Was ist ein dedizierter Server (Root-Server)?
Ein dedizierter Server ist ein physischer Rechner im Rechenzentrum eines Anbieters, den ein einzelner Kunde allein nutzt und meist selbst verwaltet.
Ohne Fachbegriffe, für Betriebe ohne eigene IT.
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Einfach erklärt
Ein dedizierter Server ist ein ganzer Rechner in einem Rechenzentrum, den Sie allein mieten. Niemand sonst nutzt seinen Prozessor, seinen Arbeitsspeicher oder seine Festplatten. Das ist wie ein gemietetes Haus statt einer Wohnung im Mehrfamilienhaus: mehr Platz und keine Nachbarn, aber auch alle Pflichten.
Oft heißt er auch Root-Server. „Root“ ist unter Linux der Name des Administratorkontos. Das Wort sagt also: Sie bekommen vollen Zugriff. Manche Anbieter nennen allerdings auch virtuelle Server mit vollem Zugriff Root-Server. Fragen Sie im Zweifel nach, ob ein eigener physischer Rechner gemeint ist.
Was Sie mieten und was nicht
Der Anbieter stellt den Rechner, Strom, Kühlung und den Internetanschluss. Geht ein Bauteil kaputt, tauscht er es aus. Alles andere ist Ihre Aufgabe oder die Ihres IT-Dienstleisters: Betriebssystem einrichten, Updates einspielen, die Firewall setzen, Backups anlegen und den Rechner überwachen. Vorinstalliert ist meist nur ein nacktes Betriebssystem.
Achtung: Fällt eine Festplatte aus und es gibt kein Backup, sind die Daten verloren. Der Anbieter ersetzt die Hardware, nicht Ihre Daten.
Wann sich das lohnt
Ein dedizierter Server ist sinnvoll, wenn eine Anwendung dauerhaft viel Leistung braucht oder wenn Sie die Hardware mit niemandem teilen wollen. Für viele kleine Betriebe reicht ein virtueller Server. Er ist in der Regel günstiger und lässt sich schneller vergrößern. Wer keinen eigenen Administrator hat, fragt nach einem Managed Server. Dort übernimmt der Anbieter Betriebssystem, Updates und Sicherung.
Abgrenzung
Ein dedizierter Server (Bare Metal) ist eine physische Maschine, die exklusiv einem Kunden zugeordnet ist. Zwischen Betriebssystem und Hardware liegt keine fremde Virtualisierungsschicht. Auf Wunsch installiert der Kunde einen eigenen Hypervisor. Anders als bei Colocation gehört die Hardware dem Anbieter, er tauscht defekte Teile.
Unmanaged heißt: Betriebssystem, Härtung, Updates, Firewall, Benutzerverwaltung und Backup liegen beim Kunden. Bei manchen Anbietern ist sogar die Überwachung der Hardware ausdrücklich Sache des Kunden. Managed Server verlagern diese Aufgaben zum Anbieter und schränken dafür den Zugriff ein.
Fernzugriff ohne laufendes System
Weil niemand vor Ort ist, braucht ein dedizierter Server Zugänge, die auch ohne funktionierendes Betriebssystem arbeiten:
- Rescue-System: ein über das Netz gestartetes Linux, mit dem sich Platten einbinden, Konfigurationen reparieren und Betriebssysteme neu installieren lassen.
- Remote-Konsole (KVM over IP, IPMI, iDRAC, iLO): Bild und Tastatur des Servers im Browser, auch während des Bootvorgangs.
Häufig ist ein Software-RAID 1 über zwei Platten eingerichtet:
$ cat /proc/mdstat
md0 : active raid1 nvme1n1p2[1] nvme0n1p2[0]
999162880 blocks super 1.2 [2/2] [UU]
[UU] heißt: Beide Platten sind aktiv. Steht dort [U_], läuft das RAID nur noch auf einer Platte.
Typische Fehler
- RAID als Backup verstanden. RAID 1 spiegelt auch versehentliches Löschen und die Verschlüsselung durch Ransomware sofort auf die zweite Platte.
- Plattenausfall nicht bemerkt. Ohne Überwachung von
mdadmund SMART läuft der Server monatelang auf einer Platte, bis auch sie ausfällt. - Verwaltungsschnittstelle im Internet. IPMI- und BMC-Oberflächen gehören in ein getrenntes Netz oder hinter ein VPN.
- Kein Plan für den Umzug auf neue Hardware. Neue Maschine heißt oft neue IP-Adressen. DNS, Freigaben bei Partnern und Lizenzbindungen müssen nachziehen.
Prüfen
systemd-detect-virt
cat /proc/mdstat
smartctl -H /dev/nvme0n1
systemd-detect-virt gibt auf einem dedizierten Server none aus, auf einer virtuellen Maschine etwa kvm. So lässt sich klären, was hinter der Bezeichnung „Root-Server“ tatsächlich steckt.