Was ist ein Registrar?
Ein Registrar ist der Anbieter, über den Sie eine Domain mieten. Er trägt sie bei der zuständigen Vergabestelle ein, für .de bei der DENIC.
Ohne Fachbegriffe, für Betriebe ohne eigene IT.
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Einfach erklärt
Eine Domain kauft man nicht, man mietet sie. Vergeben werden Domains von einer zentralen Stelle je Endung, für .de ist das die DENIC in Frankfurt. Dort bestellen Sie aber nicht selbst, sondern über einen Anbieter, den Registrar. Das ist meist der Hoster Ihrer Website oder Ihr IT-Dienstleister. Er trägt die Domain ein, verlängert sie jedes Jahr und stellt Ihnen die Verwaltung bereit.
Worauf es wirklich ankommt: der Inhaber
Wichtiger als der Anbieter ist, wer als Inhaber eingetragen ist. Das sollte Ihre Firma sein. Häufig hat eine Webagentur die Domain vor Jahren auf sich selbst registriert. Solange alles läuft, fällt das nicht auf. Bei einem Wechsel oder Streit gehört die Domain dann nicht Ihnen, und mit ihr hängen Website und E-Mail an einer fremden Firma.
Was Sie tun können
- Prüfen Sie, wer als Inhaber eingetragen ist. Bei .de-Domains von Firmen und Vereinen zeigt das die Webabfrage der DENIC seit der Umsetzung von NIS-2 wieder an. Bei Privatpersonen bleibt der Inhaber verborgen, dann fragen Sie Ihren Anbieter.
- Die DENIC prüft inzwischen, ob die Inhaberdaten stimmen. Kommt eine Aufforderung, die Daten zu bestätigen, reagieren Sie rechtzeitig, sonst kann die Domain gesperrt werden.
- Für einen Umzug zu einem anderen Anbieter brauchen Sie einen Auth-Code, eine Art Umzugskennwort. Den erhalten Sie vom bisherigen Anbieter.
- Vor dem Umzug alle Einträge sichern, sonst sind Website und Mail danach leer.
Gut zu wissen: Rückt der bisherige Anbieter den Auth-Code nicht heraus, kann bei .de-Domains der neue Anbieter einen zweiten Code bei der DENIC anfordern. Die DENIC schickt ihn an den eingetragenen Inhaber. Auch deshalb muss dort Ihre Firma stehen.
Rollen
- Registry: Betreiber der Endung, für .de die DENIC eG, für .com Verisign. Führt die Zone der Endung mit den Delegationen (NS- und DS-Einträge).
- Registrar: Mitglied oder akkreditierter Partner der Registry, nimmt Aufträge an und schreibt über eine Schnittstelle (bei gTLDs EPP) in die Registry.
- Reseller: verkauft im Namen eines Registrars, ohne eigenen Zugang zur Registry.
- Inhaber: Vertragspartner der Registry für die Domain. Bei .de schließt er den Vertrag mit der DENIC, der Registrar handelt in seinem Auftrag.
Providerwechsel bei .de
Der Wechsel läuft über einen Auth-Code. AuthInfo1 erzeugt der bisherige Anbieter. Verweigert er ihn, fordert der neue Anbieter bei der DENIC einen AuthInfo2 an, der dem Inhaber zugestellt wird. Mit einem der beiden Codes stellt der neue Anbieter den Wechselauftrag. Der früher übliche KK-Antrag spielt dabei keine Rolle mehr.
Bei gTLDs wie .com gelten nach Registrierung oder Umzug oft Sperrfristen für einen weiteren Wechsel. Die Regeln setzt ICANN, die Umsetzung je Registrar weicht ab.
Typische Fehler
- Agentur als Inhaber. Klärung erst im Konfliktfall, dann unter Zeitdruck.
- Umzug ohne Zonensicherung. Der neue Anbieter legt eine leere oder eine Standardzone an, MX-, SPF-, DKIM- und Bestätigungseinträge fehlen.
- DNSSEC beim Wechsel vergessen. Ein alter DS-Eintrag bei der Registry passt nicht zu den Schlüsseln des neuen Nameservers, und die Domain ist für validierende Resolver nicht mehr erreichbar. Vor dem Wechsel DNSSEC sauber übergeben oder abschalten.
- Ablauf übersehen. Die hinterlegte Zahlung beim Registrar scheitert, er kündigt die Domain, und sie droht frei zu werden.
Prüfen
whois ihre-firma.de
dig +short NS ihre-firma.de
Für .de liefert whois auf Port 43 nur den Status. Die Webabfrage unter webwhois.denic.de zeigt seit der NIS-2-Umsetzung bei juristischen Personen Name, Anschrift und Kontaktdaten des Inhabers, bei natürlichen Personen nur das verwaltende DENIC-Mitglied. Die Delegation (NS) zeigt, welcher Anbieter die Zone tatsächlich betreibt, das muss nicht der Registrar sein.