Was ist IMAP?
IMAP steht für Internet Message Access Protocol.
IMAP ist das Verfahren, mit dem Mailprogramme auf das Postfach beim Mailanbieter zugreifen, wobei die E-Mails auf dem Server bleiben und alle Geräte denselben Stand zeigen.
Ohne Fachbegriffe, für Betriebe ohne eigene IT.
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Einfach erklärt
IMAP ist das Verfahren, mit dem Ihr Mailprogramm die Post aus Ihrem Postfach abruft. Das Wichtige daran: Die Mails bleiben dabei auf dem Server Ihres Mailanbieters. Man kann es sich wie ein Postfach in der Filiale vorstellen, in das Sie von jedem Gerät aus hineinschauen, statt die Briefe mit nach Hause zu nehmen. Lesen Sie eine Mail am Laptop, ist sie auch auf dem Smartphone als gelesen markiert. Ordner, die Sie anlegen, sehen Sie überall.
Der Unterschied zu POP3
Das ältere Verfahren POP3 holt die Mails ab und löscht sie in der üblichen Einstellung danach auf dem Server. Die Post liegt dann nur noch auf dem einen Rechner, der sie abgeholt hat. Fällt dessen Festplatte aus, sind die Mails weg. Auf dem Smartphone fehlen sie von Anfang an.
Was Sie tun können
- Lassen Sie Ihren IT-Dienstleister prüfen, ob alle Geräte IMAP nutzen und nicht POP3.
- Die Verbindung sollte verschlüsselt sein. In den Kontoeinstellungen steht dann meist „SSL/TLS“ und der Port 993.
- Behalten Sie den Speicherplatz im Blick. Ist das Postfach voll, kommen neue Mails irgendwann nicht mehr an.
Gut zu wissen: Bei Microsoft 365 verbindet sich Outlook für Windows und Mac nicht über IMAP, sondern über eigene Verfahren von Microsoft. IMAP brauchen dort vor allem andere Mailprogramme.
Was IMAP nicht leistet
IMAP ist kein Backup. Löschen Sie eine Mail auf einem Gerät, ist sie auf allen Geräten weg. IMAP ist auch kein Archiv für die Aufbewahrungspflichten, mehr dazu unter E-Mail-Archivierung. Und verschickt werden Mails nicht über IMAP, sondern über SMTP.
Protokoll und Ports
IMAP4rev2 nach RFC 9051 (August 2021) löst IMAP4rev1 aus RFC 3501 ab und ist weitgehend abwärtskompatibel. Server lauschen auf Port 143 (Klartext, Aufwertung per STARTTLS) und auf Port 993 (Implicit TLS). RFC 8314 empfiehlt für den Abruf Implicit TLS und rät Anbietern, Klartext-Zugänge auslaufen zu lassen.
In IMAP4rev2 aufgegangen sind unter anderem IDLE (Push ohne Abfrageintervall), MOVE, NAMESPACE und die Kennzeichnung besonderer Ordner wie \Sent, \Trash und \Junk (SPECIAL-USE). Löschen geschieht in zwei Schritten: Eine Mail bekommt das Flag \Deleted und verschwindet erst mit EXPUNGE oder beim Schließen des Ordners mit CLOSE.
$ openssl s_client -connect imap.ihre-firma.de:993 -crlf -quiet
* OK [CAPABILITY IMAP4rev1 IMAP4rev2 AUTH=PLAIN AUTH=OAUTHBEARER IDLE MOVE] ready
a1 CAPABILITY
* CAPABILITY IMAP4rev1 IMAP4rev2 AUTH=PLAIN AUTH=OAUTHBEARER IDLE MOVE
a1 OK CAPABILITY completed
a2 LOGOUT
* BYE logging out
a2 OK LOGOUT completed
AUTH=OAUTHBEARER steht für die Anmeldung per OAuth nach RFC 7628.
Typische Fehler
- POP3 auf mehreren Geräten. Ein Gerät holt ab und löscht, die anderen sehen die Mail nie.
- Klartext auf Port 143 ohne erzwungenes
STARTTLS. Zugangsdaten gehen dann unverschlüsselt über das Netz. - Basic Auth bei Exchange Online. Microsoft hat die Anmeldung mit Benutzername und Passwort für IMAP abgeschaltet. Programme, die kein OAuth 2.0 beherrschen, kommen nicht mehr ins Postfach.
- IMAP-Ordner als Archiv. Ein Ordner „Archiv“ im Postfach kann jeder Nutzer mit Zugriff leeren.
- Kontingent ohne Überwachung. Ein volles Postfach weist neue Mails ab, Absender erhalten Unzustellbarkeitsberichte.
Prüfen
openssl s_client -connect imap.ihre-firma.de:993 -crlf -quiet
dig +short SRV _imaps._tcp.ihre-firma.de
Nach dem Verbindungsaufbau zeigt a1 CAPABILITY, welche Erweiterungen und Anmeldeverfahren der Server anbietet. Mit openssl s_client -connect … -showcerts lässt sich zusätzlich das Zertifikat prüfen. Der SRV-Eintrag nach RFC 6186 hilft Mailprogrammen, den Server bei der Einrichtung selbst zu finden.