Was ist eine Weiterleitung?
Eine Weiterleitung schickt Besucher und Suchmaschinen automatisch von einer Adresse zu einer anderen, etwa von „http://“ auf „https://“ oder von einer alten auf eine neue Seite.
Ohne Fachbegriffe, für Betriebe ohne eigene IT.
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Einfach erklärt
Eine Weiterleitung ist ein Nachsendeauftrag für Internetadressen. Ruft jemand eine alte oder unvollständige Adresse auf, antwortet der Server: „Das liegt jetzt dort.“ Der Browser geht sofort zur neuen Adresse weiter, Besucher merken davon meist nichts. Die wichtigste Weiterleitung jeder Website führt von „http://“ auf „https://“. Wer die Adresse ohne Verschlüsselung eintippt oder einen alten Link anklickt, landet so trotzdem auf der verschlüsselten Seite.
Wann Weiterleitungen nötig sind
- von der unverschlüsselten auf die verschlüsselte Adresse,
- von „ihre-firma.de“ auf „www.ihre-firma.de“ (öffnet in einem neuen Tab) oder umgekehrt, damit es nur eine Fassung gibt,
- nach einem Relaunch, wenn Seiten neue Adressen bekommen,
- nach einem Wechsel der Domain.
Ohne Weiterleitung führen alte Links, Lesezeichen und Suchergebnisse nach einem Relaunch ins Leere. Gibt es dieselbe Seite unter zwei Adressen, muss die Suchmaschine selbst entscheiden, welche davon gilt.
Dauerhaft oder vorübergehend
Es gibt zwei Arten: dauerhaft (Fachleute sagen „301“) und vorübergehend („302“). Für einen Umzug ist die dauerhafte die richtige. Nur sie sagt Suchmaschinen, dass die neue Adresse die alte ersetzt. Google empfiehlt, Weiterleitungen nach einem Umzug so lange wie möglich bestehen zu lassen, mindestens aber ein Jahr.
Was Sie tun können
Bitten Sie bei jedem Relaunch die Firma, die Ihre Website betreut, um eine Liste mit zwei Spalten: alte Adresse, neue Adresse. Jede alte Seite sollte auf ihr inhaltliches Gegenstück zeigen, nicht pauschal auf die Startseite. Eingerichtet werden die Weiterleitungen im Hosting oder im CMS.
Statuscodes
Weiterleitungen sind Antworten der Klasse 3xx mit einem Location-Header (RFC 9110, Abschnitt 15.4).
| Code | Bedeutung | Methode | |
|---|---|---|---|
301 | Moved Permanently | POST darf zu GET werden | dauerhaft |
302 | Found | POST darf zu GET werden | vorübergehend |
303 | See Other | Folgeanfrage mit GET | vorübergehend |
307 | Temporary Redirect | bleibt erhalten | vorübergehend |
308 | Permanent Redirect | bleibt erhalten | dauerhaft |
Unter den Statuscodes wertet Google nur 301 und 308 als Hinweis, dass das Ziel die maßgebliche Adresse ist. Für die Umleitung von http:// auf https:// eignen sich beide. 308 erhält zusätzlich die Methode, was bei Formularen und Schnittstellen zählt.
server {
listen 80;
server_name ihre-firma.de www.ihre-firma.de;
return 301 https://$host$request_uri;
}
Ist HSTS aktiv, schreibt der Browser http:// schon intern auf https:// um, bevor eine Anfrage hinausgeht. Die Weiterleitung auf dem Server braucht es trotzdem, für den ersten Besuch und für Clients ohne HSTS.
Typische Fehler
- Ketten über HTTP.
http://ihre-firma.de→http://www.ihre-firma.de→https://www.ihre-firma.de. Jeder Sprung kostet eine Anfrage, der mittlere läuft unverschlüsselt. Die HSTS-Preload-Liste verlangt, zuerst auf HTTPS desselben Hosts umzuleiten. 302nach einem Umzug. Google wertet die Weiterleitung dann nicht als Hinweis, dass die neue Adresse maßgeblich ist.- Alles auf die Startseite. Alte Unterseiten landen pauschal auf
/statt auf ihrem Gegenstück. - Schleifen, etwa wenn ein Reverse Proxy TLS beendet, die Anwendung die Anfrage für
httphält und erneut umleitet. Browser brechen mit „zu viele Weiterleitungen“ ab. - Weiterleitung per JavaScript. Google empfiehlt serverseitige Weiterleitungen und JavaScript nur, wenn nichts anderes möglich ist.
Prüfen
curl -sIL http://ihre-firma.de/ | grep -i -E '^(HTTP|location)'
-L folgt der Kette und zeigt jeden Sprung mit Statuscode. Gut ist: erst ein Sprung auf HTTPS desselben Namens, danach höchstens einer auf den bevorzugten Namen.