogrammen; vorläufige Parteipositionen sind als solche gekennzeichnet und werden nicht doppelt gerechnet. Klare politische Tendenzen bleiben sichtbar, wenn ein entscheidender Teil der exakten These offen ist; sie werden nie berechnet. Ohne eindeutigen Beleg wird nichts berechnet.
Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen)
DafürPersönliche Position: Dafür
Er nennt in seinem 8-Punkte-Plan eine eigene Zahl: mindestens 35 Prozent geförderter Wohnungsbau. Die städtische Regel liegt bei 30 Prozent; die These fragt nach einer Erhöhung darüber hinaus.
„Ich will mindestens 35 % geförderten Wohnungsbau, die Umnutzung geeigneter Büroflächen und eine kluge Nachverdichtung, damit neuer Wohnraum dort entsteht, wo er gebraucht wird."
Öffentliche Aussage · Belit Onay, 8-Punkte-Plan „Weiter mit Belit Onay“, Juli 2026
Parteiprogramm: Dafür– persönliche Position hat Vorrang; nicht doppelt gerechnet
Das Programm will den Anteil ausdrücklich auf mindestens 35 Prozent erhöhen und liegt damit über den geltenden 30 Prozent, nach denen die These fragt.
Das Grünen-Programm will den Anteil sozial gebundener Wohnungen in Neubaugebieten auf mindestens 35 Prozent erhöhen, verbindliche Quoten für geförderten, genossenschaftlichen und gemeinschaftlichen Wohnungsbau festschreiben, die Sozialbindung auf mindestens 25 Jahre verlängern und die städtische Wohnraumförderung ausbauen.
„In Neubaugebieten erhöhen wir den Anteil sozial gebundener Wohnungen auf mindestens 35 Prozent"
Zurechnung: Aktuelles örtliches Wahlprogramm der Partei Bündnis 90/Die Grünen; eine persönliche Übernahme durch Belit Onay ist nicht dokumentiert.
Programm/Kampagne · Wahlprogramm Grüne Hannover 2026 (PDF)
Axel von der Ohe (SPD)
DafürPersönliche Position: Dafür
Er will den Anteil geförderter Wohnungen bei neu erschlossenen Baugebieten von 30 auf 40 Prozent anheben und zusätzlich eine neue Förderkategorie für Mieten von neun Euro je Quadratmeter einführen.
„nicht mehr wie bisher 30 Prozent, sondern 40 Prozent"
Öffentliche Aussage · HAZ, Steigende Mietpreise: Wie wird Wohnen in Hannover wieder bezahlbar?, 12.04.2026
Maren Kaminski (Die Linke)
Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutigAus dem Programm nicht eindeutig ableitbar
Das Kommunalwahlprogramm fordert in künftigen Projekten des Geschosswohnungsbaus eine Sozialquote von mindestens 70 Prozent, kommunal oder genossenschaftlich, und will sie verbindlich im Bebauungsplan festsetzen.
„Mindestens 70% Sozialquote (kommunal oder genossenschaftlich) in zukünftigen Projekten im Bereich des Geschosswohnungsbaus."
Programm/Kampagne · Kommunalwahlprogramm Die Linke Region Hannover 2026, Zeilen 129–133 der PDF-Fassung
Warum wird das nicht berücksichtigt?
Die These fragt nach geförderten Wohnungen im Sinne der städtischen 30-Prozent-Regel. »Kommunal oder genossenschaftlich« bezeichnet eine Eigentums- beziehungsweise Trägerform, nicht ausdrücklich eine geförderte Wohnung mit Miet- und Belegungsbindung. Die frühere Wertung ersetzte diese fehlende Gleichsetzung durch eine Folgerung.
Jessica Schülke (AfD)
DagegenPersönliche Position: Dagegen
Sie lehnt die geltende Sozialquote von 30 Prozent als zu hoch ab und setzt stattdessen auf eine Selbstregulierung des Marktes; auf kommunale Steuerung zugunsten geringer und mittlerer Einkommen will sie verzichten.
„Diese Quote ist zu hoch"
Öffentliche Aussage · HAZ, Porträt Jessica Schülke, 28.05.2026
Parteiprogramm: Dagegen– persönliche Position hat Vorrang; nicht doppelt gerechnet
Das Programm zählt die Sozialwohnungsquote ausdrücklich zu den abzubauenden Regulierungen und lehnt damit auch ihre Erhöhung ab.
Das AfD-Programm will Maßnahmen stoppen, die private Wohnungsbauprojekte erschweren, und nennt dabei die Sozialwohnungsquote neben Zweckentfremdungs- und Stellplatzsatzung ausdrücklich.
„Zweckentfremdungssatzung, Stellplatzsatzung, Sozialwohnungsquote"
Zurechnung: Aktuelles örtliches AfD-Kommunalwahlprogramm; eine persönliche Übernahme durch Jessica Schülke ist nicht dokumentiert.
Programm/Kampagne · AfD-Kommunalwahlprogramm Hannover 2026, S. 7
Zu 5 von 9 Kandidaturen lag im dokumentiert geprüften Quellenbestand mit Stand 10. August 2026 keine Aussage zu dieser These vor. Alle Kandidaturen erhalten denselben Fragenkatalog; eingehende Antworten werden laufend eingearbeitet und gekennzeichnet.
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