Was ist eine Low-Code-Datenbank?
Eine Low-Code-Datenbank ist eine Datenbank, die sich ohne Programmierkenntnisse im Browser anlegen lässt, mit Tabellen aus festen Feldtypen, Verknüpfungen zwischen den Tabellen, Formularen und einer Schnittstelle für andere Programme.
Ohne Fachbegriffe, für Betriebe ohne eigene IT.
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Einfach erklärt
Eine Excel-Tabelle ist wie ein kariertes Blatt Papier. In jedes Kästchen passt alles: eine Zahl, ein Datum oder ein Kommentar. Eine Low-Code-Datenbank ist eher ein Karteikasten mit vorgedruckten Karten. Jedes Feld hat einen festen Zweck. Ins Datumsfeld passt nur ein Datum, den Kunden wählen Sie aus der Kundenliste aus, statt ihn neu einzutippen. Die Karteikästen sind miteinander verbunden: Zu jedem Kunden sehen Sie seine Aufträge und eine geänderte Anschrift ändern Sie nur an einer Stelle.
„Low-Code“ heißt, dass Sie die Datenbank im Browser zusammenstellen, ohne zu programmieren. Manche Anbieter sprechen auch von No-Code.
Woran Sie merken, dass die Liste an Grenzen stößt
- Es gibt „Kundenliste_final_neu.xlsx“ in drei Fassungen.
- Derselbe Kunde steht in drei Schreibweisen darin.
- Der Stand eines Auftrags steckt in einer Zellfarbe, die nur eine Person versteht.
- Jemand überschreibt versehentlich eine Spalte und niemand merkt es.
- Daten werden aus der Liste in ein anderes Programm abgetippt.
Was Sie tun können
Beginnen Sie mit der Liste, die am meisten Ärger macht. Klären Sie mit Ihrem IT-Dienstleister, welche Tabellen es braucht, welche Felder jede Tabelle hat und wer was sehen und ändern darf. Vorhandene Excel-Listen lassen sich importieren und danach bereinigen. Über ein Formular können auch Kollegen ohne eigenen Zugang zur Datenbank Einträge anlegen.
Eine Open-Source-Lösung, die sich auch selbst betreiben lässt, ist zum Beispiel Baserow.
Was eine Low-Code-Datenbank nicht ersetzt
Für Kalkulationen mit vielen Formeln bleibt die Tabellenkalkulation das passende Werkzeug. Buchhaltung, Warenwirtschaft und die Ablage von Belegen in einem Dokumentenmanagementsystem ersetzt eine selbst gebaute Datenbank ebenfalls nicht. Eine schlecht geplante Datenbank ist zudem nur eine kompliziertere Excel-Liste. Die eigentliche Arbeit steckt in der Frage, welche Daten wie zusammengehören.
Datenmodell
Eine Low-Code-Datenbank besteht aus Tabellen mit typisierten Feldern: Text, Zahl, Datum, Einfach- oder Mehrfachauswahl, Datei, Formel und Verknüpfung. Das Verknüpfungsfeld bildet Beziehungen zwischen Tabellen ab. Bei Baserow ist es in der Voreinstellung eine n:m-Beziehung und erscheint in beiden Tabellen. Lookup-Felder zeigen Werte aus dem verknüpften Datensatz, Rollup-Felder rechnen über alle verknüpften Datensätze. Ansichten wie Raster oder Formular zeigen dieselben Daten für unterschiedliche Aufgaben.
Unter der Oberfläche arbeitet eine gewöhnliche Datenbank. Baserow ist eine Django-Anwendung mit REST-API und speichert seinen Zustand in PostgreSQL.
Abgrenzung zur Tabellenkalkulation
| Tabellenkalkulation | Low-Code-Datenbank | |
|---|---|---|
| Datentyp | je Zelle beliebig | je Feld festgelegt |
| Beziehungen | SVERWEIS und Kopien | Verknüpfungsfeld, Lookup, Rollup |
| Eingabe | Datei öffnen und bearbeiten | Raster, Formular, API |
| Zugriff für Programme | Import und Export von Dateien | REST-API und Webhooks |
Zugriff per API
Baserow stellt für jede Tabelle Endpunkte zum Lesen und Schreiben von Zeilen bereit. Für Integrationen gibt es Datenbank-Token, deren Rechte (Erstellen, Lesen, Ändern, Löschen) sich für alle oder für ausgewählte Tabellen setzen lassen.
curl -H "Authorization: Token $BASEROW_TOKEN" \
"https://baserow.ihre-firma.de/api/database/rows/table/123/?user_field_names=true&size=100&page=1"
user_field_names=true liefert die sichtbaren Feldnamen statt interner Namen wie field_123. Die Antwort kommt seitenweise, gesteuert über page und size.
Typische Fehler
- Excel nachgebaut. Eine einzige breite Tabelle mit Spalten wie „Auftrag 1“ und „Auftrag 2“ statt einer eigenen Tabelle für Aufträge.
- Freitext statt Auswahl. Status und Kategorien als Text lassen sich kaum filtern und auswerten.
- Token mit vollen Rechten. Eine Integration, die nur liest, bekommt nur Leserechte auf ihre eigenen Tabellen.
- Nur die erste Seite gelesen. Ohne Paginierung fehlen ab einer bestimmten Zeilenzahl Datensätze, ohne dass ein Fehler erscheint.
- Keine Sicherung. Bei eigenem Betrieb gehören die PostgreSQL-Datenbank und die hochgeladenen Dateien ins Backup.
Prüfen
Einen Lese-Token gegen einen Schreibversuch testen:
curl -X POST -H "Authorization: Token $LESE_TOKEN" -H "Content-Type: application/json" \
-d '{"Name": "Test"}' \
"https://baserow.ihre-firma.de/api/database/rows/table/123/?user_field_names=true"
Ein Token ohne Recht zum Erstellen muss den Aufruf ablehnen. Danach denselben Token mit einem GET auf eine fremde Tabelle prüfen.