Was ist ein Server?
Ein Server ist ein Computer oder ein Programm, das anderen Geräten über das Netz Dienste bereitstellt, etwa eine Website, E-Mail oder eine gemeinsame Dateiablage.
Ohne Fachbegriffe, für Betriebe ohne eigene IT.
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Einfach erklärt
Ein Server ist ein Computer, der für andere arbeitet. Wenn Ihr Laptop Mails abholt, eine Website anzeigt oder eine Datei aus der gemeinsamen Ablage öffnet, kommt all das von einem Server. Er läuft rund um die Uhr und wartet auf Anfragen. Man kann ihn sich wie die Küche eines Restaurants vorstellen: Die Gäste sehen sie nicht, bekommen aber alles von dort.
Das Wort meint zweierlei: die Maschine selbst und das Programm, das auf ihr Anfragen beantwortet, etwa einen Mailserver oder einen Webserver. Auf einer Maschine laufen oft mehrere solcher Dienste.
Wo Ihre Server stehen
Früher stand der Server oft im Abstellraum des Betriebs. Heute laufen die Dienste kleiner Firmen meist auf Servern in einem Rechenzentrum, gemietet bei einem Anbieter. Das kann ein ganzer eigener Rechner sein (dedizierter Server) oder ein Teil davon (virtueller Server). Bei Diensten aus der Cloud merken Sie gar nicht, auf welchem Server Ihre Daten liegen.
Was ein Server braucht
Ein Server ist nie fertig eingerichtet. Er braucht regelmäßige Updates, ein Backup und jemanden, der merkt, wenn er ausfällt. Klären Sie für jeden Server, den Sie nutzen:
- Wer ist zuständig: Ihr IT-Dienstleister, der Anbieter oder Sie selbst?
- Wo steht er und wer kommt an die Daten?
- Was passiert, wenn er ausfällt, und wie lange dauert es bis zum Ersatz?
Gut zu wissen: Ein Server im eigenen Büro ist nicht automatisch sicherer. Ohne Klimatisierung, Notstrom und Brandschutz ist er Hitze, Stromausfall und Einbruch stärker ausgesetzt als in einem Rechenzentrum.
Rolle und Aufbau
Ein Server stellt Dienste über das Netz bereit und beantwortet Anfragen von Clients (Client-Server-Modell). Welcher Dienst angesprochen wird, entscheidet der Port: 443 für HTTPS, 25 für SMTP zwischen Mailservern, 22 für SSH. Der BSI-Baustein SYS.1.1 „Allgemeiner Server“ fasst die Anforderungen zusammen, die unabhängig vom Betriebssystem gelten. Die Bausteine für einzelne Betriebssysteme bauen darauf auf. Server-Hardware unterscheidet sich von Arbeitsplatzrechnern meist durch Arbeitsspeicher mit Fehlerkorrektur (ECC), doppelte Netzteile und eine Fernwartungsschnittstelle.
Die Basis-Anforderung SYS.1.1.A6 verlangt, alle nicht benötigten Dienste, Rollen und Funktionen zu deaktivieren oder zu deinstallieren, vor allem Netzdienste. SYS.1.1.A21 fordert eine Betriebsdokumentation, etwa so:
Name: app01.ihre-firma.de
Standort: Rechenzentrum Frankfurt, virtueller Server
System: Linux (Debian), automatische Sicherheitsupdates
Dienste: nginx (443), PostgreSQL (nur lokal), SSH (22, nur über VPN)
Backup: täglich 02:00, Kopie in zweitem Rechenzentrum
Zuständig: IT-Dienstleister, Vertretung benannt
Bei erhöhtem Schutzbedarf empfiehlt das BSI, je Server nur einen Dienst zu betreiben (SYS.1.1.A30). Fällt dann eine Maschine aus oder wird angegriffen, bleiben die übrigen Dienste unberührt.
Typische Fehler
- Dienste lauschen auf allen Adressen. Eine Datenbank, die nur lokal gebraucht wird, ist auf
0.0.0.0gebunden und damit aus dem Internet erreichbar, wenn keine Firewall davorsteht. - Niemand fühlt sich zuständig. Der Server wurde einmal eingerichtet, Updates und Zertifikate pflegt danach keiner.
- Wissen nur im Kopf. Zugänge, Dienste und Abhängigkeiten kennt eine einzige Person.
- Alles auf einer Maschine. Website, Mail und Ablage teilen sich einen Server. Ein Ausfall oder Angriff trifft alle Dienste zugleich.
- Keine Überwachung. Eine volle Platte oder ein gestoppter Dienst fällt erst auf, wenn Nutzer sich beschweren, mehr unter Monitoring.
Prüfen
ss -tulpn
systemctl --failed
df -h
ss -tulpn zeigt alle Dienste, die auf Verbindungen warten, mit Adresse und Prozess. Was auf 0.0.0.0 oder [::] lauscht, nimmt Verbindungen auf allen Netzschnittstellen an. systemctl --failed listet abgestürzte Dienste, df -h den freien Speicherplatz.