Was ist TLS?
TLS steht für Transport Layer Security.
TLS ist das Verfahren, das Verbindungen im Internet verschlüsselt, etwa zwischen Browser und Website oder zwischen Mailservern.
Ohne Fachbegriffe, für Betriebe ohne eigene IT.
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Einfach erklärt
TLS ist das Verfahren, das Verbindungen im Internet verschlüsselt. Es steckt hinter dem „https://“ einer Website, hinter dem Abruf Ihrer E-Mails und hinter vielen Programmen, die mit einem Server sprechen. Bevor die eigentlichen Daten fließen, stellen sich beide Seiten kurz vor: Der Server zeigt seinen Ausweis, das Zertifikat. Dann vereinbaren beide einen Schlüssel, den nur sie kennen. Alles danach ist für Dritte unlesbar und lässt sich nicht unbemerkt verändern. Man kann es sich wie ein Gespräch in einer Geheimsprache vorstellen, die beide Seiten erst zu Beginn des Gesprächs miteinander verabreden.
Versionen und warum sie zählen
TLS gibt es in mehreren Versionen. Aktuell sind TLS 1.2 und TLS 1.3. Die älteren Versionen 1.0 und 1.1 sind seit 2021 offiziell abgekündigt, der Vorgänger SSL schon deutlich länger. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt, bevorzugt TLS 1.3 zu verwenden. TLS 1.2 empfiehlt es nur noch bis Ende 2031, weil für diese Version nach derzeitigem Stand keine Verfahren standardisiert werden, die auch gegen künftige Quantencomputer bestehen.
Was Sie tun können
Um TLS kümmert sich, wer den Server betreibt: Ihr Hoster, Ihr IT-Dienstleister oder der Anbieter Ihrer Software. Fragen Sie, ob alte Versionen abgeschaltet sind.
Meldet danach ein älteres Gerät Verbindungsfehler, etwa eine Kasse, ein Scanner oder eine Maschinensteuerung, kann genau diese Abschaltung dahinterstecken. Dann beherrscht das Gerät nur die alten Versionen. Besser als das Wiedereinschalten ist ein Update des Geräts. Geht es nicht anders, sollte die Ausnahme so eng wie möglich bleiben.
Was TLS nicht leistet
TLS schützt Daten auf dem Weg. Auf dem Server liegen sie wieder lesbar vor. Wer dort einbricht, kann sie lesen. Für gespeicherte Daten braucht es eigene Verschlüsselung und einen gepflegten Server. TLS sagt auch nichts darüber, ob der Betreiber einer Seite seriös ist.
Handshake in TLS 1.3
Maßgeblich für TLS 1.3 ist RFC 9846 vom Juli 2026 (Proposed Standard). Er ersetzt die erste Fassung RFC 8446 von 2018 und erklärt auch RFC 5246, die Beschreibung von TLS 1.2, für obsolet. Gegenüber TLS 1.2 sind die wichtigsten Unterschiede:
- Der Client schickt im
ClientHellogleich einen Schlüsselanteil (key_share) mit. Ein vollständiger Handshake braucht damit einen Roundtrip statt zwei. - Alle Handshake-Nachrichten nach dem
ServerHellosind verschlüsselt, auch das Zertifikat. - Statischer RSA- und Diffie-Hellman-Schlüsseltausch ist entfallen. Jede Verbindung hat Forward Secrecy.
- Übrig sind nur AEAD-Verfahren wie AES-GCM und ChaCha20-Poly1305. RC4 und CBC-Modi gibt es nicht mehr.
Versionen im Überblick
| Version | Standard | Stand |
|---|---|---|
| SSL 2.0, SSL 3.0 | – | verboten (RFC 6176) und abgekündigt (RFC 7568) |
| TLS 1.0, TLS 1.1 | RFC 2246, RFC 4346 | abgekündigt seit 2021 (RFC 8996) |
| TLS 1.2 | RFC 5246, für obsolet erklärt durch RFC 9846 | laut BSI empfohlen bis Ende 2031 |
| TLS 1.3 | RFC 9846, Vorgänger RFC 8446 | laut BSI bevorzugt zu verwenden |
Die BSI-Richtlinie TR-02102-2 (Fassung 2026-01) nennt außerdem die empfohlenen Cipher Suites, Gruppen und Signaturverfahren für TLS 1.2.
Typische Fehler
- TLS 1.0 und 1.1 noch aktiv, aus Rücksicht auf alte Clients.
- Schwache Cipher Suites in TLS 1.2, etwa ohne Forward Secrecy oder mit HMAC-SHA-1.
- TLS endet am Reverse Proxy. Dahinter läuft die Verbindung unverschlüsselt weiter. Führt diese Strecke über fremde Netze, gehört auch sie verschlüsselt.
- Falscher Test. OpenSSL 3 lehnt TLS 1.0 und 1.1 schon auf der voreingestellten Sicherheitsstufe ab. Ein gescheitertes
openssl s_client -tls1_1beweist dann nichts über den Server. Abhilfe:-cipher 'DEFAULT:@SECLEVEL=0'ergänzen.
Prüfen
openssl s_client -connect ihre-firma.de:443 -servername ihre-firma.de -brief </dev/null
nmap --script ssl-enum-ciphers -p 443 ihre-firma.de
Der erste Befehl zeigt die ausgehandelte Version und Cipher Suite. nmap listet alle angebotenen Versionen und Cipher Suites mit einer Bewertung. Ausführlicher prüft das Open-Source-Werkzeug testssl.sh.