Digitales & Verwaltung

Personal für persönliche Beratung

Hannover soll Personal eher für persönliche Ansprechpartner einsetzen als für den weiteren Ausbau von Online-Diensten.

Hannover · Oberbürgermeisterwahl am 13. September 2026

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Worum geht es?

Online-Dienste entlasten Verwaltung und Bürgerschaft, setzen aber Zugang und Sicherheit im Umgang mit ihnen voraus. Der Rat hat im September 2024 beschlossen, die Bürgerämter neu auszurichten — mit mehr digitalen Angeboten, einem mobilen Bürgeramt und einem ausdrücklich ergebnisoffenen Verfahren zur Standort- und Arbeitsplatzoptimierung. In ihrer Antwort auf die Anfrage der CDU-Fraktion erklärte die Verwaltung am 3. November 2025, sie entwickle derzeit eine ganzheitliche Strategie für die Bürgerservices; dabei würden auch „Standorte und Betriebsgrößen“ bewertet, und ein breit angelegter Beteiligungsprozess werde vorbereitet. Den Zielkonflikt benennt sie selbst: Der Weg von der analogen zur digitalen Dienstleistung müsse unter Berücksichtigung finanzieller und personeller Ressourcen gestaltet werden, zugleich aber den Bedarf an persönlicher Ansprechbarkeit und ein „Recht auf eine analoge Welt“ berücksichtigen. Persönliche Beratung parallel zu erhalten bindet dauerhaft Personal; der Ausbau digitaler Verfahren bindet dasselbe Personal in der Umstellung. Beide Wege konkurrieren um dieselben Stellen.

Quelle: Beschlussdrucksache 1290/2024, Bürger*innenservices der Zukunft, Ratsbeschluss 19.09.2024 · Anfrage 2111/2025, Zukunft stationärer und mobiler Bürgerämter, 30.10.2025 · Antwort der Verwaltung 2111/2025 F1, Zukunft stationärer und mobiler Bürgerämter, 03.11.2025

Dafür spricht

Verfügbare Personalmittel sollen zuerst in persönliche Ansprechpartner fließen.

Dagegen spricht

Verfügbare Personalmittel sollen zuerst in den Ausbau der Online-Dienste fließen, weil digitale Verfahren dauerhaft entlasten und die Wege für alle verkürzen.

Die Positionen

Zu dieser Frage liegt aus dem geprüften Quellenbestand noch keine gewertete Position vor. Dokumentiert ist unten, was gefunden wurde und warum es nicht zählt.

Persönliche Aussagen haben Vorrang vor Parteiprogrammen; vorläufige Parteipositionen sind als solche gekennzeichnet und werden nicht doppelt gerechnet. Klare politische Tendenzen bleiben sichtbar, wenn ein entscheidender Teil der exakten These offen ist; sie werden nie berechnet. Ohne eindeutigen Beleg wird nichts berechnet.

Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen)

Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutig

Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutig

Das Grünen-Programm will digitale Angebote durch bedarfsgerechte Unterstützung begleiten, damit der Zugang für alle möglich bleibt. Wofür das knappe Personal vorrangig eingesetzt werden soll, sagt es nicht.

Digitale Angebote werden begleitet durch bedarfsgerechte Unterstützungsangebote, um den Zugang weiterhin für alle zu ermöglichen."

Programm/Kampagne · Wahlprogramm Grüne Hannover 2026 (PDF)

Warum wird das nicht berücksichtigt?

Begleitende Unterstützungsangebote sind kein belegter Vorrang persönlicher Ansprechpartner vor dem weiteren Ausbau der Online-Dienste.

Axel von der Ohe (SPD)

Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutig

Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutig

Das SPD-Programm formuliert als Wert, dass niemand durch digitale Hürden ausgeschlossen wird. Den Erhalt persönlicher Ansprechpartner nennt es nicht ausdrücklich.

Gerecht, um sicherzustellen, dass niemand durch digitale Hürden exkludiert wird."

Programm/Kampagne · SPD-Zukunftsprogramm Hannover 2026, S. 23

Warum wird das nicht berücksichtigt?

Das Inklusionsziel legt nicht fest, wofür verfügbares Personal vorrangig eingesetzt werden soll — für persönliche Ansprechpartner oder für den weiteren Ausbau der Online-Dienste.

Peter Karst (CDU)

Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutig

Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutig

Das CDU-Kurzwahlprogramm will die digitale und die persönliche Beratung gleichermaßen verbessern und Standardverfahren konsequent digitalisieren. Wofür knappes Personal vorrangig eingesetzt werden soll, sagt es nicht.

digitale und persönliche Beratung verbessern"

Programm/Kampagne · CDU-Kurzwahlprogramm Hannover 2026, Kapitel I und XII

Warum wird das nicht berücksichtigt?

Beides nebeneinander zu verbessern ist kein Vorrang persönlicher Ansprechpartner vor dem weiteren Ausbau der Online-Dienste.

Bruno Adam Wolf (Piratenpartei)

Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutig

Aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutig

Im Ausschuss für Personal, Organisation und Digitalisierung nannte er die Digitalisierung eine Querschnittsaufgabe und hob als Fortschritt hervor, dass digitale Anträge die Bürgerämter bereits entlasteten. Wofür knappes Personal vorrangig eingesetzt werden soll, sagte er nicht.

Öffentliche Aussage · Protokoll Ausschuss für Personal, Organisation und Digitalisierung, 27.11.2024

Warum wird das nicht berücksichtigt?

Die Entlastungswirkung digitaler Verfahren zustimmend zu benennen ist keine Rangfolge zwischen persönlichen Ansprechpartnern und dem weiteren Ausbau der Online-Dienste.

Zu 5 von 9 Kandidaturen lag im dokumentiert geprüften Quellenbestand mit Stand 4. August 2026 keine Aussage zu dieser These vor. Ein identischer Fragebogen liegt allen Kandidaturen vor; eingehende Antworten werden laufend eingearbeitet und gekennzeichnet.

Bewusst über den Fragebogen zu beantworten. Der Durchlauf vom 29.07.2026 hat alle sechs verfügbaren Programme und Kampagnenseiten geprüft: Sie versprechen Zugang für alle und begleitende Unterstützung, aber keine von ihnen sagt, wofür knappes Personal vorrangig eingesetzt werden soll. Das ist keine Recherchelücke, sondern die Eigenart einer Vorrangfrage — Programme formulieren Ziele, keine Rangfolgen. Zwei Fundstellen (Onay, von der Ohe) sind als Quellenhinweise sichtbar und bewusst nicht gerechnet. Die Auswertung des Ratsinformationssystems am selben Tag bestätigt das: Der Ratsbeschluss zu den Bürgerämtern belegt die Entscheidungslage, enthält aber keine einer Kandidatur zurechenbare Rangfolge.