Was bedeuten Verfügbarkeit und SLA?
Verfügbarkeit gibt in Prozent an, wie viel der vereinbarten Zeit ein Dienst funktioniert, ein SLA (Service Level Agreement) ist der Vertrag, in dem ein Anbieter diesen Wert zusagt.
Ohne Fachbegriffe, für Betriebe ohne eigene IT.
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Einfach erklärt
Verfügbarkeit gibt an, welchen Anteil der Zeit ein Dienst funktioniert. Sie wird in Prozent angegeben. Ein SLA (Service Level Agreement) ist der Vertragsteil, in dem ein Anbieter diese Verfügbarkeit zusagt, oft zusammen mit Reaktionszeiten bei Störungen. 99 Prozent klingen nach fast immer. Umgerechnet heißt das: Der Dienst darf im Jahr gut dreieinhalb Tage ausfallen.
Was die Prozentzahlen bedeuten
| Verfügbarkeit | Ausfall pro Jahr | Ausfall pro Monat (30 Tage) |
|---|---|---|
| 99 % | 3,65 Tage (87,6 Stunden) | 7,2 Stunden |
| 99,5 % | 43,8 Stunden | 3,6 Stunden |
| 99,9 % | 8,76 Stunden | 43,2 Minuten |
| 99,95 % | 4,38 Stunden | 21,6 Minuten |
| 99,99 % | 52,6 Minuten | 4,3 Minuten |
Ob die Ausfallzeit am Stück kommt oder in vielen kurzen Unterbrechungen, sagt die Zahl nicht. Jede weitere Neun verlangt mehr doppelt vorhandene Technik und Bereitschaft rund um die Uhr und wird entsprechend teurer.
Worauf Sie im Vertrag achten
- Wofür gilt die Zusage? Oft nur für Netz und Hardware des Anbieters, nicht für Ihre Anwendung.
- Wie wird gemessen? Pro Monat oder pro Jahr? Zählen angekündigte Wartungen mit?
- Was folgt bei Verfehlen? Vorgesehen ist oft eine Gutschrift oder Erstattung auf die Gebühr. Sie fällt meist deutlich kleiner aus als der Schaden eines Ausfalls.
- Wie schnell wird reagiert? Reaktionszeit und Erreichbarkeit des Supports, etwa werktags oder rund um die Uhr.
Fragen Sie sich auch, wie lange Ihr Betrieb ohne den Dienst arbeiten kann. Daraus ergibt sich, welche Verfügbarkeit Sie tatsächlich brauchen.
Berechnung und Definitionen
Verfügbarkeit = (vereinbarte Betriebszeit − Ausfallzeit) / vereinbarte Betriebszeit. Entscheidend sind die Definitionen im SLA: Messzeitraum, was als Ausfall zählt (Server nicht erreichbar, Fehlerantworten, Antwortzeit über einem Grenzwert), wo gemessen wird und welche Ausnahmen gelten. Die Cloud-SLA-Leitlinien der EU-Kommission von 2014 halten fest, dass Wartungszeiten häufig aus der Verfügbarkeit herausgerechnet werden und der Messzeitraum meist ein Abrechnungsmonat ist. Sie weisen auch darauf hin, dass ein erreichbarer Dienst so langsam oder fehlerhaft sein kann, dass er praktisch unbenutzbar ist. Der BSI-Baustein OPS.1.1.1 verlangt, SLAs passend zum Schutzbedarf festzulegen und ihre Einhaltung zu überwachen (A11). Näherungsweise gilt Verfügbarkeit = MTBF / (MTBF + MTTR), aus der mittleren Zeit zwischen Ausfällen und der mittleren Zeit bis zur Wiederherstellung. Schnelleres Beheben verbessert den Wert also ebenso wie seltenere Ausfälle.
Hintereinander geschaltete Komponenten multiplizieren sich:
Webserver 99,9 %
Datenbank 99,9 %
Netz 99,95 %
Gesamt 0,999 × 0,999 × 0,9995 ≈ 0,9975 → 99,75 % ≈ 21,9 Stunden Ausfall pro Jahr
Parallel betriebene, unabhängig ausfallende Systeme mit je 99 % ergeben rechnerisch 1 − 0,01² = 99,99 %. In der Praxis teilen sie oft Strom, Netz oder Konfiguration und fallen gemeinsam aus.
Typische Fehler
- SLA des Hosters als SLA der Anwendung. 99,99 % für das Netz sagen nichts über fehlgeschlagene Updates, eine volle Platte oder Fehlkonfiguration.
- Wartung ausgeklammert. Ein wöchentliches Wartungsfenster von vier Stunden zählt nicht als Ausfall, für Nutzer sind das aber 208 Stunden im Jahr.
- Messpunkt beim Anbieter. Gemessen wird oft am Ausgang des Rechenzentrums, Nutzer erleben trotzdem Störungen durch DNS, Zertifikate oder Routing.
- Kein eigener Nachweis. Ohne eigenes Monitoring lässt sich ein Verstoß gegen das SLA nicht belegen.
Prüfen
Eigene Messung von außen mit einem Uptime-Monitor, Auswertung pro Monat und Vergleich mit der Zusage. Ausfallminuten für einen Zielwert:
python3 -c "p = 99.9; print(round((1 - p / 100) * 30 * 24 * 60, 1), 'Minuten pro 30-Tage-Monat')"